Museum stellt Inhalationsgerät von 1910 vor

Eine altbewährte Therapie

Schon früher linderten die Menschen Erkältungsbeschwerden durch Inhalieren.

Im November erreichen die Erkältungskrankheiten einen ersten Höhepunkt.

Das Museum der Stadt Lennestadt präsentiert nun ein antikes Inhalationsgerät als „Exponat des Monats November“, das vor rund 100 Jahren schon zur Bekämpfung der Erkältungskrankheiten eingesetzt wurde.

Experten bezeichnen die Erkältung auch als grippalen Infekt beziehungsweise als Infektion der oberen Atemwege. Hier kann Inhalieren die Beschwerden lindern. Die Inhalationstherapie wird schon seit Tausenden von Jahren bei der Behandlung von Husten angewandt. In Indien wurden Blätter einer bestimmten Pflanze geraucht, um den Husten zu mildern. Bei uns rauchten früher Bergarbeiter Zigaretten, die mit Blüten und Blättern des Stechapfels gefüllt waren, um die oft berufsbedingten Atemwegserkrankungen zu mildern.

Vom 19. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Vernebler, die üblicherweise zur Inhalation von aerosolisierten Medikamenten genutzt wurden. 1955 entwickelte man den ersten mit Treibgas betriebene Dosier-Inhalator. In den 1960er-Jahren wurden Ultraschallvernebler, die hochfrequente akustische Energie nutzten, eingeführt. 1971 erfolgte die Zulassung des ersten mit Trockenpulver arbeitenden Inhalators.

Das vom Museum der Stadt Lennestadt vorgestellte Inhalationsgerät, hergestellt um 1910, ist ein Vernebler nach Just Lucas-Championniere (1843-1913). Das auf ihn zurückzuführende Gerät liegt dem Museum mit sämtlichem Zubehör in der Originalverpackung vor. Auf der Originalverpackung ist die Gebrauchsanweisung aufgedruckt. Hier ein Auszug: „Um den Apparat benutzen zu können, füllt man den Dampfkessel bis zur Hälfte mit Wasser und bringt dieses durch die unter dem Kessel befindliche Spiritusflamme zum Kochen. Die zum Inhalieren verordnete medikamentöse Flüssigkeit füllt man in den Glasbehälter. Der sich in dem Kessel befindliche Dampf entweicht durch die Spitze der Metall- bzw. Glasröhre und saugt die in dem Gläschen befindliche Flüssigkeit auf, welche sich mit dem Dampfstrahl vermischt...... Die beigefügte konische Glasröhre hält den Dampf zusammen und ermöglicht hierdurch eine Einatmung ohne dass Gesicht usw. befeuchtet werden“.

Zu sehen ist dieser über 100 Jahre alte Inhalationsapparat im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, 3. November, von 14 bis 17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. (Von Walter Stupperich)

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