Carl Orffs „Carmina Burana“: „Eines der größten Werke für Chor und Orchester außerhalb der Kirche“

„Just For Fun“ probt für die Musikwerkstatt Südwestfalen

+
Carl Orffs „Carmina Burana“ stehen derzeit beim Pop- und Gospelchor auf dem Programm.

Lennestadt/Kreis Olpe. „Werft mir einfach ein ,K‘ an den Kopf“: Siegfried Knappstein steht inmitten eines Halbkreises aus Menschen. Und so grotesk seine Forderung klingt: Sie wird erfüllt. Denn nur Augenblicke später ist ein deutliches „K -K-K-K“ zu hören. Doch so merkwürdig wie sie klingt, ist diese Szenerie gar nicht: Aufwärmen ist angesagt für den Pop- und Gospelchor „Just For Fun“. Die Mitglieder bereiten sich auf ihr nächstes Großprojekt vor – ein durchaus außergewöhnliches.

Es ist laut Chorleiter Siegfried Knappstein aus Theten nicht weniger als „eines der größten Werke für Chor und Orchester außerhalb der Kirche“. Die Rede ist von Carl Orffs „Carmina Burana“. Dieses Mammutwerk studiert „Just For Fun“ derzeit im Rahmen der Musikwerkstatt Südwestfalen ein. Bei diesem Projekt stehen vier Laienchöre gemeinsam mit der Philharmonie Südwestfalen und einigen Laienmusikern sowie Solisten auf der Bühne.

„Wir wurden Anfang 2018 gefragt, ob wir mitmachen wollen“, erklärt Knappstein. Und natürlich wollten sie, schließlich sind „Just For Fun“ Großprojekte nicht fremd, wie ein Auftritt beim „Starlight Express“ oder Konzerte mit A-Cappella-Größen wie „Maybebop“ oder „Basta“ zeigen. Doch die „Carmina Burana“ sind dann schon etwas Besonderes: „Wir wussten nicht genau, was auf uns zukommt“, so Knappstein.

Seit Ende 2018 probt der Chor an Orffs wohl bekanntestem Werk: „Es war unklar, ob wir das durchhalten und wie sich die Stimmung im Chor entwickelt.“ Schließlich hatte der überregional bekannte Chor während dieser Zeit auch noch andere Konzertverpflichtungen.

Doch nun, rund vier Monate später, bilanziert der Chorleiter zufrieden: „Alle sind dabei geblieben.“ Und mehr noch: „Wir haben zehn Projektsänger dazu bekommen.“

Aber wie meistert ein Chor, der nicht nur dem Namen nach für Pop und Gospel steht, ein Werk mit Liedern aus dem 11. und 12. Jahrhundert mit Texten auf Latein und Mittelhochdeutsch? „Das ist schon eine echte Herausforderung“, sagt Susanne Sprenger aus dem „Just-For-Fun“-Vorstandsteam. Und Siegfried Knappstein ergänzt: „Ohne Herzblut geht es nicht.“

Und so steht bei der Probe im Pfarrheim „Tempus est iocundum“ statt „Sound of Silence“ auf dem Programm. Mit äußerster Akribie arbeiten Chor und Chorleiter an diesem Stück. Dabei werfen die Chormitglieder ihrem Chef, der am Anfang der Probe am Klavier sitzt, aber nicht nur ein „K“ an den Kopf: „Du spielst zu laut. Wir hören uns nicht.“ Knappstein hört’s – und haut beim nächsten Mal eben leiser in die Tasten. Auch das ist Akribie.

Neben Meschede und Soest gastiert die Musikwerkstatt Südwestfalen am Sonntag, 12. Mai, um 17 Uhr in der Stadthalle Attendorn. Karten: www.gala-volksbanken-suedwestfalen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare