Gerd Hennes aus Maumke setzt sich für naturnahe Bestattungsform in den Kommunen ein

Bestattungswald für Lennestadt, Kirchhundem und Finnentrop vorgeschlagen

Symbolfoto: Panthermedia/Elke Münzel

Lennestadt. Auf Anregung von Gerd Hennes aus Maumke beschäftigt sich der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Lennestadt am kommenden Mittwoch mit dem Thema Bestattungswald. Hennes‘ Idee: Gemeinsam mit Kirchhundem und Finnentrop soll Lennestadt künftig diese zusätzliche Bestattungsform ermöglichen. Falls diese interkommunale Kooperation nicht umgesetzt wird, schlägt Hennes auch eine alleinige Umsetzung in Lennestadt vor.

Die Bestattungskultur sei im Wandel, alternative Bestattungsformen seien mehr und mehr gefragt, schreibt Gerd Hennes in seiner Bürgeranregung an den Rat. Vor allem die Wald- oder Baumbestattung erfreue sich steigender Beliebtheit. Neben der naturnahen und „tröstlichen“ Bestattung spielen auch geringere Kosten für Beisetzungsgebühren und Grabpflege eine Rolle, so Hennes.

Sein Vorschlag: Unter Federführung der Stadt Lennestadt soll versucht werden, gemeinsam mit Kirchhundem und Finnentrop diese Bestattungsform zu schaffen. Notfalls solle die Stadt Lennestadt den Vorschlag aber auch allein umsetzen. Der Bestattungswald soll als Kommunalfriedhof geschaffen werden, den ein Betreiber, zum Beispiel Friedwald oder Ruheforst, betreut.

Im Gespräch mit dem SauerlandKurier erläutert Gerd Hennes weitere Hintergründe für seine Anregung. Während seiner 18 Monate im Bundesfreiwilligendienst und viereinhalb Jahren als Teilzeitkraft im Altenheim Josefinum in Lennestadt habe er gelernt, „dass Krankheit und Tod mit zum Leben gehört“. Gerade auch über den Tod sollte in den Familien offen geredet werden - und nicht als „Tabuthema“ gelten.

Offen über Tod und Bestattung sprechen

„So wurde auch in meiner Familie offen über den Tod geredet und Beerdigungswünsche geäußert, wobei sich der Bestattungswald als Ort der letzten Ruhe immer mehr in den Fokus schob“, erläutert der Maumker Bürger.

„Bedingt durch diese Gespräche habe ich mich in der letzten Zeit immer mehr sachkundig über diese Bestattungsform gemacht und bin als innovationsfreudiger Mensch zu der Überzeugung gekommen, dass wir neben Olpe/Sondern, Hilchenbach und Netphen auch hier im Bereich Lennestadt/Kirchhundem/Finnentrop diese Bestattungsform als Möglichkeit haben sollten“.

Weiter sagt er: „Vor allen Dingen auch unter dem Aspekt, dass es Prognosen gibt, die davon ausgehen, dass ab dem Jahr 2025 jede dritte Beerdigung in einem Bestattungswald stattfinden wird. „Wichtig für die Angehörigen ist nach meiner Einschätzung auch, dass der Bestattungswald vor Ort sein sollte und nicht weite Fahrstrecken erst zurückgelegt werden müssen.“

Hintergrund

Gerd Hennes: „In den drei Kommunen hat es von 2016 bis 2018 folgende beurkundete Sterbefälle gegeben: Lennestadt: 1127, Kirchhundem: 200, Finnentrop 276.“ Vor dem Hintergrund dieser Gesamtzahl von 1603 Sterbefällen spreche vieles dafür, dass die alternative Bestattungsform künftig öfter gewählt werde, sofern sie ortsnah angeboten wird.

Weiterhin spreche für einen Bestattungswald: Ein solche Wald entspricht nicht dem typischen Bild eines Friedhofs. Es gebe dort weder gerade Wege noch Grabeinfassungen oder Grabsteine.

Die Natur, die ruhige Atmosphäre und der Wechsel der Jahreszeiten zeichnen eine Waldbestattung aus und sollen den Hinterbliebenen Trost spenden. Bestattungswälder sind meist artenreiche Mischwälder mit einem gesunden Bestand an Laubholz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare