Verunglückter Junge spielt beim FC Lennestadt

Unfall im Fort Fun: „Der gesamte Verein steht unter Schock“

+
Der schwere Unfall hatte sich auf der "Trapper Slider"-Bahn im Fort Fun in Bestwig ereignet. 

Lennestadt. Der am Samstag im „Fort Fun“ in Bestwig verunglückte 12-Jährige spielt Fußball beim FC Lennestadt. Er gehört dort zur D-Jugend-Mannschaft. „Der gesamte Verein steht unter Schock“, teilen die Lennestädter in einer Stellungnahme mit.

Die D-Jugend war am Wochenende gemeinsam zu einem Ausflug ins „Fort Fun“ nach Bestwig gefahren. Dort war es dann auf der Sommer-Rodelbahn „Trapper Slider“ zum schweren Unfall gekommen (der SauerlandKurier berichtete). Der 12-Jährige verlor dabei seinen rechten Unterschenkel, er musste in eine Spezialklinik nach Gelsenkirchen gebracht werden. 

Der Trainer der Mannschaft, Matthias Eykeln, hatte gemeinsam mit einer zufällig anwesenden Sanitäterin aus den Niederlanden erste Hilfe geleistet. Notdürftig versorgten sie die Wunde, ehe die alarmierten Rettungskräfte vor Ort waren. "Ich stehe immer noch völlig neben mir", sagte Eykeln dem SauerlandKurier am Telefon. 

Die D-Jugend hat am Dienstag ein Liga-Spiel beim SV Attendorn. "Wir haben das den Jungs überlassen, ob sie antreten wollen. Es war die einhellige Meinung: Wir spielen für unseren Mannschaftskameraden!", so der Trainer. "Aber es wird natürlich kein Spiel wie jedes andere werden." 

Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück im Fort Fun Abenteuerland kam. Experten untersuchten die Unfallstelle. Die Staatsanwaltschaft hatte die 1,3 Kilometer lange Bahn – nach Parkangaben Europas längste Sommer-Rodelbahn in einem Freizeitpark – untersucht und zunächst wieder für den Betrieb freigegeben. Die Betreiber des Parks haben die Attraktion nun aber vorerst geschlossen. Man will dort das Ergebnis eines Gutachtens abwarten. „Die Ermittlungen laufen“, erklärte Staatsanwalt Klaus Neulken am Montag auf Nachfrage. Der Gutachter sei sofort beauftragt worden, dennoch könne ein endgültiges Ergebnis mehrere Wochen bis sogar mehrere Monate auf sich warten lassen. „Ein Gutachter untersucht die Bahn im Freizeitpark, ein anderer Gutachter nimmt den Schlitten genau unter die Lupe. Dann wird ein Unfallrekonstruktionsgutachten erstellt“, so der Staatsanwalt. Um zu ermitteln, ob Unfallursache ein mögliches Fehlverhalten des Jungen war, müsse nun festgestellt werden, ob es Zeugen gibt und was diese beobachtet haben. Natürlich werden auch die Betreiber der Bahn befragt. „Wir müssen uns auf einen langwierigen Prozess einstellen“, weiß Neulken.

Der Vorstand des FC Lennestadt will sich laut Geschäftsführer Torben Jäkel am Montagabend gemeinsam treffen, um über die Geschehnisse zu sprechen und ein weiteres mögliches Vorgehen abzustimmen. Der Verein abschließend auf seiner Homepage: „Alle Spieler, Eltern und Verantwortliche des Vereins sind zutiefst betroffen. Unsere Gedanken sind bei dem Jungen und seiner Familie, wir schicken ihnen unsere Gebete.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare