Elsper machen mobil

Die Elsper wehren sich vehement gegen den geplanten o2-Mobilfunkmasten - das wurde bei der Bürgerversammlung am vergangenen Dienstagabend im Elsper Pfarrheim mehr als deutlich.

Fast 90 Elsper hatten sich eingefunden, nach der Versammlung wurden fast 500 Unterschriften an Bürgermeister Heimes übergeben.

Die Stadt stellte gleich klar, dass ihnen in dieser Angelegenheit weitestgehend die Hände gebunden seien, weil sie nur baurechtlich tätig werden könnten und eine Genehmigung nicht verweigern dürften.

Bis zehn Meter sind solche Masten sogar völlig genehmigungsfrei. Der Hintergrund solch weitreichender "Narrenfreiheit" der Mobilfunkanbieter liegt auf der Hand. Im Jahr 2000 wurden die UMTS-Lizenzen für sage und schreibe 50,8 Milliarden Euro versteigert, alleine 02 (damals Viag Intercom) zahlte 16,5 Milliarden Mark. Dieser Beitrag sorgte damals für eine nicht unerhebliche Schuldentilgung.

Zurück zu Elspe: der angedachte Masten auf dem Gelände der Familie Börger, die nicht anwesend waren, genauso wenig, wie Vertreter von o2 oder der Bundesnetzagentur, soll 15 Meter hoch werden mit einer Option auf weiteren sechseinhalb Metern.

Eine Diskussion wie in Attendorn, so die Stadt, erübrige sich, weil in Elspe der Außenbereich betroffen sei.

Allerdings sei der Mast noch nicht genehmigt.

Man habe von o2 Alternativen wissen wollen, die Aussage vom Betreiber "es gibt keine Alternative" reiche der Stadt nicht.

Das dies auch anders geht, hat das Beispiel Attendorn gezeigt: hier hieß es noch 2005 von Seiten des Mobilfunkbetreibers wörtlich: "Die von Ihnen vorgeschlagene Lösung (eine Versorgung vom Rappelsberg und von der Stadthalle aus) scheidet aus den schon genannten Gründen (zu große Entfernung) aus". Doch mit Eingangsstempel 8. Juni 2007 lautete es plötzlich: "Um eine Erstversorgung in Attendorn herzustellen, werden wir in absehbarer Zeit Stationen auf dem Rappelsberg und auf dem vorhandenen Mast in Erlen in Betrieb nehmen".

"Wir sind gezwungen, zu genehmigen, ob es uns passt oder nicht", so Bürgermeister Heimes.

Nach einer emotional geführten Diskussion wünschte sich ein Sprecher der IG ein vom Netzbetreiber unabhängiges Fachbüro, das selber nach Alternativstandorten suchen sollte.

Als nächstes soll nun mit o2, der Stadt und einer Handvoll Elsper Bürger sich an einen Tisch gesetzt werden, um zu diskutieren. Solange werde die Genehmigung noch nicht erteilt, so das Stadtoberhaupt abschließend.

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