Mitarbeiter will dreifachen Betrag haben

Schlüsseldienst will 90-Jährige abzocken - die reagiert genau richtig

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In Elspe wurde eine 90-Jährige am Samstag fast von einem Schlüsseldienst abgezockt. (Symbolfoto)

Eine 90-jährige Frau wurde am Samstag in Elspe beinahe von einem unseriösen Schlüsseldienst abgezockt. Die Seniorin reagierte allerdings genau richtig.

Elspe - Das möchte wohl niemand erleben: Man kommt nach Hause und die Tür lässt sich nicht öffnen. Genau das ist am Samstag aber einer 90-jährigen Frau aus Elspe passiert. 

Ihre Tochter, in deren Begleitung die Seniorin war, suchte daraufhin im Internet nach einem Schlüsseldienst und rief die Handynummer eines Anbieters an. "Aufgrund des Namens nahmen sie an, dass dieser aus Altenhundem kam. Allerdings bemerkten sie, dass sie zu einem Schlüsseldienst in Hagen weitergeleitet wurden", berichtet die Polizei. 

Elspe: Großer Schock durch Rechnung

Am Telefon habe ein Mitarbeiter berichtet, dass er in rund eineinhalb Stunden vor Ort wäre und sich die Kosten auf rund 200 bis 300 Euro belaufen würden. In Elspe angekommen tauschte der Mitarbeiter des Schlüsseldienstes tatsächlich den Schließzylinder der Tür - laut Polizei "gegen einen offensichtlich" bereits Genutzten. 

Der große Schock folgte, als der Mann den beiden Frauen dann die Rechnung präsentierte: Plötzlich wollte er für seine Arbeit satte 638,48 Euro haben - also das Doppelte bis Dreifache der vorher angegebenen Summe. 

Elspe: Tochter wird skeptisch und ruft die Polizei

Die Tochter der 90-Jährigen wollte nach Angaben der Polizei zunächst auch das Geld von der Bank zu holen. Doch als der Schlüsseldienst-Mitarbeiter ihr folgen wollte, um den Rechnungsbetrag direkt zu kassieren, wurde sie skeptisch und rief die Polizei. 

Auf Anraten der Polizei bezahlte die Frau die Rechnung nicht, die Beamten stellten sie stattdessen sicher. "Der Beschuldigte ist bereits wegen Wucher bekannt. Er gab an, eine korrekte Rechnung ausgestellt zu haben", teilt die Polizei mit. Die weiteren Ermittlungen dauern an. 

Elspe: Diese Tipps geben Polizei und Verbraucherzentrale

In diesem Fall reagierten die Betroffenen genau richtig, meint die Polizei: Ihnen kam die Situation komisch vor und sie riefen die 110. Damit Verbraucher unseriöse Handwerker-Notdienste erkennen können, hat die Polizei in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW folgende Verhaltenstipps erarbeitet:

  • Vergleichen Sie die Preise. 
  • Vereinbaren Sie einen Festpreis. 
  • Schildern Sie dem Schlüsseldienst genau, was passiert ist. 
  • Definieren Sie, was genau gemacht werden soll. 
  • Achten Sie auf Zuschläge. 
  • Zahlen Sie nur, was Sie vereinbart haben. 
  • Lassen Sie sich nicht nötigen

Weitere Tipps zum Umgang mit Handwerker-Notdiensten erhalten Interessierte auf der Internetseite der Polizei oder auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW.

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