Eine "OASE" für die Seele

Engagiert für die 'OASE': (oben, v. l.): Roswitha Felgner, Ehrenamt, Birgit Voucko, Hauptamt, Anette Wulf, Ehrenamt, Elly Gottwald, Ehrenamt (unten, v.l.): Carmen Baberg, Hauptamt, Ursula Eikelmeier, Ehrenamt. Es fehlen: Anni Sandholz, Gerhard Schneider, Gabi Delboi.

Angebunden an die Caritas Station für Lennestadt und Kirchhundem begeht der OASE Gesprächskreis sein 25-jähriges Jubiläum. So lange schon bietet die Selbsthilfegruppe Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer seelischen Belastung Austausch, Beratung und Kontakt in einer geschützten Atmosphäre.

Das Besondere daran: Die jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr stattfindende Gruppe wird sowohl von hauptamtlichen als auch von ehrenamtlich geschulten Mitarbeitern begleitet. "Hier erfahren wir Solidarität, tauschen unsere Erfahrungen aus, planen zusammen Ausflüge. Auch in Krisenzeiten ist immer jemand da, der uns zuhört und uns begleitet. Der erste Schritt hier hin war auch für mich schwer, aber ich habe die Möglichkeit eines Vorgesprächs genutzt. Hätte ich die OASE Gruppe nicht gehabt, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin", so eine langjährige OASE-Besucherin und mittlerweile selbst ehrenamtlich Tätige. Angefangen haben die Überlegungen zur Gründung eines Gesprächskreises für Menschen in seelischer Not durch die Caritaskonferenzen, die den direkten Kontakt zu den hilfesuchenden Bürgern hatten aber auch durch die Caritas Suchtberatungsstelle in Olpe. "Müssen wir denn erst Drogen nehmen, dass wir ein beratendes Gespräch kriegen können?", an diese Aussage von seelisch belasteten Menschen erinnert sich Rosemarie Kühlem, damalige Leiterin der Suchtberatung, noch sehr gut. Sie hat sich zusammen mit Pastor Feldhagen und Frau Gabriel, Vorsitzende in der Vertreterversammlung im Caritasverband, für das Hilfeangebot eingesetzt, so dass die ersten Anfänge der OASE Gruppe im St.-Josefs-Hospital Altenhundem stattfinden konnten. Eine Fachkraft aus der Suchtberatung wurde freigestellt, um die OASE zu begleiten. Gleichzeitig fand ein Aufruf in der Presse statt, so dass im Jahr 1986 Ehrenamtliche geschult wurden.

Seit dieser Zeit begleiten bis heute Elly Gottwald und Roswitha Felgner neben drei weiteren Ehrenamtlichen die Besucher des OASE Gesprächskreises.

Ursprung der psychiatrischen Hilfen

Der OASE Gesprächskreis ist der Ursprung aller psychiatrischen Hilfen des Caritasverbandes für den Kreis Olpe e.V. Durch die Erfahrungen in der Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen bekam die Caritas Station einen Zuschuss für die ambulante psychiatrische Pflege. Durch die gesammelten Ergebnisse zu den Fragestellungen "Was haben psychisch kranke Menschen für Bedürfnisse? Was brauchen sie über die Gruppe hinaus?" haben die Ehrenamtlichen vieles politisch umsetzen können, so dass zunächst der Bereich Psychiatrie und Arbeit mit der Eröffnung der Werthmann Werkstatt Abteilung Olpe umgesetzt wurde. Anschließend bekamen psychisch erkrankte Menschen die Möglichkeit durch das ambulant betreute Wohnen in den eigenen vier Wänden in ihrem Alltag und ihrem Lebensumfeld begleitet zu werden.

25 Jahre OASE Gesprächskreis bedeutet also auch 25 Jahre Psychiatriegeschichte. Heute gibt es neben dem OASE Gesprächskreis vielfältige Angebote im Bereich Freizeit, die durch Psychiatrie-Erfahrene ehrenamtlich geleitet werden. Zudem ist die Malgruppe in der Caritas Station zu nennen, die bereits durch ihren künstlerisch-gestalterischen Schwerpunkt mehrere Ausstellungen nachweisen kann.

Gefeiert wird zum Start dieses Jubiläums am Mittwoch, 9. September mit allen Ehemaligen, Aktiven und Freunden. Begonnen wird um 15. 30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Krankenhauskapelle Altenhundem. Anschließend gibt es einen Empfang in den Räumen der Caritas Station, Uferstraße 2.

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