Archäologen sorgen sich um Denkmäler

Dr. Michael Baales und Wolfgang Poguntke inmitten eines Hohlweges. Vor allem schweres Gerät mit Raupenbetrieb können solche Hohlwege "platt machen". Und sind sie dann einmal zu, verschwinden sie aus der Kartierung und sind für immer verschwunden. Foto: Gregor Breise

Sorge nach Kyrill: Harvester gegen Hohlweg

Lennestadt. (gb)

Leistungsstarke Maschinen mit Forstausrüstung, Spezialkränen oder Seilwinden gewährleisten den Fortschritt bei der Windwurfaufarbeitung. Nordrhein-Westfalen war der europaweite Schadensschwerpunkt vom Orkan Kyrill. Aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland sind in den letzten Wochen Spezialmaschinen angerollt, um mehr als 15 Mio. Kubikmeter Sturmholz aufzuräumen. So helfen Schwaben und Bayern, Finnen, Polen, Schweizer und Franzosen den Waldbesitzern und Unternehmern bei der Herkulesaufgabe in den heimischen Wäldern. Dabei schätzt die Landesforstverwaltung die Anzahl der arbeitenden Harvester im Land auf über 300 Maschinen. Mit Kran, Motorsäge und Entastungsmessern ausgestattet, fahren die Maschinen entweder mit Rad- oder Raupenantrieb und sägen vollautomatisch etwa 15 bis 20 Kubikmeter Holz in der Stunde. Kehrseite der Medaille: es kommt vor, dass eingetragene und auch nicht eingetragene Bodendenkmäler beschädigt, zerstört oder zugeschüttet werden. "Uns plagen zwei Probleme. Erstens die direkten Beschädigungen durch den Orkan ,KyrillŒ und dann die Beschädigungen, die während der Aufräumarbeiten passieren", so Archäologe Baales.

Oft passiert es aus Unwissenheit, denn ein Grossteil der Arbeiter ist von auswärts, muss im Akkord und auch bei Nacht ackern und kennt nur eine Devise: das Holz muss raus.

Um diese Problematik zu sensibilisieren, hatten Dr. Michael Baales vom LWL-Archäologie für Westfalen, der Elsper Wolfgang Poguntke zu einem Pressetermin am Bildstock der Heiligen Lucia oberhalb von Obermelbecke eingeladen. Auch der Leiter des Olper Forstamtes, Helmut Zacharias war zu dem Ortstermin erschienen. Er nahm "seine" Waldbauern gleich in Schutz. "Wir können nur appellieren und die Sinne schärfen, aber wenn dadurch zusätzliche Kosten entstehen, geht das nicht. Dann wird es zu einer öffentlichen Aufgabe, die nicht auf dem Rücken der Waldbauern ausgetragen werden darf.

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