Startschuss für neues Schulwegkonzept

Ganz ohne „Mama-Taxi“: Grevenbrücker Kinder sollen sicher zur Schule laufen

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Christian Weber

Grevenbrück - Das neue Schulwegkonzept ist eindeutig: Sicher, zu Fuß und gemeinsam – so soll der Schulweg der Grevenbrücker Schulkinder aussehen. Dafür wurden jetzt fünf neue Treffpunkte ausgeschildert, von denen aus die Schüler zusammen – in einer Art „Laufbus“ – den Weg zur Schule gehen können.

Werktags, kurz nach halb acht: Es wird voll vor der Nikolaus-Schule in Grevenbrück. Zumeist noch müde Schüler steigen aus den „Mama-Taxis“ aus, die wiederum blockieren den Verkehrsfluss, rangieren und wollen fix wieder weg. In diesem Szenario finden sich gleich mehrere Dinge, die so nicht laufen sollten, finden Schulleiterin, Vertreter der Elternschaft, Polizei und auch die zuständigen Ämter im Rathaus. 

Gemeinschaftlich haben sie daher fünf Treffpunkte im Ort ausgearbeitet, die sie gestern der Öffentlichkeit vorstellten. An den Kindergärten „Ratz & Rübe“ und St. Nikolaus, bei Elektro Kappe, in der Twiene sowie an der Schützenhalle (Gerichtsweg) werden dafür in den kommenden Tagen Hinweisschilder installiert. Die Schüler, die in der Nähe eines dieser Schilder wohnen, sollen sich hier künftig morgens treffen und dann gemeinsam zur Schule gehen. Uhrzeit des Treffens und die sicherste Wegstrecke werden zuvor im Unterricht besprochen. 

So sieht das Treffpunkt-Schild aus.

„Wir sind heute hier, damit ihr einen sicheren Schulweg bekommt.“: Am Standort Elektro Kappe stellten Schulleiterin Elisabeth Blume, Beigeordneter Karsten Schürheck, Ingo Wirth (Fachbereich der Stadtverwaltung) sowie Polizist Martin Witzel gestern Morgen den Schülern des Wohnbereichs beispielhaft vor, wie der neue Schulwegplan unter dem Motto: „Laufen statt Kutschieren“, künftig umgesetzt werden soll. Wichtigste Neuerung in diesem Fall: Der Schul- Hin- und Rückweg soll künftig nicht mehr über den Lehmberg führen, sondern über die sicherere Hangstraße mit ihrem Bürgersteig. Mit Martin Witzel gingen die Schüler den Weg ab und der Polizist erklärte ihnen Gefahrenstellen und das richtige Verhalten in der Gruppe auf dem Schulweg. Witzel hält das Konzept mit seinen vielen Vorteilen (siehe unten) für „sinnvoll“ und hofft, dass es nun auch von den Eltern angenommen und umgesetzt wird.

Gemeinsamer Weg schafft viele Vorteile

Die Initiatoren erhoffen sich vom neuen Schulwegkonzept gleich mehrere Vorteile: 

  • Möglichst wenig Autos vor der Schule und damit eine sicherere und übersichtlichere Verkehrssituation 
  • Dank der frischen Luft und der Bewegung am Morgen sollen die Kinder künftig deutlich vitaler und motivierter in den Unterricht gehen 
  • Die veränderten Schulwege sind deutlich sicherer für die Kinder 
  • Zu Fuß zur Schule zu gehen bedeute außerdem: Training für den Orientierungssinn, die Umwelt bewusster wahrnehmen, Aufmerksamkeit schärfen 
  • Der gemeinsame Weg fördert außerdem das Sozialverhalten, das Kontakteknüpfen und die Teamfähigkeit.

Info

147 Schüler werden aktuell an der Nikolaus-Schule unterrichtet. Das Motiv auf den dreieckigen Treffpunkt-Schildern wurde von einem Schüler der 4b gestaltet. Am Schulwegkonzept haben auch die 16 Schüler aus dem Kinderrat der Schule mitgewirkt.

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