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Lidl soll wachsen - neues Wohnprojekt in Langenei

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Von: Artur Seidenstücker

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Rathaus Lennestadt Altenhundem
Der Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Bauen tagte im Lennestädter Rathaus. © Andrea Vollmert

Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtentwicklung und Bauen. Das ist die offizielle Bezeichnung einer der Ausschüsse des Rates der Stadt Lennestadt. Kling vielleicht etwas hölzern, aber was dort sowie in den anderen Ausschüssen beschlossen wird, hat es oft in sich. Zu diesen öffentlichen Sitzungen hat jeder Interessierte Zutritt und kann sich zumindest die Diskussionen im öffentlichen Teil verfolgen.

Lennestadt - Einer der insgesamt 17 Tagesordnungspunkte lautete: Weiterentwicklung des Lidl- Marktes am Standort Altenhundem. Hintergrund: Seit Jahren möchte sich der Discounter erweitern. Gerade hinsichtlich des Bestandsschutzes, verbunden mit den damit drohenden Auswirkungen auf den örtlichen Einzelhandel hatte sich der Stadtrat in den vergangenen Jahren dagegen ausgesprochen. Nachdem die Schwarz-Gruppe (dazu gehört u.a. Lidl und Kaufland) gegen diesen Beschluss beim Gericht in Arnsberg geklagt hatte, ist man nun bemüht, eine gemeinsame Lösung zu erzielen.

Das Konzept stellten Joachim Jung (Immobilienmanager) und Jan Gruber (Portfoliomanager) von Lidl vor.

Im Zuge der Strategie Filialgeneration 3.0 sollen die Filialen im Raum Südwestfalen erneuert werden. Jung und Gruber erläuterten, dass man auf dem Weg zur gelebten Nachhaltigkeit sei. Getreu dem Motto: Heute so leben auch in Zukunft!

Das Gebäude soll komplett erneuert werden. Sonnenkollektoren und Fassadenbegrünung angebracht werden. Der Markt steht am Standort Altenhundem bereits seit 1987 und wurde im Jahr 2005 grundlegend renoviert.

Zurzeit hat man eine Verkaufs- und Lagerfläche von 1493 Quadratmetern (davon 993 Verkaufsfläche und 500 Lager) – diese wird erweitert auf 2.060 Quadratmeter (1263 Verkaufsfläche und 797 Lager).

Ein Teil der Parkplätze wird mit Ladesäulen für Elektroautos ausgestattet. Der Strom, der im Markt benötigt wird, soll komplett selber erzeugt werden. Eventuell soll die Überhangmenge dann ins Stromnetz eingespeist werden. „Das gibt ein Vorzeigeprojekt für ganz Deutschland“, so äußerten sich die Vortragenden.

Es wurden durchaus kritische Fragen gestellt. Dr. Gregor Kaiser (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach, ob auch die heimischen Landwirte bei Ausschreibungen mit eingebunden würden? Ebenso ist es den Ratsvertretern wichtig, dass die Gewerke regional ausgeschrieben werden. Maximilian Ellinger (SPD) ist es wichtig, dass die Kaufkraft in Lennestadt gehalten werden soll.

Nun ist Lidl am Zug; die entsprechenden Bauanträge sowie die Gutachten und Prüfungen müssen auf den Weg gebracht werden.

Neue Wohnanlage in Langenei

Ein weiterer Tagesordnungspunkt: Entwicklung einer Wohnanlage und einer Lagerhalle – Projekt „Langeneier Park“.

Burkhard Krämer und seine Tochter Iris (Architektur Krämer) stellten die geplante Anlage vor. Insgesamt sollen zehn Wohnungen, verteilt auf drei Gebäude sowie eine Lagerhalle für Möbel Kattenborn auf dem Langeneier Park entstehen. Das ist das Gelände auf dem ehemaligen Bahnhof. Investor ist Familie Kattenborn. Acht Wohneinheiten sind barrierefrei. Die Tallage im Zentrum von Langenei sei zusätzlich ein schöner Aspekt.

Bürgermeister Tobias Puspas war ganz begeistert von der Idee und vor allem, dass es Lennestädter Menschen gibt, die ein so schönes Projekt auf die Beine stellen wollen.

Die vorhanden Alleebäume sollen erhalten bleiben – die Carports bekommen Dachbegrünung und Ökopflaster soll ebenfalls die Nachhaltigkeit zeigen. Puspas: „Das ist genau das was wir uns wünschen“.

Auf Antrag der Grünen wurde das Thema „Zustand des Kommanlwaldes und zukünftige Entwicklung“ auf die Tagesordnung gesetzt. Sorgen machen sich nicht nur „Die Grünen“ über den Zustand der Waldflächen in Lennestadt. Nahezu 200 Hektar Wald besitzt die Stadt Lennestadt. Bei einer der nächsten Sitzungen soll das Forstamt gehört werden. Es steht die Frage im Raum, wie neu aufgeforstet werden soll.

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