Christa Voß vermutet Rattengift hinter vermehrten Todesfällen

Tierärztin ist alarmiert: "Ominöses Katzensterben" zu verzeichnen

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In diesem Fall ist alles „ok“: Tierärztin Christa Voß untersucht eine Katze auf eine mögliche Vergiftung.

Lennestadt/Kirchhundem - Tierärztin Christa Voß ist beunruhigt: Die Zahl qualvoll verendeter Katzen ist in ihrer Praxis in Altenhundem zuletzt alarmierend gestiegen. Die Veterinärin vermutet Gift als Ursache.

„Wir haben zuletzt eine gehäufte Zahl ominöser Todesfälle bei Katzen festgestellt“, berichtet Christa Voß im Gespräch mit unserer Zeitung. In den letzten zehn Tagen seien es allein fünf Tiere gewesen, die entweder sterbenskrank oder schon tot in ihre Praxis gebracht worden seien. 

Sonst, so Christa Voß, sind es vielleicht drei Tiere pro Jahr, die zumeist aber offensichtlich durch einen Autounfall umgekommen sind. Bei den Tieren zuletzt konnte ein Unfall aber ausgeschlossen werden. Auch chronische Erkrankungen oder Altersschwäche kamen hier nicht in Frage. Aufgrund der typischen Symptome wie zum Beispiel Nasenbluten vermutet die Tierärztin eher Gift hinter dem Katzensterben. Gift, das die Katzen anscheinend über einen Umweg aufnehmen. 

Qualvoller Tod

 „Ich gehe davon aus, dass viele Menschen der aktuell herrschenden Ratten- und Mäuseplage mit Giftködern Herr werden wollen“, so die Veterinärin. Der Wirkstoff Cumarin blockt beispielsweise die Blutgerinnung – Leberschäden und Verbluten führen schließlich zum Tod. Allerdings erst nach etwa zwei Tagen. In dieser Zeit des qualvollen Siechtums werden die Mäuse immer träger und langsamer – eine leichte Beute für Katzen auf der Jagd. Ist die Maus erstmal gefressen, kann das Gift auch im Körper der Katze wirken. „Diese Gifte sind hochkonzentriert und wirken schon in geringsten Dosen tödlich – auch bei Katzen, Füchsen oder anderen Jägern“, weiß Christa Voß. Damit nicht noch mehr (die Dunkelziffer treibt diese Zahl nochmal in die Höhe) wildlebende Tiere oder auch freilaufende Hauskatzen den leidvollen Tod sterben müssen, appelliert sie an die Allgemeinheit: „Arbeiten Sie bitte nicht mit Giftködern, sondern nutzen Sie lieber Fallen.“ 

Trauer in Familien

So lässt sich nicht nur unnötiges Leid bei den Tieren verhindern, sondern auch bei den Katzenbesitzern. Zuletzt, so berichtet Christa Voß, sei eine Familie mit ihrem geliebten Tier – mehr noch: mit ihrem Familienmitglied – in ihre Praxis gekommen, für das sie aber nichts mehr tun konnte. Entsetzen und Trauer waren da natürlich ebenso groß wie vermeidbar.

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