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Geschichten aus dem Leben

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Im Gespräch: Andrea Schiller vom HANAH-Servicebüro, Werner S., ehrenamtlicher Telefonpate und Hartmut Schweinsberg, EiL.
Im Gespräch: Andrea Schiller vom HANAH-Servicebüro, Werner S., ehrenamtlicher Telefonpate und Hartmut Schweinsberg, EiL.

Lennestadt. Über seine Erfahrungen als Telefonpate beim „Telefonischen Besuchsdienst“ der Ehrenamtsbörse berichtete kürzlich Werner S. im HANAH-Büro. Seit über einem Jahr telefoniert er mit „seiner“ alleinstehenden Dame, die er als „sehr unkomplizierte“ und lebensfreudige Telefonpartnerin beschreibt.

Einmal die Woche telefonieren die beiden, jeden Donnerstagabend zu einer festgelegten Zeit. Mittlerweile hat sich die Zeit jedoch auf nachmittags verschoben, da der älteren Dame, die nun seit einigen Wochen in einem Lennestädter Heim lebt, der Abend zu anstrengend wird. Wie er es in einer Fortbildung gelernt hat, hört Werner S. erstmal zu und lässt seine Telefonpartnerin die Art des Gesprächs bestimmen. In ihren Gesprächen geht es um religiöse und philosophische Themen, um Geschichten aus dem Leben genauso wie auch um alltägliche Sorgen oder ganz praktische Ratschläge. „Es bringt uns beiden etwas“, so das Urteil von Werner S..

Nach einer Kennlernphase am Telefon hat er seine Anonymität aufgegeben und die Dame auch einmal besucht. Und demnächst will er sie aus dem Heim zu einem Besuch abholen, um ihr seine Frau und sein Zuhause vorzustellen. Wie die Telefonate sich gestalten und ob sich daraus ein persönliches Kennenlernen ergibt, bestimmen die Telefonpartner jedoch immer selber und kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Einsamkeit und Isolation

„Die Telefonate beim Besuchsdienst sind ein Baustein, der Menschen hilft, solange wie möglich selbstbestimmt und im vertrauten Umfeld zu leben“, erklärt Hartmut Schweinsberg, Sprecher von EiL und meint, dass auch „auf dem Lande“ Einsamkeit und Isolation bei vielen auf der Tagesordnung steht. Der „Telefonische Besuchsdienst“ ist vor drei Jahren aus dem „Leverkusener Modell“ entstanden. Ungefähr 16 Telefonpaten von EiL (Ehrenamt in Lennestadt) sind, nach vorgehenden Schulungen, zurzeit aktiv.

Menschen, die gerne einen telefonischen Kontakt haben möchten, können sich an das HANAH-Servicebüro wenden. Sehr feinfühlig geht hier Andrea Schiller mit der Vermittlung der Telefonpartner vor. Ob Mann oder Frau, Alter und Interessen, alles wird berücksichtigt und ein Um- oder Ausstieg ist jederzeit möglich. Ein Anliegen hat die Ehrenamtsbörse noch: die Flüchtlingsthematik hat in den vergangenen Wochen sehr stark die Arbeit der Ehrenamtlichen bestimmt, dennoch möchte EiL die bereits vorhandenen Projekte wie den „Telefonischen Besuchsdienst“ wie auch beispielsweise die Taschengeldbörse nicht vernachlässigen. Taschengeldbörsen stellen den Kontakt zwischen älteren Menschen und Jugendlichen her, die gegen ein kleines Taschengeld einfache Arbeiten, wie Gartenarbeit, Autowäsche usw. verrichten.

Info: und Anmeldung unter Tel. 02723/608220 oder eil@lennestadt.de

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