Exponat des Monats

Diese Papier-Krippe ist das Exponat des Monats Dezember. Foto: Jürgen Kalitzki

Zu dem bevorstehenden Fest präsentiert das Museum der Stadt Lennestadt ein entsprechendes "Exponat des Monats". Es handelt sich hierbei um eine historische Papierkrippe.

Die Papierkrippe wurde vom traditionsreichen Schreiber-Verlag in Esslingen um 1892 hergestellt. Sie ist eine Leihgabe von Frau Rita Breuer aus Wenden-Vahlberg.

Papierkrippen gab es seinerzeit in mehreren unterschiedlichen Erscheinungsformen: Zum einen die Krippenart, die vom Museum jetzt vorgestellt wird. Bei dieser Art von Krippen schnitt man aus einem Bastelbogen die Figuren aus und klebte sie dann auf Holzbrettchen oder Pappe. Anschließend wurden die aufgeklebten Figuren aus der Pappe ausgeschnitten oder, die auf Holz geklebt waren, mit der Laubsäge ausgesägt. Rückseitig konnten die Teile noch mit Aufstellern aus Holz stabilisiert werden.

Die Figuren ließen sich dann beliebig aufstellen. Aber nicht nur die einzelnen Figuren, sondern auch die Krippe und der Stall waren aus Papier, das entsprechend aufgeklebt und dann ausgeschnitten oder ausgesägt wurde.

Neben dieser Krippenart mit den frei beweglichen Figuren gab es auch die aus Papier und Pappe gefertigten aufklappbaren Faltkrippen. Sie wurden so raffiniert gefaltet und geklebt, dass sich beim Aufklappen eine dreidimensionale Szene wie durch Zauberei vor dem Betrachter aufstellte.

Beliebt waren die Kulissenkrippen

Äußerst beliebt waren seinerzeit auch die sogenannten Kulissenkrippen. Diese größeren und aufwendigeren Papierkrippen, die meistens bereits fertig montiert in den Handel kamen, waren wahre Meisterstücke der Luxuspapierfabrikation. Rita Breuer hat in mehr als 30 Jahren akribischen Sammelns eine stattliche Sammlung rund um die Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes zusammengetragen. Kernstück der Sammlung ist der "Historische Christbaumschmuck". Neben der Ausstellung "Historische Papierkrippen", aus der auch die vorgestellte Krippe stammt, gibt es noch die Präsentation zur "Kulturgeschichte der Gabenteller" und die weit bekannte Ausstellung "Weihnachten in der politischen Propaganda" (Letztere ist in diesem Jahr zu Gast in der Wandelhalle von Bad Wildungen). Seit 1997 wurden bereits 21 Ausstellungen deutschlandweit gezeigt.

Zu sehen ist diese 120 Jahre alte Papierkrippe im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, 4. Dezember, von 14 bis 17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 von 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare