Dalibor Divkovic tritt Gerüchten entgegen

Ehemaliger Pächter der Hohen Bracht äußert seine Sicht

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Kreis Olpe - Gut drei Wochen nachdem bekannt wurde, dass Dalibor Divkovic nicht länger Pächter der Hohen Bracht ist, hat sich dieser erstmals vor der Presse geäußert und seine Sicht auf die Dinge erläutert.

Die Suche nach den Gründen für das Scheitern mit der Hohen Bracht beginnt er im November 2018, als die Personalsituation immer kritischer wurde. Der stressige Job, die hohe Belastung und Abwerbungen hätten einige Mitarbeiter veranlasst zu gehen. "Da haben wir gemerkt", so Divkovic, der sich aktuell in einem Privatinsolvenzverfahren befindet, "dass wir die Hohe Bracht so nicht mehr tragen konnten." Das Konzept - es fußte unter anderem auf Event-Gastronomie und Ausflugsbetrieb - musste viele Abstriche verkraften - der Beginn der Abwärtsspirale. Selbst mit Hilfe zweier Unternehmensberater sei die Hohe Bracht, die Divkovic als "großen Kostenapparat" bezeichnet, nicht mehr zu halten gewesen. 

"Habe sechsstellige Summe aus Privatvermögen investiert"

Durch einige kursierende Vorwürfe und Gerüchte, er habe nicht alles für die Hohe Bracht gegeben, fühlt er sich ungerecht behandelt. "Ich habe eine sechsstellige Summe aus meinem privaten Vermögen in die Hohe Bracht gesteckt. Ich stand mit meinem Herz und Blut hinter dem Projekt. Jetzt habe ich alles verloren", stellt er klar. Gemeinsam mit dem Kreis, der Bank, der Brauerei und einigen mehr sei das Konzept damals auf Herz und Nieren geprüft und umgesetzt worden. "Das unternehmerische Risiko habe ich natürlich getragen und so wird jetzt der Schwarze Peter verteilt", so Divkovic. Doch der prägnante Personalmangel beziehungsweise die enorme Wetterabhängigkeit des Ausflugsziels seien in der Form nicht eingeplant gewesen. 

"Irgendwann waren dann auch meine Kräfte am Ende", gibt Divkovic zu. Und weiter: "Ich bin jetzt froh, dass es weg ist." Das bedeute aber keineswegs, dass es ihm für seine Mitarbeiter und einige enttäuschte Gäste nicht sehr Leid tue. Denn bei allen Gerüchten und zum Teil auch Unwahrheiten, die aktuell landläufig die Runde machen würden, sei er immer loyal zu seinen Mitarbeitern gewesen. Es stimme zum Beispiel einfach nicht, dass Gehälter nicht bezahlt worden seien. Außerdem seien auch alle Mitarbeiter gemeldet gewesen, möchte er eine weitere anders lautende These entkräften. Jeder sei zudem immer gerecht behandelt worden und habe am Ende ordnungsgemäß eine Kündigung und ein Arbeitszeugnis bekommen. Das bestätigten auch zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter, die beim Pressegespräch anwesend waren. Lediglich eine kleine Gruppe innerhalb der ehemaligen Mitarbeiterschaft habe das abgelehnt und sorge im Moment im Hintergrund dafür, dass viel schmutzige Wäsche gewaschen, zum Teil sogar "Rufmord" betrieben werde. Doch daran will sich Divkovic nicht beteiligen. 

Einbruch in Büroräume?

Dass zuletzt keine Miete mehr an den Kreis bezahlt wurde, gibt er zu - ihm fehlte das Geld und das was da war, habe er seinen Mitarbeitern gezahlt. "Die Unterlagen liegen beim Insolvenzverwalter, der wird Licht ins Dunkel bringen", so Divkovic. 

Apropos Unterlagen: Divkovic spricht bei dem Gespräch mit der Presse auch von einem Einbruch in die Büroräume der Hohen Bracht Ende Juli. "Da wurden Papiere durchsucht." Papiere, die heute fehlen würden. "Ich äußere mich, wenn alle Fakten schwarz auf weiß offen liegen, ich will keine Schlammschlacht", so Divkovic weiter. Eine Anzeige in dieser Sache liege der Polizei allerdings nicht vor, so die Pressestelle der Kreispolizeibehörde auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wie geht es jetzt weiter? 

Seine Mitarbeiter warten aktuell auf ihr Insolvenzgeld und werden sich um einen neuen Job bemühen müssen. Divkovic selbst wird als Angestellter weiter in der Branche arbeiten - und das im Sauerland. "Ich werde der Region treu bleiben. Meine Familie und mein Sohn sind hier. Außerdem gibt es immer noch sehr viele Leute, die hinter mir stehen und das gibt mir Kraft." Die Insolvenz habe ihm erstmal "den Boden unter den Füßen weggezogen." Daher sei er rund um den Beginn des Insolvenzverfahrens - auf Anraten - auch ein paar Tage im Urlaub gewesen und äußere erst jetzt seine Sicht auf die Dinge.

Der Kreis hatte zuletzt bekannt gegeben, dass gebuchte Veranstaltungen auf der Hohen Bracht stattfinden können. Die Suche nach einem neuen Pächter läuft derweil weiter.

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