1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Lennestadt

Angestellte prellte Stadt in zwölf Jahren um 50.000 Euro

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Sofort vom Dienst suspendiert/Staatsanwalt ermittelt nun

Lennestadt. (tes)

In zwei Jahren hätte sie vier Jahrzehnte voll gehabt. Doch statt der Jubiläumsfeier gibt's jetzt ein Strafverfahren und statt einer Gratifikation vielleicht sogar eine Gefängnisstrafe.

Weil sie in den vergangenen zwölf Jahren das Lennestädter Stadtsäckel durch betrügerische Handlungen um insgesamt 50.000 Euro erleichterte, wurde eine 52-jährige Mitarbeiterin der Stadtkasse am Freitagmorgen durch Bürgermeister Alfons Heimes vom Dienst suspendiert.

Gleichzeitig erstattete die Kommune Strafanzeige wegen Betrugs.

Im Zusammenhang mit der Umstellung auf das "Neue Kommunale Finanzwesen" (NKF) war die langjährige Betrugsserie zu Ungunsten der Stadt und der Steuerzahler am Donnerstagabend aufgefallen. Bürgermeister Alfons Heimes sprach gestern gegenüber unserer Zeitung von geschickten Manipulationen: "Wenn man mit Energie drangeht, kann man vieles vertuschen. Doch irgendwann fällt so etwas immer auf."

Wie die 52-Jährige, die erheblich verschuldet sein soll, die öffentlichen Gelder in die eigene Tasche umleitete, ist noch nicht vollends geklärt. Klar scheint nur zu sein, dass Bareinnahmen im Rathaus zunächst zwar richtig verbucht wurden, dann aber auf dem Weg zur Bank dahinschmolzen.

Wie die Verwaltungsangestellte es genau schaffte, die etwa 50.000 Euro an allen Kontrollmechanismen vorbei zu schmuggeln, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Nur so viel: Da die Beträge im Einzelfall relativ klein waren und die Angestellte mit großem kriminellen Geschick vorging, konnte — so Heimes — der Betrug über einen so langen Zeitraum hinweg unentdeckt bleiben. Für ein Versagen der Kontrollmechanismen gäbe es keine Anzeichen.

Somit seien, so der Bürgermeister, personelle Konsequenzen gegen die Dienstvorgesetzten der Verwaltungsfachangestellten nicht notwendig.

Die ausgesprochene Suspendierung dauert drei Tage an. Da die 52-Jährige die Unterschlagung inzwischen zugeben hat, ist davon auszugehen, dass ihr noch in dieser Woche fristlos gekündigt wird. Für die Kollegen im Rathaus kam all das völlig unerwartet: "Wenn man jemandem Zuverlässigkeit unterstellt hätte, dann dieser Frau. An ihrer Integrität bestand für niemanden von uns auch nur der geringste Zweifel", so ein Kollege aus dem Rathaus gestern gegenüber dem SAUERLANDKURIER.

Bürgermeister Heimes will nun versuchen, die entwendete Summe über die Eigenschadensversicherung der Stadt erstattet zu bekommen.

Auch interessant

Kommentare