Blutspende-Orga-Team braucht Unterstützung

Damit es auch weiter gut läuft beim DRK Lennestadt

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Carmen und Alexander Schulte vom Blutspende-Orga-Team des DRK Lennestadt würden sich sehr über Unterstützung freuen. 

Meggen. Wenn sich die Türen des Pfarrheims Meggen zur Blutspende öffnen, dann war das Ehepaar Schulte schon seit gut und gern zwei Stunden im Einsatz. Und wenn die letzten Blutspender heimgegangen sind, ist für die zwei noch lange nicht Feierabend. Sie machen ihren ehrenamtlichen Job seit Jahrzehnten und gern. Doch jetzt wird es Zeit für Unterstützung. Sie sagen klar: „Es brennt.“

Während unten die roten Spenderliegen aufgebaut und die Tische gedeckt werden, geben die Verantwortlichen oben eine kleine Pressekonferenz, denn das DRK Lennestadt braucht, im übertragenen Sinne, „frisches Blut“. Die 42-jährige Carmen Schulte und ihr Ehemann Alexander (47) sind seit 30 bzw. 33 Jahren Mitglieder des DRK-Ortsvereins und somit Teil eines Teams von derzeit 20 in vielfältigen Aufgaben engagierten Aktiven: in Sanitätsdiensten, der Erste-Hilfe-Ausbildung, in der Einsatz-Einheit Kreis Olpe, beim Krankentransport, als Helfer vor Ort etc. 

Dass es im Jahr 2008 noch acht mehr waren zeigt, dass auch das Lennestädter DRK, wie so viele Vereine und Gemeinschaften, mit Mitgliederschwund zu kämpfen hat. „Im Augenblick nicht gerade steigende Zahlen“, umschreibt Rotkreuzleiter Winfried Erlebach die Situation. 

Die jährlich 32 Blutspendetermine in acht Ortschaften – und Lennestadt zählt diesbezüglichsten zu den emsigsten der Ortsvereine – bedürfen einiger Vorbereitung: Die Kisten mit Kaffee, Milch, Zucker, Brotmessern, Brettchen etc. in den kleinen DRK-Bus zu schaffen und vor Ort auszuladen ist nur der Anfang. 

Bei den Terminen selbst betreut und begleitet das Ehepaar die Erstspender, ist generell Ansprechpartner bei Fragen und zudem dafür zuständig, Jubiläumsspender zu ermitteln und ggf. – im Fall einer zehnten oder 20. Spende – direkt vor Ort die Urkunde zu überreichen. „Wir sind die gesamte Blutspende über im Einsatz“, erzählt Carmen Schulte. Nach dem Termin wird alles wieder zusammengepackt und verladen – da kann es passieren, dass die Eheleute nicht vor 22 Uhr wieder zu Hause sind. „Wir dürfen erst gehen, wenn der letzte Spender gegangen ist“, sagt Carmen Schulte. Beide sind berufstätig und Eltern zweier Kinder, das jüngste ist 12. Alexander Schulte arbeitet im Schichtbetrieb, seine Frau ist Montagearbeiterin. 

Sie kam seinerzeit durch eine Freundin zum Jugendrotkreuz und blieb, er sagt: „Ich habe einfach Spaß am Helfen“. Und viel höher ist die Hürde für diejenigen, die das Ehepaar gerne bei den Blutspendeterminen unterstützen möchten, auch nicht. „Spaß am Umgang mit Menschen ist der Kernpunkt“, unterstreicht Karin Erlebach, die beim OV Lennestadt die Öffentlichkeitsarbeit leitet. Medizinische Kenntnisse sind nicht erforderlich, diesen Part übernimmt das DRK-Blutspendeteam aus Hagen. Eine Erste-Hilfe-Grundausbildung ist Standard für alle, die beim DRK mitwirken. Und sonst? Ein wenig handwerkliche Begabung schadet nicht, Kreativität ebenso wenig. 

Generell aber seien die Anforderungen an Ehrenamtliche sehr hoch, so Winfried Erlebach. „Es wird eine Menge abverlangt, ohne dass sich jemand Gedanken macht ob das noch stemmbar ist“, kritisiert der Rotkreuzleiter. „Über vier sind wir beim Blutspende-Orga-Team nie hinausgekommen“, erklärt Erlebach. „Bei zweien müssen die Alarmglocken schrillen.“ 

Dass von den übrigen Aktiven zwar durchaus mal jemand einspringt im Orga-Team, es aber an festen Helfern mangelt, liegt an der Altersstruktur: Von den 20 Personen seien viele noch Schüler oder in der Ausbildung, berichtet Karin Erlebach, auch sei ein Führerschein für den Einsatz auf den Terminen unabdingbar: „Es ist eine komplizierte Geschichte. Die mittlere Altersklasse fehlt“, Frührentner beispielsweise oder Hausfrauen, die sich gut eine ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen können. „Viele wissen gar nicht, dass der Bedarf da ist“, vermutet Hinrich Riemann von der Sozialstelle Ehrenamt des DRK. Auch er macht auf das „große Problem“ der Überalterung aufmerksam. 

Wünschenswert aus seiner Sicht ist ein Helferpool: „Es geht um Planungssicherheit.“ Doch die betrifft nicht nur das Orga-Team. Generell brauche man ehrenamtliche Kräfte in jeglicher Form. Zwar denkt das Ehepaar Schulte nicht ans Aufhören, es würde sich aber über Unterstützung freuen, auch, um flexibler agieren zu können. „Heute hatte ich Glück, dass ich frei hatte“, meint Carmen Schulte. Sie hat üblicherweise um 11.30 Uhr Feierabend, macht sich dann oft schnell auf den Weg zu den Terminen – „da bleibt vieles zu Hause liegen“. 

Doch Schultes beklagen sich nicht, im Gegenteil: „Man baut sich ein bisschen was auf“, lächelt Alexander, der zusichert, neue „Kollegen“ selbstverständlich anzulernen. Alexander Schulte, der zusammen mit seiner Frau nicht nur Herzblut, sondern auch viel Liebe zum Detail in sein Ehrenamt steckt – die Haribo-Dose ist unverzichtbar, Schokonikoläuse zur Weihnachtszeit desgleichen – sagt: „Ein freundliches Lächeln ist für mich das schönste Dankeschön.“ 


Nähere Informationen erteilt Carmen Schulte, 0175 - 1425559. 

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