Wochen zwischen Hoffen und Bangen gepaart mit Wut und Ärger

Ex-Mitarbeiter der Hohen Bracht hängen seit der Pächter-Insolvenz in der Luft

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Kreis Olpe –Seit rund fünf Wochen ist die Gastronomie in der Hohen Bracht geschlossen. Seither bewegen sich einige ehemalige Mitarbeiter zwischen Hoffen und Bangen, gepaart mit Wut und Ärger. Wichtige Versicherungs- und Rentenangelegenheiten sind bis heute nicht geklärt.

Die ehemaligen Kollegen des Pächters erheben schwere Vorwürfe gegen ihren damaligen Arbeitgeber: Monatelang sei kein Lohn geflossen und einige seien nicht als beschäftigt gemeldet gewesen – nicht einmal die in der Gastronomie übliche „Sofortmeldung“ habe es gegeben. Eine mehrfache Mutter gibt sogar an, deshalb einen ganzen Monat lang nicht krankenversichert gewesen zu sein. Außerdem würden sie bis heute – trotz mehrfacher schriftlicher Bitten und Aufforderungen – auf Kündigungsschreiben und Lohnabrechnungen warten. Diese hätten sie inzwischen sogar beim Arbeitsgericht eingeklagt, um ihre Angelegenheiten endlich regeln zu können.

Im Gespräch mit unserer Zeitung, bei dem die ehemaligen Hohe-Bracht-Mitarbeiter den Schriftverkehr mit ihrem Ex-Chef, Gericht, Kranken- und Rentenversicherungen vorlegten, machen sie sich Luft: „Wir warten jetzt schon Wochen auf unsere Papiere und kommen einfach nicht an sie dran.“ In Richtung ihres ehemaligen Chefs ergänzen sie: „Und sich dann noch hinzustellen und zu behaupten, dass stimme alles gar nicht, das ist die Oberdreistigkeit.“ Zur Erinnerung: In einem selbst einberufenen Pressegespräch hatte der ehemalige Pächter vor rund drei Wochen gesagt, dass alle Gehälter bezahlt worden und dass alle Mitarbeiter gemeldet gewesen seien. Er selbst sei vielmehr Opfer einer „Rufmord“-Kampagne. Laut Aussage der ehemaligen Mitarbeiter gebe es zehn Anträge auf Insolvenzgeld. Neben der persönlichen Enttäuschung sind sie von der Unwissenheit genervt, wie es nun weitergehe und ob sie an ihr Geld kommen.

In einem Telefonat unserer Zeitung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter van Bühren in Köln sagte dieser: „Der Insolvenzgeldzeitraum von maximal drei Monaten war bei einzelnen Mitarbeitern ausgeschöpft.“ Heißt übersetzt: Mit Bekanntwerden der Insolvenz war zum damaligen Zeitpunkt nicht eindeutig klar, dass alle Mitarbeiter in den vorausgegangenen drei Monaten ihren Lohn bekommen haben. Da die Bundesagentur für Arbeit rückständige Lohn- oder Gehaltsforderungen aber nur für die letzten drei Monate vor Eröffnung der Insolvenz zahlt, wären die Betroffenen bei einer Weiterbeschäftigung beziehungsweise Aufrechterhaltung des Betriebs möglicherweise am Ende leer ausgegangen. „Das konnte ich nicht verantworten“, so van Bühren und daher habe er sich Ende Juli dazu entschlossen, den Betrieb der Hohen Bracht nicht weiter aufrecht zu erhalten. Und das entgegen seiner damaligen ersten Stellungnahme, in der er noch die Fortführung des Geschäftsbetriebs angekündigt hatte. Mit dem Potential der Hohen Bracht hätte er schon versucht, die Möglichkeiten (z.B. Sanierung oder Verkauf) auszuschöpfen. Doch das sei mit Rücksicht auf die Arbeitnehmer nicht möglich gewesen. Weiter sagte van Bühren: „Ich werde versuchen weiter Licht ins Dunkel zu bringen.“ Alle Papiere habe er aber noch nicht sichten können.

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