Flexibel und nachhaltig

Stadt Lennestadt plant neue Flüchtlingsunterkunft

+
Paul-Werner Kleffmann, Stefan Crummenerl, Oliver Brill, Karsten Schürheck und Stefan Hundt (v.l.) bei der Präsentation der Pläne.

Lennestadt/Meggen. Die Stadt Lennestadt beschreitet neue Wege in Sachen Unterbringung von Flüchtlingen. In Zusammenarbeit mit der Firma Jochen Brill soll in der Karl-Knoche-Straße in Meggen eine Gewerbehalle entstehen, die zunächst als Flüchtlingsunterkunft ausgebaut wird, später in eine Industriehalle zurückgebaut werden kann.

Die Stadt setzt weiterhin auf die dezentrale Unterbringung, versucht, so viele Wohnungen wie möglich anzumieten. Von den derzeit 607 Asylbewerbern in Lennestadt sind 280 in Wohnungen untergebracht. Die Anmietung von Wohnungen habe weiterhin oberste Priorität, es reiche aber nicht, so Bürgermeister Stefan Hundt.

Bei herkömmlichen Wohncontainern stellt sich die Frage, was passiert damit, wenn sie nicht mehr benötigt werden? Die Folgenutzung müsse immer im Blick gehalten werden. Mit dem neuen Konzept wird zunächst Wohnraum für 84 Flüchtlinge geschaffen. Wird dieser nicht mehr benötigt, kann die Unterkunft in eine Industriehalle umgewandelt werden. Die Idee kam von Stefan Crummenerl, zuständig für Stadtplanung und Bauordnung. „Wir wollten keine Schuhkarton-Architektur.“

In der neu erschlossenen Karl-Knoche-Straße, im Anschluss an die neu gebaute Moschee, soll ein dreiteiliger Industriebau entstehen. Rechts und links eine zweigeschossige Gewerbehalle, in der Mitte verbunden durch einen Baukörper, in dem Sozialräume entstehen sollen.

Für die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft wird zunächst im rechten Teil ein Wohnbereich ausgebaut. Über zwei Etagen entstehen Schlafräume für 84 Personen. Der linke Teil soll zunächst als Lagerraum genutzt werden, bei Bedarf kann dieser auch zum Wohnbereich umgebaut werden. Im mittleren Bereich sollen zwei Küchenräume, sanitäre Anlagen und Waschküchen entstehen.

So soll die geplante Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Knoche-Straße aussehen.

Werden die Gebäude nicht mehr für die Flüchtlinge benötigt, können sie zurückgebaut werden – eine sinnvolle Folgenutzung ist möglich, „zum Beispiel als Gewerbehof für Start-up-Unternehmen“, so Crummenerl.

Oliver Brill, Geschäftsführer der Firma Jochen Brill, war an den Planungen beteiligt. Die Halle sei später sehr flexibel und variabel nutzbar, ein- oder zweigeschossig, in unterschiedlich großen Einheiten, auch ein 5-Tonnen-Kran könne eingebaut werden. Unterschiedliche Industrie- oder Büroeinheiten können angeboten werden, je nach Bedarf. Die zentrale Einheit mit den Sozial- und Sanitärräumen könne dann gemeinschaftlich von den späteren Mietern genutzt werden.

Zur Bauausführung sagte Paul-Werner Kleffmann, Abteilung Hochbau, die ersten Flüchtlinge könnten voraussichtlich – je nach Wetterlage – im Mai einziehen. Ende Juli soll das Gebäude komplett bezugsfähig sein. Momentan läuft die Ausführungsplanung, Details müssen noch geklärt werden. Anfang Februar könne mit den Erdarbeiten begonnen werden.

Zu den Kosten wollte Bürgermeister Stefan Hundt keine Auskunft geben. Mit der Firma Brill habe man einen fairen Vertrag geschlossen, bei der Ausschreibung im Vorfeld sei deutlich geworden, dass diese Art der Unterbringung deutlich günstiger sei als alternative Arten. Zudem sei hier ein volkswirtschaftlicher Nutzen im Hinblick auf die Folgenutzung gegeben.

Neben der neuen Gewerbehalle sind in Saalhausen und Altenhundem zwei weitere Wohneinheiten geplant. In Betonbauweise entstehen container-ähnliche Unterkünfte für je 50 Personen. Auch hier ist eine sinnvolle industrielle Folgenutzung geplant, wenn die Unterkünfte nicht mehr benötigt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare