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Firma im Kreis Olpe reagiert auf schlechte Auftragslage

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Von: Inge Schleining

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Steinbruch Rheinkalk Lennestadt
Der Steinbruch der Firma Rheinkalk in Lennestadt. © Andrea Vollmert

Wie sieht die Zukunft des Steinbruchs in Sporke aus? Diese Frage beschäftigt Mitarbeiter und Anwohner. Gerüchte, dass der Steinbruch stillgelegt werden soll, machten die Runde. 

Lennestadt - Rheinkalk plante ursprünglich eine Erweiterung des Steinbruchs um 20 Hektar, doch der Kreis genehmigte aus artenschutzrechtlichen Gründen nur eine Erweiterung um 7,4 Hektar. Dagegen klagt die Rheinkalk GmbH und möchte an den ursprünglichen Plänen festhalten. Das Verfahren läuft aktuell.

Aktuelle Situation

Auf die Frage, wie es um die Zukunft des Steinbruchs bestellt ist, ob die Gerüchte zur Stilllegung zutreffen, erreichte die Redaktion eine Pressemitteilung zur aktuellen Situation des Unternehmens.

Demnach kämpft der Kalkproduzent für den Erhalt des Standorts und leitet erste Schritte für Fortbestand ein. „Die Situation ist angespannt, die Nachfrage für gebrannte Dolomit-Produkte aus dem Werk Grevenbrück ist drastisch eingebrochen – eine zeitnahe Erholung der Lage ist nicht in Sicht“, so Rheinkalk zur Marktsituation. Das Unternehmen erwartet insgesamt einen deutlichen Umsatzrückgang. „Für den langfristigen Erhalt des Standorts sieht sich die Geschäftsführung der Rheinkalk Grevenbrück GmbH gezwungen, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Kostenreduktion einzuführen. Ab dem 1. Januar 2022 wird für einzelne Betriebsteile Kurzarbeit eingeführt. Betriebsrat und Mitarbeiter wurden informiert.“ Derzeit hat das Unternehmen etwa 30 Mitarbeiter am Standort.

Von Kurzarbeit betroffen seien die Betriebsteile Steinbruch, Aufbereitung und Instandhaltung. Inwieweit dies konkret den Abbau im Steinbruch betrifft, ob dieser nur teilweise oder komplett eingestellt oder eingeschränkt wird, dazu wollte sich das Unternehmen auf Nachfrage zu diesem Zeitpunkt nicht äußern.

Kurzarbeit für ein Jahr

Die Kurzarbeit ist derzeit für ein Jahr geplant. „Der Brennbetrieb soll demgegenüber regulär aufrechterhalten werden“, so Rheinkalk.

„Die Entscheidung wurde vorab dem Betriebsrat sowie dem Wirtschafts-Ausschuss mitgeteilt. Im Anschluss wurden im Rahmen einer Betriebsversammlung alle Mitarbeiter über die geplante Maßnahme informiert. In einem nächsten Schritt werden die lokalen Betriebsparteien zusammentreten und eine entsprechende Betriebsvereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit am Standort Grevenbrück abschließen. In der Vereinbarung werden im Weiteren Art und Weise der Maßnahme geregelt“, so Rheinkalk weiter.

Veränderte Nachfrage

Das Unternehmen erklärt, dass die wirtschaftlich angespannte Situation auf eine veränderte Nachfrage in der gesamten Stahlindustrie zurückzuführen sei. „Der drastische Rückgang setzt das Werk in Grevenbrück daher stark unter wirtschaftlichen Druck. Der Verkauf gebrannter Dolomit-Produkte stellte bis dahin den Hauptabsatzmarkt des Kalkproduzenten dar. Gebrannter Dolomit wird vor allem als Zusatzstoff bei der Herstellung von Stahl in Hochöfen eingesetzt.“

Rheinkalk betont: „Trotz der schwierigen Situation ist das Unternehmen sich seiner Verantwortung gegenüber der Belegschaft bewusst. Die Marktlage wird daher weiter intensiv beobachtet – sich positiv abzeichnende Entwicklungen werden zur Verbesserung der Arbeitssituation der Mitarbeiter geprüft. Der Kalkproduzent wird über alle weiteren Entwicklungen rechtzeitig informieren.“

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