"Folk in den Bergen"

Blick auf die Bühne des Festivals 'Folk in den Bergen' in den Veischedewiesen in Grevenbrück Mitte der 1970-er Jahre. Foto: Rolf Kluge

Das legendäre Festival "Folk in den Bergen" steht am Sonntag, 31. Januar, von 14 bis 17 Uhr im Mittelpunkt des Begleitprogramms zur großen Sonderausstellung "Wir machen Musik...! Musik und Gesang im Sauerland 1850 bis 1980" im Museum der Stadt Lennestadt.

Zu sehen und zu hören sind zahlreiche Bilder und Objekte sowie Live-Mitschnitte der damaligen Topacts "Pentangle" und "Rick Abao". Originale Plakate und Aufkleber können zugunsten des ambulanten Hospizdienstes Camino in Lennestadt erworben werden. Neben allen Musik- und Ausstellungsinteressierten sind an diesem Tag insbesondere die "Ehemaligen", Organisatoren und Fans des Festivals zu einem Wiedersehen eingeladen.

Die späten 1960-er und die 1970-er Jahre waren die große Zeit der Folk-Musik in Deutschland und in ganz Europa. Auf den Spuren so berühmter Festivals wie dem auf der Burg Waldeck gelang es einer Gruppe junger Lennestädter im "AK Kultur- und Folklore" zwischen 1974 und 1983 sieben international besetzte, sehr erfolgreiche Festivals der Folk-Musik in Grevenbrück zu veranstalten.

Open-Air auf Veischede-Wiesen

Bis zu 10.000 Besucher kamen dazu in den kleinen Ort. Das anspruchsvolle, dreitägige Programm machte das Festival bald überregional bekannt und zog Folkmusik-Fans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland an.

Nach zwei Festivals in der Schützenhalle wagte der "AK Kultur und Folklore" 1976 den Schritt zur Open-Air Veranstaltung und fand mit den Veischede-Wiesen einen idealen Standort für ein dreitägiges Hochfest der alternativen Jugend- und Musikkultur. Ein riesiger Zeltplatz und Großzelte dienten als Schlafplätze. Zum Begleitprogramm gehörten ein Flohmarkt, Musik- und Tanzworkshops und aktuelle politische Diskussionen mit Partnern wie amnesty international, Greenpeace und dem Mozambique-Projekt der Anne Frank-Schule in Meggen.

Bis zu 30 Stunden Musik aus 14 Ländern auf zwei Bühnen konnten die rein ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des "AK Kultur und Folklore" in diesen Jahren aufbieten. Für den Ort und seine Einwohner waren diese drei Tage immer ein Ausnahmezustand in denen Sauerland und "Woodstock" für kurze Zeit aufeinander trafen und sich gegenseitig "beeindruckten." Für die Folkbegeisterten und "Alternativen" unter den Jugendlichen der Region waren es zweifellos die höchsten Feiertage im Jahr.

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