Titel „Innovation – Ökologie - Eisenbahn und Industriegeschichte“ 

Rat beschließt Dauerausstellung im Bahnhof

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Im Kulturbahnhof Grevenbrück soll die Dauerausstellung "Innovation - Ökologie - Eisenbahn und Industrie" etabliert werden.

Grevenbrück. Im Kulturbahnhof in Grevenbrück wird künftig eine Dauerausstellung „Innovation – Ökologie - Eisenbahn und Industriegeschichte“ etabliert. Die Konzeption dafür kommt vom Büro „Geschichtsmanufaktur“ (Dortmund). Das hat der Rat der Stadt Lennestadt am Mittwochabend nach kontroverser Diskussion auf den Weg gebracht.

Kurze Rückblende: In der A2-Ausschussitzung von November 2018 hatten Christina Steuer und Dr. Katharina Hülscher von der „Geschichtsmanufaktur“ ihre Konzeption für die künftige museale Nutzung des Bahnhofs vorgestellt. Obwohl das Konzept an sich unisono begrüßt wurde, entschied der Ausschuss, dass erst weitere Gespräche stattfinden sollten, um offene Fragen – vor allem auch im Bezug auf die Vereinbarkeit mit dem Alten Amtshaus – zu klären. Gespräche und ein Workshop mit den örtlichen Vereinen, Einrichtungen, Politikern und maßgeblichen Kulturschaffenden folgten. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Bürgermeister Hundt zu diesen Gesprächsrunden: Von allen Seiten wurde der Konzeptansatz als „guter Weg“ gewertet. Auf dieser Grundlage sollte der Rat am Mittwochabend der Vorlage – sprich der Konzeption – zustimmen.

Für die SPD reichte das allerdings nicht aus. Fraktionschef Heinz Vollmer beantragte die Absetzung des Punktes von der Tagesordnung. „Die notwendigen Baumaßnahmen am Museum (Altes Amtshaus, d. Red.) haben absolute Priorität. Angesichts der zu erwartenden hohen Kosten sollten auch die finanziellen Möglichkeiten für den musealen Bereich hier gebündelt werden“, so die Meinung der SPD. Sie sehe außerdem weiter viele unbeantwortete Fragen in der Bevölkerung. Und auch weil das Protokoll mit konkreten Ergebnissen des Workshops noch nicht vorliege, könne man heute keinen Beschluss fassen, begründete Vollmer seinen Antrag. Doch die Ratsmehrheit lehnte den SPD-Antrag schließlich ab.

Der Weg war also frei für eine rege Diskussion. Hans-Gerd Mummel (CDU) appellierte: „Lasst uns das heute auf den Weg bringen, sonst kommt irgendwann die Abrissbirne.“

„Sonst kommt die Abrissbirne“

Die Beschlussvorlage sei außerdem nicht konträr zu den Plänen mit dem Amtshaus. Im Gegenteil: Bahnhof und Amtshaus sollten künftig in Einklang gebracht werden und gegenseitig voneinander profitieren. Der Siciliaschacht könne daraus möglicherweise sogar ein Trio werden lassen. Vollmer (SPD) entgegnete: Wir im Rat haben die Aufgabe, die Finanzen im Blick zu halten. „Der Bahnhof ist ein krankes Kind, die Genesung lässt noch lange auf sich warten und wenn, wird es richtig teuer.“ 

Fraktionskollege Oliver Seidenstücker ergänzte: „Viele Grevenbrücker sehen sich in der Vorlage nicht wieder.“ Und weil das Protokoll noch nicht vorliege, schlug er zumindest eine Umformulierung des Beschlusses vor. Doch alles Argumentieren half der SPD am Ende nicht. Mit einem Ergebnis von 20 zu 15 Stimmen beschloss der Rat, die Konzeption für den Kulturbahnhof auf den Weg zu bringen.

Weitere Pläne

  • Innenarchitektonisch wird das Konzept so angelegt, dass die Räume im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss auch zukünftig für museale und künstlerische Sonderausstellungen oder Workshops flexibel genutzt werden können. 
  • Thematisch werden zukünftig zwischen den Ausstellungsinhalten des Museums der Stadt Lennestadt und dem KulturBahnhof gegenseitige Verknüpfungen erfolgen.
  • Die Arbeitsgruppe aus dem Workshop wird wieder eingeladen, wenn das Dauerausstellungskonzept für das Museum der Stadt Lennestadt erarbeitet worden ist. 
  • Konzept angenommen 
  • Rat beschließt Dauerausstellung im Bahnhof

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