Christel Gaiser-Schopp, Nicole Rabenstein und Meinolf Weber sagen "Tschüss"

Drei „Urgesteine“ verlassen das GymSL in Altenhundem

Meinolf Weber, Christel Gaiser-Schopp und Nicole Rabenstein verabschiedeten sich vom städtischen Gymnasium in Altenhundem

Altenhundem - Vor den Sommerferien verabschiedete das Kollegium des Gymnasiums der Stadt Lennestadt drei langjährige Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand. Das letzte Schuljahr ihrer beruflichen Laufbahn hatten sich Christel Gaiser-Schopp, Nicole Rabenstein und Meinolf Weber bestimmt anders vorgestellt.

Seit Mitte März lernten sie noch eine vollkommen neue Art des Schullebens kennen und konnten sich leider nicht, wie sonst üblich, von allen Schülern sowie Kollegen im großen Rahmen verabschieden.  Nichtsdestotrotz konnte am letzten Schultag des Schuljahres 2019/20, nachdem die letzten Schüler ihre Zeugnisse erhalten hatten, eine einzigartige Abschiedsfeier für sie stattfinden. Zur Einhaltung der Abstandsregeln fand diese nur im Rahmen des Kollegiums im Forum der Schule statt. Sorgfältig ausgewählte und liebevolle Worte, musikalische Darbietungen sowie eine künstlerische Darstellung machten den Vormittag zu etwas ganz Besonderem.

Christel Gaiser-Schopp

Christel Gaiser-Schopp unterrichtete, nachdem sie ihr Referendariat und einige erste berufstätige Jahre in Hessen absolviert hatte, seit dem Jahr 2005 die Fächer Englisch und Französisch am GymSL. Ihre Verbundenheit mit diesen beiden Sprachen spiegelte sich stets in ihrer Arbeit wider: Neben ihrem Engagement am Tag der Offenen Tür, organisierte sie jahrelang federführend den Frankreichaustausch mit dem Collège Claude Monet nahe Dieppe. Der krönende Abschluss ihrer Tätigkeit sollte in diesem Jahr das 40-jährige Jubiläum des Austauschs bilden, das leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht gemeinsam begangen werden konnte. Die angehende Pensionärin versprach jedoch, in jedem Fall als Gast vorbeizuschauen, wenn die Feier nachgeholt werde. Darüber hinaus nutzte Christel Gaiser-Schopp jahrelang ihre herzliche und jungen Leuten zugewandte Art, um sich als Ausbildungskoordinatorin am GymSL zu engagieren. Schulleiterin Brigitta Pieters zufolge, habe man ihr daher viele gut ausgebildete Lehrer zu verdanken, wofür ihr Dank gebühre.  

Meinolf Weber

Meinolf Weber war seit dem Jahr 2000 Lehrer für die Fächer Englisch und Sport am GymSL. Seitdem führte der Siegerländer regelmäßig als Stufenleiter Schüler gut vorbreitend zum Abitur. Selbst am Tage seiner Verabschiedung sollte er ein letztes Mal dabei sein, als die diesjährigen Abiturienten ihr Zeugnisse erhielten. Das Kollegium betonte, dass sich Meinolf Weber immer wieder für seine Fachschaften eingesetzt habe, beispielsweise bei der Organisation eines Sponsorenlaufs. Darüber hinaus habe er jahrelang menschlich und alltagsnah die Praktikanten am GymSL betreut. In Erinnerung bleiben werde laut den Rednerinnen und Rednern vor allem sein besonderer Humor, welcher gar mit einem Zeugnis von seinen Sportkollegen ausgezeichnet wurde. Hubertus Schultze, stellvertretender Schulleiter, hob den Erfahrungsschatz Webers, den er sich vor seiner Zeit als Lehrer erworben habe, lobend hervor und betonte, dass er somit wiederholt Impulse habe geben können, wenn es darum ging, das Schulleben zum Besseren zu verändern. Die anwesenden Kollegen dürften sich zudem ganz besonders daran erinnern, dass Weber in seiner persönlichen Abschiedsrede das Wort an jede Einzelnen von ihnen richtete und gemeinsame Erinnerungen Revue passieren ließ.

Nicole Rabenstein

Als Letztes wurde Nicole Rabenstein verabschiedet, die seit 1984 am GymSL die Fächer Erdkunde und Kunst unterrichtete. Mit ihrer offenen und kreativen Art, konnte sie sich im Bereich Kunst selbstverwirklichen und auch in der Fachschaft Erdkunde fachlich behaupten, in der sie lange Zeit die einzige weibliche Kollegin gewesen ist. Laut Schulleiterin Birgitta Pieters sei sie vor allem der Grund dafür, dass sich die Schule nach außen verstärkt präsentieren könne. Nicole Rabenstein unterstand jahrelang der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit am GymSL, dessen Profil sie systematisch über Jahre hinweg ausgebaut und durch ihren Einfallsreichtum ihren persönlichen Stempel aufdrückt habe. Beispielsweise habe sie federführend zur Entwicklung des Namens „GymSL“ beigetragen, das entsprechende Logo entworfen und bei der Gestaltung des Kunsttempels, der seit 1987 durch die Schule genutzt wird, viele Ideen eingebracht. Auch die anderen Gebäudeteile der Schule seien durch ihre außergewöhnlichen Projekte immer wieder in besonderer Weise gestaltet worden. Damit habe sie wiederholt die Kreativität ganzer Schülergenerationen gefördert und gezeigt, dass Kunstunterricht mehr sei als „Wasserfarbengeplatsche“, wie es einer ihrer Kollegen liebevoll ausdrückte. Noch vor kurzem habe sie unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie, ein letztes Kunstprojekt mit Schülern ins Leben gerufen, das sich künstlerisch vermittelt mit der Bedrohung durch den Klimawandel auseinandersetzt. Birgitta Pieters würdigte ausdrücklich die vielen Verdienste Nicole Rabensteins und wünschte allen angehenden Pensionären für die Zukunft alles Gute.

Alle drei verabschiedeten sich mit lieben Worten von ihren Kollegen und hielten im Laufe der Veranstaltung künstlerisch auf drei Papierrollen fest, dass sie zwar das GymSL lieben, es aber Zeit sei, es zu verlassen: Aus „We love GymSL“ wurde „and now we leave GymSL“.

Musikalisch abgerundet wurde die Veranstaltung von Kollegen, die sich im Vorfeld für alle drei ein spezielles Lied überlegt hatten und dies zu Beginn der jeweiligen Verabschiedung zum Besten gaben.

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