Mediziner will von geschönten Unterlagen nicht wissen

„Ärzte sind verunsichert“

Gleichzeitig beklagt der Mediziner die heutige „Absicherungsmedizin“: „Die Ärzte sind so verunsichert, dass fast jeder, der Kopfschmerzen hat, zum CT geschickt wird.

Man könnte ja ein Aneurysma übersehen und schließlich in Regress genommen werden. Das sind mehrere Milliarden Kosten für das System.“

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In der eigenen Praxis hat der Mediziner mittlerweile das Dokumentationssystem auf Vordermann gebracht, damit so etwas nicht mehr passiert. Während des Prozesses kam zudem heraus, dass die Behandlungsunterlagen der Patientin nachträglich geschönt worden waren. „Aber nicht durch mich“, beteuert der Arzt. Mehr will er zu dem Thema nicht sagen.

Systemschelte hin oder her – für Ines Lehmann ist das Schicksal ihrer Mutter, mit dem sie während der Heimbesuche immer wieder konfrontiert wird, mehr als grausam. „Sie könnte heute noch richtig Lebensqualität haben, wenn die Kontrollintervalle eingehalten worden wären“, ist die Tochter überzeugt. Die Argumentation des Arztes kann sie nicht nachvollziehen: „Wenn man Fehler macht, soll man dazu stehen. Auch als Arzt!“

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