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Gepflegte Gräber sind die Visitenkarten der Friedhöfe

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Wird ein Grab nicht ordentlich gepflegt, mahnt in Elspe ein kleines Schild die Verpflichtung an. Ist die Frist verstrichen, kann das Grab eingeebnet werden. Foto: Gregor Breise
Wird ein Grab nicht ordentlich gepflegt, mahnt in Elspe ein kleines Schild die Verpflichtung an. Ist die Frist verstrichen, kann das Grab eingeebnet werden. Foto: Gregor Breise

Handhabung bei der Pflegeverpflichtung ist unterschiedlich

[IMGZOOM=import/bilder/R47-OE74112.jpg][/IMGZOOM] Lennestadt/Kirchhundem. (gb) Jeder dritte Bundesbürger besucht mindestens einmal im Monat einen Friedhof, jeder zweite hat ein Grab zu betreuen. Wer, so wie am heutigen Totensonntag sicher sehr viele, einen Friedhof betritt, findet sich in einer anderen Welt wieder. Dies gilt vor allem für die Großstädte, in denen hohe Mauern den Lärm der Stadt dämpfen und der letzten Ruhestätte auch wirklich Ruhe verleihen. Die parkähnlichen Anlagen haben nicht nur eine bedeutende Funktion als Teil der grünen Lunge für die Orte. Sie sind inzwischen auch wichtige Rückzugsgebiete für Pflanzen und Tiere geworden. In ausgewiesenen Teilstücken der Friedhöfe werden die Bestattungen auf verschiedenen Gräberfeldern vorgenommen. Ein Anspruch auf Bestattung besteht aber nur am Wohnort.

Wie sieht es aber eigentlich mit der Grabpflege aus: Denn gepflegte Gräber sind ja quasi die "Visitenkarte" einer Kirchengemeinde.

In den allermeisten Fällen sind da natürlich die Angehörigen gefordert. Entweder sie pflegen die Grabstätte selber oder geben das in fremde Hände (etwa Gartenbaubetriebe).

Natürlich kann auch die Friedhofsverwaltung beauftragt werden. Dann wird es aber nicht billig: beispielsweise bei der St. Bartholomäus-Kirchengemeinde Meggen kostet die Grabpflege 1000 Euro (über 30 Jahre), bei Urnenbestattung 700 Euro.

Das Finanzvolumen aus Bestattungs- und Grabgebühren beläuft sich bundesweit auf 2,1 Milliarden Euro, ein nicht zu unterschätzender Aspekt für die Kirchengemeinden in Zeiten klammer Kassen.

Auch die Handhabung bei mangelnder Pflegeleistung von Angehörigen ist unterschiedlich und von Gemeinde zu Gemeinde.

"Das kommt bei uns nicht oft vor", so Pastor Wagener von der St. Peter und Paul-Kirchengemeinde Kirchhundem. "Wenn doch, versuchen wir erst mit den Leuten zu sprechen, oder wir schreiben sie an." Etwas rustikaler geht da der Elsper Kirchenvorstand zur Sache. Ein postkartengroßes Schild steht bei ungepflegten Gräbern, auf dem der Kirchenvorstand bestimmt mahnt, das Grab zu pflegen.

Und ist die Frist verstrichen: "Dann wird das Grab laut Friedhofsordnung eingeebnet", meint Pastor Dieter Koke.

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