Beherzter Doppelschlag führt Ivo nach ganz vorne

Dominik Ivo aus Grevenbrück fährt seit letzter Woche in der höchsten Deutschen Amateurklasse des Radsports. Foto: SK

Radsportler im Interview - Auch Doping Thema der Stunde

Grevenbrück. (ag)

Zu Himmelfahrt hatte den 19-jährigen Grevenbrücker Dominik Ivo beim Radrennen in Dortmund-Brakel noch das Pech verfolgt, als er auf regennasser Straße in der Spitzengruppe stürzte. Das wäre die fünfte Plazierung unter den ersten Zehn gewesen, mit der er aus der C- in die B-Klasse aufgestiegen wäre.

Am Samstag nun, ohne Schulstress, denn der Abiturient hat seit diesen Tagen seinen Abschluß in der Tasche, startete Dominik Ivo in Mettmann. In der letzten Runde ging er zum Angriff über und gewann als Solist das Rennen und somit den Aufstieg in die B-Klasse. Das ist eine Woche her, und schon hat er auch die A-Klasse erreicht. Wie das geht, erzählt er nun selbst. Dominik Ivo sprach für den SAUERLANDKURIER mit Achim Gandras.SK: Dominik, Herzlichen Glückwunsch zum Abitur. Ist der Kopf jetzt richtig frei für den Radsport:

Ivo: Danke, so kann man das vielleicht nennen.

SK: Ein Aufstieg von der C- über die B- in die A-Klasse, die höchste Stufe der Amateure, wie geht das in zwei Tagen:

Ivo: Man benötigt fünf Platzierungen oder einen Sieg, um aufzusteigen. Vier Platzierungen in der C-Klasse hatte ich bereits. Der Sieg am Samstag war natürlich optimal, aber eine weitere Platzierung hätte auch gereicht.

In der B-Klasse ist das genauso. Ich trat am Sonntag in Menden zu meinem Debut-rennen an und dachte, jetzt kannst du mal so richtig heizen.

SK: Und prompt gewonnen. Das war der Aufstieg in die A-Klasse. Damit hast Du für dieses Jahr bereits ein echtes Fernziel erreicht. Wie geht es aber nun weiter:

Deutsche

Meisterschaft im Juni

Ivo: Am 3. Juni sind die Deutschen Meisterschaften in Stuttgart. Da würde ich mich gerne mit einer guten Leistung zeigen. Aber Sonntag (heute. d. Red.) starte ich noch über 120 Kilometer in Oberhausen und am Montag sind die Cologne Classics. Das ist aber mehr eine Show-Veranstaltung, da kommen sogar T-Mobile-Profis hin.

SK: Die Profis... Gerade jetzt ein neuralgisches Thema, wo die Doping-Sünden ans Licht kommen.

Ivo: Klar, Sprüche wie "Na, bist Du auch gedopt:" kriege ich oft zu hören. Das nervt ganz schön. Aber ich hoffe, dass jetzt endlich mal alles ans Licht kommt.

SK: Erik Zabel hatte die Tränen in den Augen, als er sein Vergehen zugab. Das tat einem schon Leid.

Ivo: Sicher, vor allem, wenn man gehört hat, was er dazu gesagt hat. Dass er kaum weiß, wir er das seinem Sohn Rick erklären soll. Den kenne ich vom Sehen, der fährt natürlich auch Radrennen.

SK: Wie soll man sich aber da raus halten, wenn es so viele tun. Der Ehrliche kann doch gar nicht mithalten.

Ivo: Ein Riesenproblem. Daher ist es gut, dass es endlich alles ans Licht kommt. Außerdem gibt es noch andere Probleme. Man hört immer wieder Geschichten von dubiosen Präparaten aus Fernost, schön günstig und undefinierbar, was den Inhalt an-geht. Das ist dann nicht nur illegal, sondern auch noch lebensgefährlich.

SK: Dominik, Du bist lange Jahre für Attendorn gefahren, bevor Du in das Bochumer Team Vlassenrot gewechselt hast. Gibt es schon Stimmen zum Dopingskandal aus der Heimat:

Ivo: Am Donnerstag habe ich noch mit Manfred Hennes vom TV Attendorn eine Runde gedreht. Der zeigte sich auch ziemlich geschockt.

SK: Dominik, vielen Dank und ebenso viel Erfolg für den weiteren Weg.

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