Antrag an Ausschuss und Rat

Grüne fordern „Bufdi“ für Sekundarschule Hundem-Lenne

Die Grünen informierten sich vor Ort über die Herausforderungen der Sekundarschule in diesen besonderen Zeiten.
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Die Grünen informierten sich vor Ort über die Herausforderungen der Sekundarschule in diesen besonderen Zeiten.

Die Lennestädter Grünen fordern nach einem Vor-Ort-Besuch, bei der Sekundarschule Hundem-Lenne für das Schuljahr 2021/22 eine Stelle für den Bundesfreiwilligendienst einzurichten.

Lennestadt/Kirchhundem - Vier Mitglieder der Fraktion Bündnis´90/Die Grünen im Rat der Stadt Lennestadt trafen sich jetzt zu einem Informationsgespräch mit der Schulleiterin der Sekundarschule Hundem-Lenne, Sabine Tigges, sowie deren Stellvertreterin Ellen Sandforth-Linder. Aktueller Bezug waren die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen.

Im Gespräch wurde auch deutlich, dass die Pandemiesituation für die Schule zwar Schwierigkeiten mit sich bringe, die Möglichkeiten der verschiedenen Unterrichtsformen, auch auf Grund der digitalen Voraussetzungen, aber erfolgreich gemeistert werden konnten. Die Mitglieder der Fraktion waren sich einig, dass diese Schulform von der Stadtverwaltung weiterhin besonders gefördert werden müsse, da ihr Aufgabenbereich weit umfassender sei, als an anderen Schulen.

Christa Orth-Sauer: „Die Sekundarschule ist mit ihrem Ganztagsangebot, der Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens, der Möglichkeit der Inklusion und der Vielfalt der Abschlüsse eine zukunftsfähige Schulform. Auf Grund der Aufgabenvielfalt benötigt sie unsere volle Unterstützung.“

Die Grünen sagen: Nicht nur das Vermitteln von Lernstoff und das Schließen von Lücken ist und wird auch nach der Pandemie eine Herausforderung bleiben, die dem Personal viel abverlangt. Auch die Auswirkungen auf die Psyche der Kinder und Jugendlichen seien nicht zu unterschätzen: Laut einer Umfrage fühlten sich 85 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen durch die aktuelle Situation belastet, Ängste und Sorgen nehmen zu, es werde über mehr Streit zu Hause berichtet, viele machen weniger oder gar keinen Sport mehr, dafür steigt der Anteil an ungesundem Essen und auch der Medienkonsum habe deutlich zugenommen. Es müsse dringend gegengesteuert werden, damit sich aus diesen Auffälligkeiten keine langfristigen Beeinträchtigungen entwickeln können.

Die Sekundarschule biete als Ganztagsschule viele verschiedene Kurse und Arbeitsgemeinschaften, um die sozialen Kompetenzen aller Schüler zu fördern. „Hierfür hat die Sekundarschule - auch im Vergleich der Herausforderungen zu den anderen Schulen im Stadtgebiet - einen erhöhten Personalbedarf“, so die Grünen weiter. Die Leistungsspanne bei den Schülern sei weit gestreut, das gemeinsame Lernen stehe im Mittelpunkt.

„Außerdem werden im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts auch viele Schüler mit besonderem Förderbedarf unterrichtet, im kommenden 5. Schuljahr ca. 20 von 115. Die Zahl der Seiteneinsteiger*innen nach der Klasse 6 am Ende der Orientierungsstufe ist ebenfalls hoch, diese Schüler*innen sind bereits einmal enttäuscht und müssen in die neue Art des Lernens integriert werden. Zudem werden vielfach Schüler*innen ohne oder mit nur wenig Deutschkenntnissen, teilweise auch ohne Alphabetisierung, beschult - für diese ist das Erlernen der deutschen Sprache von hoher Wichtigkeit“, begründen die Grünen ihre Anregung weiter.

Bufdis könnten so in vielfältiger Weise das Personal unterstützen, zusätzliche Arbeitsgemeinschaften anbieten und bei der Integration aktiv sein. Die Kosten belaufen sich auf ca. 6000 Euro pro Stelle und Jahr; die Finanzierung kann im Schuljahr 2021/22 aus den Minderausgaben der Kreisumlage finanziert werden.

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