"Gestärkt in die Zukunft"

Die Sparkasse hat sich neu aufgestellt: dies freut auch die Beschäftigten am Standort in Altenhundem. Foto: Torsten-Eric Sendler

Nach den Vorstandswechseln im vergangenen Jahr stehen die Zeichen bei der Sparkasse ALK auf Aufbruch und Neubeginn.

"Mit robuster Grundlage", so die Botschaft während der Bilanzpressekonferenz, sei das Geschäftsjahr 2010 abgeschlossen worden. "Solider Ertrag, ordentliches Wachstum und überschaubare Risiken", brachte Vorstandsvorsitzender Heinz-Jörg Reichmann den Dreiklang der aktuellen Bilanz auf den Punkt. Sein Fazit: "Die Sparkasse geht der Zukunft gestärkt entgegen." Die umsichtige und auf Nachhaltigkeit angelegte Geschäftspolitik, so Vorstandsmitglied Bernd Schablowski, habe sich als erfolgreich erwiesen.

Prognose verhalten optimistisch

Stark gewachsene Kundeneinlagen, ein stabiles Kreditgeschäft sowie ein solides Ergebnis zeichneten das vergangene Geschäftsjahr aus. Für das laufende Jahr fällt die Prognose der Banker verhalten-optimistisch aus: "Die Neuausrichtung der Sparkasse hat Fahrt aufgenommen, jetzt müssen wir Kurs halten."

Die Bilanzsumme hat abermals kräftig zugenommen und liegt mit 1.188 Millionen Euro deutlich über der Milliardengrenze. Das Kundengeschäftsvolumen (Summe aus Kredit-, Einlagen und Wertpapiergeschäft) beläuft sich auf 1.656 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss liegt mit 435.000 Euro zwar unter dem Vorjahresgeschäft, was jedoch darauf zurückzuführen sei, dass einige Stellschrauben neu justiert wurden. So seien bilanzstrukturpolitische Anpassungen bereits im Jahresabschluss 2010 verarbeitet worden. "Was wir im letzten Jahr auf den Weg gebracht haben, belastet zwar zunächst das Jahresergebnis 2010, schafft aber gleichzeitig gute Voraussetzungen für die Folgejahre."

Sowohl die Sparkasse als auch deren Kunden, so der Vorstand, haben die Finanzmarktkrise gut überstanden. Viele Unternehmen hätten sich in der Krise sehr diszipliniert verhalten und diese für Strukturanpassungen genutzt.

Dadurch seien sie robuster und ertragreicher, als vor der Rezession. Das Jahr 2010 sei wieder verstärkt von Investitionen geprägt gewesen. Davon profitierte auch das Kreditneugeschäft, das um 4,1 Prozent auf 73,4 Millionen Euro stieg. Krisenjahre sind häufig auch Gründerjahre - 15 Existenzgründungen wurden im Jahr 2010 von der Sparkasse durch Beratungsleistungen und Kredite in Höhe von 1,5 Millionen Euro unterstützt. Die so geförderten Unternehmen hätten sich vor allem in Nischen positioniert.

Absoluter Spitzenreiter war die Sparkasse abermals im Leasingbereich, wo ein Volumen von rund zwölf Millionen Euro vermittelt wurde. Damit belegte die Sparkasse ALK den ersten Platz unter bundesweit 150 Sparkassen ähnlicher Größe und holte den "Deutsche Leasing - Gold Award" in den Kreis Olpe.

Im Rahmen der Neuausrichtung will die Sparkasse künftig auf die anonyme Abkürzung ALK weitgehend verzichten und stattdessen wieder verstärkt die Namen der Orte Attendorn, Lennestadt und Kirchhundem verwenden, um so die Identifikation mit den einzelnen Orten und den dort lebenden Menschen zum Ausdruck zu bringen. Außerdem wurde ein "Projekt zur Neuausrichtung des Privat- und Individualkundenbereichs" ins Leben gerufen, um die Beratungs- und Produktqualität weiter zu steigern. Ein Ergebnis soll schon bald die Ausweitung der Beratungszeiten auch auf die Abendstunden sein. Der Vorstand selbstkritisch: "In der Vergangenheit stand zu häufig das schnelle Geschäft im Vordergrund."

Vertrauen sei gestiegen

Die Neuausrichtung trägt bereits erste Früchte, das Vertrauen in die Sparkasse sei innerhalb der vergangenen Monate deutlich gestiegen, wofür auch das wiederkehrende Interesse der Kundschaft ein klares Indiz sei.

Positiv auch die Bilanz im Einlagengeschäft.

Die Geldvermögensbildung habe sich wie im Vorjahr weiter positiv entwickelt. Und trotz der eher unsicheren Gesamtsituation sei auch die Nachfrage im Wertpapiergeschäft wieder gestiegen. Insbesondere in gemischte Fonds sei kräftig investiert worden.

Als klaren Vertrauensbeweis wertet der Vorstand den Anstieg des der Sparkasse anvertrauten Geldvermögens. Viele Kunden hätten noch die Turbulenzen der vergangenen Jahre im Kopf und würden daher die hohe Anlagesicherheit der Sparkasse wertschätzen. Schwerpunktmäßig werde kurz und mittelfristig angelegt, um liquide zu bleiben. Dies sei ein klares Signal dafür, dass die Anleger für die Zukunft steigende Zinsen erwarten.

Leicht ansteigende Zinsen

Eine Einschätzung, die auch die Banker teilen: So rechnet der Vorstand mit leicht steigenden Zinsen am langen Ende und einer leichten Erhöhung im kurzen Anlagebereich. Trotz der wachsenden Bedeutung des Internet-Bankings setzt die Sparkasse weiterhin auch auf den persönlichen Kontakt mit dem Kunden. Mit zwölf Kundencentern sei man als größtes Kreditinstitut der Region gut aufgestellt. Aber, so der Vorstand, man wolle künftig noch besser werden. Potentiale sieht man vor allem in Lennestadt und Kirchhundem, wo man die gleichen Marktanteile wie in Attendorn anpeilt.

Auf positive Veränderungen können sich die Kunden in Grevenbrück freuen: Offen, transparent und zweitgemäß soll sich das dortige Kundencenter nach der Renovierung im zweiten Halbjahr seinen Besuchern präsentieren.

Auch im Vorjahr hat die Sparkasse wieder allerhand für die Region getan: Insgesamt 160.000 Euro wurden als Spenden und Sponsorengelder für Veranstaltungen, Sportevents, die Kunst- und Kulturförderung, das Brauchtum sowie die Unterstützung von Jugend und Bildung sowie für soziale Zwecke aufgewendet.

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