Historisches Vergrößerungsgerät ist Exponat des Monats Oktober

Für Filmstreifen und Negative

Das Vergrößerungsgerät ist robust in der Ausführung.

Speziell für Fotofreunde und Fotointeressierte präsentiert das Museum der Stadt Lennestadt das „Exponat des Monats Oktober“. Es ist ein gut erhaltenes historisches Vergrößerungsgerät aus den 1950er-Jahren.

Dieses Gerät der Marke „Paxos“, Schenkung eines Lehrers an das Museum, hat sehr wahrscheinlich früher zu Unterrichtszwecken in einer Schule gestanden.

Ein Vergrößerungsgerät ist ein historisches Gerät in der Fotografie und war früher das wichtigste Gerät in einem Labor. Es ermöglichte durch optische Projektion, vergrößerte Papierbilder aus Negativen oder auch Diapositiven herzustellen. Im Prinzip besteht ein Vergrößerungsgerät aus einem Projektor, der senkrecht gestellt wird, und einer Grundplatte. Um Bilder in einer guten Qualität erzeugen zu können, muss die Einrichtung stabil und absolut parallel zur Bildauflage sein.

Bei dem hier gezeigten Gerät handelt es sich um einen klassischen Schwarzweiß-Vergrößerer der Marke „Paxos“. Das Gerät ist robust in der Ausführung und komplett in der Ausstattung. Ausgelegt ist es für eine Einhandbedienung in der Einstellung des gewünschten Maßstabes, bei der sich automatisch auch die Schärfe einstellt.

Im Hobby-Bereich verbreitet

In einer großen Glocke obenauf, die kippbar ist, befindet sich eine Opallampe, mit der das Negativ beleuchtet wird. Eingelegt werden können 35 Millimeter Filmstreifen und einzelne Negative. Das Negativ muss absolut plan liegen. Eingebaut ist in diesem Gerät ein Vergrößerungsobjektiv „Corygon“ der Firma Friedrich, München, mit einer Lichtstärke von 1:4,5 mm. Die Brennweite beträgt 75 mm. Unter dem Objektiv ist ein schwenkbarer Rotfilter, der benutzt wird, um bei Vergrößerungen den Ausschnitt kontrollieren zu können.

Auf dem 18x24 mm großen Belichtungsrahmen befinden sich verstellbare Maskenbänder. Damit können exakte Teilausschnitte bestimmt und vergrößert werden. Dieser Vergrößerungsrahmen trägt die Inschrift „AMATO Made in Germany“. Auf das im Vergrößerungsrahmen liegende lichtempfindliche Fotopapier wird nach Einschalten des Gerätes das beleuchtete Negativ projiziert. Das Negativ muss während der Projektion möglichst gleichmäßig und hell ausgeleuchtet werden. Die an einer Steckdose angeschlossene Lampe wird mit einem normalen Kippschalter betätigt. Die Belichtungszeit wird entweder durch Zählen oder anhand einer externen Uhr bestimmt. Aus dem latenten Bild im Fotopapier wird dann mit einer chemischen Entwicklung in der Regel ein Positiv hervorgerufen.

Mit der Einführung der digitalen Fotografie haben solche Geräte völlig an Bedeutung verloren und werden auch nicht mehr hergestellt. Jedoch kann man in vielen Haushalten diese Zeitzeugen noch finden, denn sie waren im Hobby-Bereich in vielfältigen Ausführungen weit verbreitet.

Zu sehen ist dieses historische Vergrößerungsgerät im Alten Amtshaus des Museums der Stadt Lennestadt in Grevenbrück am Sonntag, 4. Oktober, von 14 bis 17 Uhr.

An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. (Von Walter Stupperich)

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