Motivwagen für historischen Umzug nimmt Formen an

Die Gleislose kehrt zurück

So sah die „Gleislose“ früher aus; sie diente dem Transport von Kalkstein.

Grevenbrück. Der Bau der Motivwagen für den historischen Umzug am 13. September im Rahmen des 875-jährigen Ortsjubiläums in Grevenbrück läuft auf vollen Touren.

Frank Anders und Klaus Brinkschulte, beide Mitglieder im Heimat- und Verkehrsverein Grevenbrück, haben begonnen, die „Gleislose“, die Zugmaschine nach alten Zeichnungen für den gleislosen Transport des Kalksteines, in einer Scheune im Hengstebecktal nachzubauen.

Die Zugmaschine mit zwei Stromabnehmerstangen versehen, ist symmetrisch gebaut mit überdachtem Führerstand in der Mitte. Sie kann vorwärts und rückwärts fahren.

Detailgerechter Nachbau

Um den Nachbau detailgerecht zu ermöglichen, erhielten die beiden Konstrukteure ein ausgedientes Allradfahrzeug von Ludger Schnütgen aus Kirchveischede. Beim historischen Festzug am 13. September dürfen die Besucher dann schließlich auf die Sehenswürdigkeit gespannt sein.

In der Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure vom 21. Februar 1903 wurde folgender Bericht zu dem Wagen abgedruckt: „Am 6. Februar (1903) fand die landespolizeiliche Abnahme einer gleislosen elektrischen Bahn für Güterbeförderung nach Bauart „Schiemann“ in Grevenbrück in Westfalen statt.

Transport im Jahr 1907 eingestellt

Dieser im Sauerland gelegene Ort besitzt große Kalksteinbrüche, zu deren Ausnutzung neben einem ausgedehnten Pferdebetrieb, die gleislose elektrische Bahn dienen soll. Die Kalksteine werden vom Steinbruch in Wagen, die eine elektrisch betriebene Lokomotive zieht auf der Landstraße zu ihrem Bestimmungsort (ca. 1,5 km) befördert. Die Zugmaschine ist vom Zivilingenieur Max Schiemann in Dresden im Auftrage der Gesellschaft „Grevenbrücker Kalkwerke“ erbaut worden. Der elektrische Strom für den Antrieb der Lokomotive kam aus dem nahe gelegenen Elektrizitätswerk Hüttenhain. Der Materialtransport wurde 1907 eingestellt.“

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