Exponat des Monats April

Der Experimentierkasten beinhaltet auch eine optische Bank. Foto: Jürgen Kalitzki

Einen Experimentierkasten "Optik" wählte das Museum der Stadt Lennestadt zum "Exponat des Monats April". Es handelt sich dabei um einen Lehrmittelkasten mit komplettem, umfangreichem Inhalt.

Er wurde in den 1950er-Jahren hergestellt von der Lehrmittelanstalt Richard Herold, Bad Godesberg. Dieser Lehrmittelkasten ist ein Geschenk der damaligen Grundschule in Maumke.

Der Experimentierkasten beinhaltet eine "Optische Bank". Eine optische Bank ist eine Einrichtung, die dazu dient, die Elemente eines linearen optischen Systems zu halten. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Schiene, auf der mit Halterungen Spiegel, optische Linsen, Prismen, Lichtquelle und Bildschirm an beliebigen Stellen montiert werden können.

Augenoptikermeister Peter Wagner vom Brillen- und Uhrenfachgeschäft Soemer-Wagner in Grevenbrück sagt zur vorgestellten optischen Bank: "Je nach Anordnung können physikalische Gesetze der Lichtbrechung und Ablenkung des Lichtes durch Linsen, Prismen oder Spiegel erklärt und nachgewiesen werden. Der Aufbau der optischen Bank beginnt in der Regel mit einer punktförmigen Lichtquelle. Es folgt ein Objekt, dieses kann ein Dia oder eine Pappform sein. Nun wird eine optische Linse mit einer bestimmten Brennweite auf die Bank gestellt. Die Linse erzeugt ein Bild des Objektes, das mit Hilfe eines kleinen Bildschirms sichtbar gemacht wird. Durch Verschieben der einzelnen Elemente können nun optisch-physikalische Gesetze des Strahlenganges durch eine Linse vorgeführt und erklärt werden."

Ein Mittel für den Unterricht

Die vorliegende Ausführung diente der Anschauung im schulischen Physikunterricht. In der optischen Industrie und in Forschungslaboren werden optische Bänke auch heute in entsprechend aufwändigeren Ausführungen benutzt. "Wer selbst einmal mit einer optischen Bank experimentieren möchte", rät Peter Wagner, "dem sei an dieser Stelle folgende Internetseite empfohlen: http://www.leifiphysik.de/web_ph09/simulationen/12optischbank/optikbank/optikbank.htm."

Die vorgestellte optische Bank ist ein Unterrichtsmittel aus den ersten Nachkriegsjahren. Die Bank mit einer Länge von 90 Zentimetern besteht aus einfachem Holz, auf der oben die Führungsschiene angebracht ist. Die dazugehörigen Prismen und Spiegel sind auf einem Holzfuß angebracht. Auf die Führungsschiene geschoben, haben sie alle noch einen relativ großen Bewegungsspielraum. Heutige Geräte gibt es in den verschiedensten Bauformen wie Dreiecksprofile, flache Rechteckprofile oder auch Schienensysteme und sie sind aus stabilem Metall hergestellt. Die Reiter mit den entsprechenden Linsen oder Prismen werden auf die Schienen geschoben und an entsprechenden Stellen justiert. Solch eine moderne optische Bank ist naturgemäß deutlich präziser in den Aussagen als die hier präsentierte Bank aus den 1950er-Jahren.

Zu sehen ist dieser Experimentierkasten aus den ersten Nachkriegsjahren im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, 1. April, von 14 bis 17 Uhr. Auch während der wöchentlichen Öffnungszeiten ist das Exponat zu besichtigen. Das Museum ist dienstags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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