Distanzunterricht nach Stundenplan – ein Erfahrungsbericht

Am GymSL wurde eine digitale Lernumgebung geschaffen

Gymnasium der Stadt Lennestadt GymSL Klasse 5c Videochat
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Die Klasse 5c des Gymnasiums der Stadt Lennestadt im Videochat.

7.30 Uhr, 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn. Der Lehrer betritt den virtuellen Klassenraum und wird schon von lachenden und bereits in Gespräche vertieften Schülern begrüßt - beinahe wie im richtigen Unterricht. So garantiert auch das Distanzlernen am Gymnasium der Stadt Lennestadt ((GymSL) die persönliche Nähe; das Schulmotto „Miteinander füreinander“ wird auch digital gelebt.

Altenhundem - Für den möglichen Ernstfall weiterer Schulschließungen wurde im letzten Herbst bereits fleißig geprobt, als sich die Klassen und Kurse des GymSL mit ihren Lehrern außerhalb der eigentlichen Unterrichtszeiten online zu Videokonferenzen getroffen haben. Zu dem Zeitpunkt hatten alle gehofft, dass es keinen zweiten Lockdown mit Schulschließungen geben würde. Aber genau dies ist jetzt zum Jahresbeginn eingetreten und Unterricht kann nur im Distanzlernen stattfinden. Aber jetzt ist man vorbereitet, anders als im Frühjahr 2020 als der Lockdown die Schulen von heute auf morgen vor große Herausforderungen stellte.

„Zum Glück konnten wir auf unser bewährtes Digitalisierungskonzept in der gymnasialen Oberstufe zurückgreifen und im Laufe des letzten Kalenderjahres alle Schülerinnen und Schüler von der Jahrgangsstufe 5 an in unser zuverlässiges und sicheres System bei Microsoft 365 mit den Programmen Teams und OneNote einpflegen, sodass jetzt ein differenziertes und strukturiertes Distanzlernen möglich ist!“ erklärt GymSL-Schulleiterin Birgitta Pieters. Sie hätte sich auch einen anderen Start in das neue Jahr gewünscht, aber ist überzeugt, dass auch im Distanzlernen Unterrichtsinhalte zielführend vermittelt werden können. Mit dem Kollegium und engagierten Schülern, die unter anderem Erklärvideos für das erfolgreiche Arbeiten mit den vorhandenen Programmen produziert haben, wurde eine digitale Lernumgebung geschaffen, auf der sich auch die Jüngeren zurechtfinden und die jetzt in der Zeit des Distanzunterrichts flächendeckend Anwendung findet.

So findet der Distanzunterricht am GymSL nach Stundenplan statt und alle Schüler werden zum jeweiligen Stundenbeginn von ihren Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrern online begrüßt. Die persönliche Stimmungslage wird abgefragt, Inhalte werden im Chat besprochen, Aufgaben verteilt und digitale Partner- oder Gruppenarbeiten vorbereitet, wobei 90-minütige Videokonferenzen nicht die Regel sein müssen. In Arbeitsphasen kann man das virtuelle Klassenzimmer verlassen und für sich die Aufgaben, die auch per Mail oder in OneNote zur Verfügung gestellt werden, bearbeiten. Am Ende der Stunde werden dann die Ergebnisse besprochen, Fragen geklärt, und Hausaufgaben aufgegeben – eigentlich genauso wie es im Präsenzunterricht stattfinden würde, berichtet auch Celiné aus der 6a, die es toll findet „dass man immer jemanden fragen kann und auch mit den anderen Kindern zusammenarbeiten kann“. Klassenkamerad Tom ergänzt: „So ist das Lernen auch viel lustiger als nur Arbeitsblätter zu machen.“

Natürlich funktioniert in Einzelfällen mal das Internet nicht oder die technischen Geräte streiken und stehen nicht uneingeschränkt zur Verfügung, was aber kein Problem ist, da die Lehrerinnen und Lehrer in solchen Fällen auch per Mail oder Telefon erreichbar sind. „Die Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich, sodass die Eltern entlastet werden und das Homeschooling für sie nicht zur Belastung wird“, freut sich Sonja Kriegeskorte, Erprobungsstufenkoordinatorin des GymSL, die als Klassenlehrerin der 6a tagtäglich mit ihrer Klasse in Kontakt tritt und natürlich weiß, dass gerade die jüngeren Jahrgangstufen von dieser engen Betreuung profitieren. „Schule findet statt, von morgens um kurz vor 8 bis in den Nachmittagsbereich, wenn auch nicht im Schulgebäude sondern Zuhause am Schreibtisch inklusive Pausen und digitalem Sportunterricht.“, führt Sonja Kriegeskorte fort, die bereits viele positive Rückmeldungen aus der Elternschaft bekommen hat: „Gerade die feste und planbare Tagesstruktur, die durch die Orientierung am realen Stundenplan gegeben ist, und das selbstständige Arbeiten der Kinder, werden von den Eltern sehr begrüßt.“

Auch wenn sich alle Beteiligten einig sind, dass das Distanzlernen unter den gegebenen Umständen gut funktioniert, freuen sich sowohl die Schüler als auch die Lehrer sowie natürlich auch die Eltern auf Präsenzunterricht, denn den unmittelbaren sozialen Austausch in einem realen Klassenzimmer kann man durch keine digitalen Konzepte ersetzen – auch eine zentrale Erkenntnis in Zeiten der Corona-Pandemie.

Informationen zum Angebot des Gymnasiums der Stadt Lennestadt insbesondere für Grundschüler und Seiteneinsteiger finden sich auf der Homepage www.gymnasium-lennestadt.de

Am Wochenende, 16. und 17. Januar, findet ganztägig die Briefbaumaktion für alle interessierten Viertklässler statt. Schüler der Klassen 5 und 6 des GymSL möchten sich kurz vorstellen und davon erzählen, wie sie die erste Zeit am GymSL erlebt haben. Dafür haben sie Briefe geschrieben und würden sich riesig freuen, wenn diese Briefe von dem bunten Briefbaum vor dem Haupteingang des GymSL abgeholt würden. Wer beim Adventskalender mitgerätselt hat, kann die Lösung mit Namen und Adresse dabei auch in die Kiste vor dem Haupteingang werfen und eine kleine Überraschung daraus mitnehmen.

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