Gemeinsam leben, gemeinsam lernen

110 Kinder nutzen jeden Tag in der Anne-Frank-Schule das gemeinsame warme Mittagessen. Fotos: Jana Hatzfeld

Seit nun fast vier Jahren ist die Anne-Frank-Hauptschule in Meggen eine Ganztagsschule. Fast täglich haben die Schüler bis 15.45 Unterricht. Vor allem die Nachmittagsstunden sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bestehen aus vielen AG's und Arbeitsstunden, in denen die Schüler ihre Hausaufgaben schon einmal erledigen können.

Doch nach dem regulären Unterricht, der bis 13 Uhr geht, gibt es erst einmal eine Mittagspause. In dieser bekommen die Schüler eine warme Mahlzeit, die sie sich vorher aus bis zu drei Möglichkeiten aussuchen könnten.

Dies funktioniert entweder über einen Chip, auf dem auch das Essensguthaben gespeichert wird, oder von zuhause aus über das Internet. Meistens schmeckt den Schüler das von Irmgard Tillmann ausgesuchte und zubereitete Essen auch sehr gut und wer noch hungrig ist, bekommt auch gerne noch einen Nachschlag, denn die Schüler sollen ja auch satt werden.

Zurzeit nehmen 110 der 260 Schüler an dem gemeinsamen Mittagessen in der neuen Kantine teil, die anderen bringen sich zum Teil Verpflegung von zu Hause mit.

Das Essen in der Schule kostet 2.50 Euro pro Tag. Kinder sozialschwacher Familien zahlen nur einen Euro.

Rektor Wolfgang Bong muss jedoch leider immer wieder feststellen, dass einige Jungen und Mädchen gar nichts zu essen in die Schule mitbringen, was natürlich nicht gut für die Gesundheit der Schüler ist, und auch die Fähigkeit zu lernen, wird dadurch beeinträchtigt. "Wir gehen davon aus, dass sogar der eine Euro pro Tag für das Mittagessen noch zu viel sind für manche Eltern," so Bong, "Manchmal verzichten die Schüler, die für das Mittagessen angemeldet sind, auf ihren Nachschlag, um es heimlich einem Kind zuzuschieben, das nichts zu essen dabei hat." Das ist natürlich nicht im Sinn der Sache, aber es ehrt die Mitschüler und zeigt die Solidarität untereinander. "Vielleicht gibt es in der Lennestädter Bevölkerung ja Menschen, die mit einer Art Patenschaft einem der Kinder, die sonst den ganzen Tag über hungrig in der Schule sitzen, über einen gewissen Zeitraum eine warme Mahlzeit sponsern," wäre eine der Ideen der Schulleitung.

Abwechslungreiches Programm

Doch in der einstündigen Mittagspause gibt es nicht nur etwas zu essen. Die Schüler haben die Möglichkeit, sich in einem Aufenthaltsraum Gemeinschaftsspiele auszuleihen oder zu kickern. Sie können auch draußen auf dem Schulgelände das Kleinspielfeld oder auch den Basketballkorb auf dem Skatepark nutzen. Im Winter bietet die Schule ihren Schülern an, in der Turnhalle Sport zu treiben. Jungen und Mädchen bei den Aktivitäten unter anderem auch von sechs Jungen und Mädchen aus den Klassen 9 und 10 und wer mal keine Lust auf Spiele oder Sp6ort hat, kann auch in den Computerraum gehen, oder sich einfach in eine ruhige Ecke zurückziehen, denn die Aktivitäten in der Mittagspause sind freiwillig. Koordiniert werden der Ablauf und das Angebot des Nachmittagsunterrichts von der stellvertretenden Schulleiterin Hildegard Rotter und dem Diplomsozialpädagogen Daniel Kahmann. Zweimal in der Woche sorgt die OT Grevenbrück für Abwechslung durch 16 verschiedene AG's. An den anderen Tagen haben die Schüler normalen Unterricht. Weitere Infos unter Tel.: 02721/83015 oder unter www.afs.homepage.t-online.de.

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