Bartholomäusfest am 25. August bildet weiteres Highlight im Jahresverlauf

„Altes vergeht – Neues entsteht“: Meggener Pfarrgemeinde feiert 150. Jubiläumsjahr

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Pfarrer Ludger Wollweber (r.) mit Pfarrsekretärin Gaby Schröder (Mitte) und den Pfarrgemeindratsmitgliedern Ludger Erwes, Cornelia Behrens und Jutta Schäfer (v.l.).

Meggen - Die Pfarrgemeinde St. Bartholomäus Meggen feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen unter dem Motto „Altes vergeht – Neues entsteht“. Der Slogan lässt schon erahnen, dass eine ganz besondere Gemeinde Jubiläum feiert.

Die Anfänge der Gemeinde sind eng mit der Bergbaugeschichte des Ortes verbunden. Der Ort wuchs dank der vielen Bergleute seinerzeit rasant an, die Gemeinde wurde so groß, dass der Ruf nach einer eigenen Pfarrei laut wurde. Von Elspe abgepfarrt, durch Paderborn sowie Kaiser Wilhelm bestätigt, wurde diesem Wunsch schließlich entsprochen. „Ohne den Bergbau wäre unsere Gemeinde nicht dass, was sie heute ist“, untermauert Pfarrer Ludger Wollweber die Bedeutung der geschichtlichen Ereignisse für seine Gemeinde. Das spiegelte sich vor allem auch im Zusammenhalt wider: Bergleute müssen sich aufeinander verlassen können, das macht sie zu einer starken Gemeinschaft – unter und über Tage. So war auch die Meggener Kirchengemeinde immer eine eng verbundene Gemeinschaft. Die Arbeit war dabei das verbindende Element. 

„Altes vergeht – Neues entsteht“: Die Bergleute sind nun seit Jahrzehnten nicht mehr im Einsatz. „Unsere Aufgabe ist es seither, das Verbindende neu zu finden“, spannt Wollweber den Bogen in die heutige Zeit. Das gelinge vor allem durch Begegnung. Große Feste, aber auch kleine Treffen und Aktionen prägen heute das christliche Miteinander im Ort, natürlich auch der verbindende Dialog mit der muslimischen Gemeinde. „Wir sind bunt“, bringt es Cornelia Behrens aus dem Pfarrgemeinderat auf den Punkt. Beispiele dafür gibt es zuhauf: Friedensgebet, Kleiderkammer, Kinderkatechese, Ferienfreizeiten, Kirchenchor, Büchermarkt, Bartholomäus-Fest, Kaffeetreffs, Martinimarkt, kfd-Veranstaltungen – die Liste lässt sich noch deutlich weiter führen. „Wir bieten das ganze Jahr über ein Programm, bei dem für jeden etwas dabei ist“, so Behrens weiter. Ihre Kollegin Jutta Schäfer ergänzt: „Wenn nicht mehr so viele in die Kirche kommen, muss Kirche nach draußen gehen.“ Sie sind sich sicher, dass Kirche und die Gemeinde vor Ort nach wie vor Ankerpunkte im turbulenten Alltag der Menschen sind. Besonders in Meggen sei die Zahl der Freiwilligen immer noch sehr hoch: „Es gibt unwahrscheinlich viel Engagement im Ort, das christliche Denken ist noch sehr ausgeprägt. Das ist der größte Schatz, den wir haben“, freut sich Pfarrer Wollweber.

Wollweber: "Es gibt unwahrscheinlich viel Engagement im Ort. Das ist der größte Schatz, den wir haben."

Natürlich sind er und der Pfarrgemeinderat sich dabei aber auch bewusst, dass sich Kirche im Wandel befindet und Herausforderungen gemeistert werden wollen. Da ist zum Beispiel der bundesweite Trend sinkender Katholiken-Zahlen; auch Meggen hat Kirchenmitglieder verloren – in den letzten 20 Jahren rund 600. Auf der anderen Seite sind Menschen verschiedener Nationalitäten neu im Ort. „Sie alle zusammenzuführen und die Verantwortung für ein gutes Zusammenleben zu übernehmen sind Aufgaben der Zukunft“, weiß Pfarrer Wollweber. Auch die Skandale in der Kirche hätten nicht dazu beigetragen, dass das Vertrauen wächst. 

Diese Entwicklungen haben auch Konsequenzen für den Pastoralen Raum Lennestadt. Hochrechnungen gehen davon aus, dass im Jahr 2024 nur noch 2,5 Priesterstellen im Pastoralen Raum ausreichen müssen. Aber wie soll Gemeindearbeit dann aussehen? Welche Themen können junge und ältere Menschen in einer Gemeinde binden? Können mehr Ehrenamtliche Gemeindearbeit leisten? Wie kann Glaube noch lebendig gestaltet werden? – Fragen der Zukunft. Doch bis dahin wird in Meggen weiter das Jubiläumsjahr gefeiert. Nach der feierlichen Eröffnung des Jahresprogramms im März und vielen weiteren Highlights – unter anderem „Stabat Mater“, Friedhofsbegehung, 100 Jahre kfd Meggen, der Messe am Siciliaschacht mit Weihbischof OSB Dr. Meier – folgt am Sonntag, 25. August, das Patronatsfest mit Bartholomäusfest. Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem besonderen Festhochamt – der Kirchenchor rockt. Aufgeführt wird das „RoQuiem“ von James Barker. Die Profimusiker Peter Schneider (Gitarre), Stephan Schott (Schlagzeug), Chorleiter Harald Jüngst (Orgel) und Anna Pehlken (Gesang) werden gemeinsam mit dem Kirchenchor ein weiteres musikalisches Highlight im Jubiläumsjahr setzen. Im Anschluss an die Messe startet das Bartholomäusfest unter den Platanen an der Kirche und im Pfarrheimsaal. Begegnung steht auch hier im Mittelpunkt, dazu gibt es Bastelangebote für die Kinder sowie Speisen und Getränke. Die Vorstellung des dritten Bandes der Pfarrchronik ist verschoben worden, die Arbeiten an Band 3 laufen noch. Zum Martinimarkt, spätestens aber zu Weihnachten soll das Werk vollendet sein.

Weitere Angebote im Jubiläumsjahr folgen – Infos im Jubiläumsflyer oder unter www.kirche-in lennestadt.de.

Meilensteine der Pfarr-Historie

  • 14. Jahrhundert: Anfänge kirchlichen Lebens
  • 1426: Erste urkundliche Erwähnung eines Kapellenhofes
  • 1647: Zerstörung der Kapelle im 30-jährigen Krieg, Neuerrichtung und Konsekration durch den Kölner Weihbischof, Patronat: St. Bartholomäus
  • 1862: Anton Hendrichs wird erster eigener Geistlicher
  • 1869: Abpfarrung von Elspe, Errichtung der Pfarrei St. Bartholomäus / Errichtung des Friedhofs
  • 1889: Gründung der Pfarrbücherei
  • 1896: Weihe der Pfarrkirche am 15. September
  • 1919: Gründung der Frauengemeinschaft 
  • 1948: Gründung der ersten Elisabethkonferenz – Caritas
  • 1920: Gründung des Kindergartens (Quelle: Jubiläumsflyer)

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