Abschied für Hubertus Schultze

Gymnasium der Stadt Lennestadt überrascht stellvertretenden Schulleiter

Verabschiedung Hubertus Schultze am GymSL
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Schüler und Lehrer des Gymnasiums der Stadt Lennestadt standen Spalier um Hubertus Schultze in den Ruhestand zu verabschieden.

Hubertus Schultze, langjähriger stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums der Stadt Lennestadt wurde am letzten Schultag vor den Sommerferien feierlich in den Ruhestand verabschiedet. 

Altenhundem - Bereits am Morgen, als Hubertus Schultze sich von seinem der Schule nahegelegenen Zuhause auf den Weg zu seinem letzten offiziellen Schultag machte, wurde er von allen Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen überrascht, die an der Straße entlang Spalier standen und ihn mit Applaus begrüßten. Vor dem Haupteingang der Schule überreichte im die Schülervertretung dann bereits ein erstes Geschenk, ein kleines Hochbeet voller Blumen als Symbol für die vielfältige Schülerschaft, um die er sich in den vergangenen Jahren kümmerte.

Um 11 Uhr begann dann die feierliche Verabschiedung im Forum der Schule, an der das ganze Kollegium, Schultzes Familie und weitere Gäste teilnahmen. Schulleiterin Birgitta Pieters und die ihr folgenden Rednerinnen und Redner blickten auf die Ära, die nun zu Ende geht, zurück: Insgesamt 42 Jahre verbrachte Hubertus Schultze am GymSL: Als Schüler erwarb er sein Abitur, als Studienrat kam er 1988 zurück, nachdem er an der Universität Siegen die Fächer Mathematik und katholische Religion studiert sowie seine berufliche Laufbahn in Wuppertal begonnen hatte, und zum stellvertretenden Schulleiter wurde er offiziell im Jahr 2005 ernannt. Damit verbrachte er – wie Kathrin Michler, Vorsitzende der Fachschaft Mathematik mithilfe einiger Variablen ausrechnete – bei durchschnittlich 200 Schultagen im Jahr, 8.400 Tage seines bisherigen Lebens am GymSL und hörte ungefähr 100.800-mal und damit 84 Stunden seines Lebens den Schulgong.

Doch nicht nur diese Zahlen sind beeindruckend, sondern vor allem die Leistungen, die Hubertus Schultze während seiner Zeit am GymSL erbrachte, und damit auch die Fußstapfen, die er laut Birgitta Pieters für seinen Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin hinterlässt. In ihrer emotionalen Rede berief sie sich auch auf Aussagen ihrer Vorgänger und hob besonders hervor, wie geradlinig, verlässlich, verantwortungsvoll, engagiert, kooperativ und hilfsbereit Schultze sich allen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte stellte. Vieles in der Schule trage seine Handschrift und vor allem in den letzten Monaten habe seine beruhigende Art ihr stets geholfen. Dafür bedankte die Schulleiterin sich und schloss ihre Rede mit den Worten „Es war uns eine Ehre“.

Auch Mark-André Vogt als Vertreter der erweiterten Schulleitung, schloss sich diesen Danksagungen an und betonte, dass das GymSL eine sehr wichtige Person der letzten 33 Jahre verliere. Er verglich Hubertus Schultze mit der Rolle eines Sidekicks, der in Filmen als Zuspieler des Protagonisten fungiert. Doch eine Nebenrolle habe Schultze keineswegs gespielt. Stattdessen sei er vielmehr ein Held der Schule, ohne den der Erfolg der letzten Jahre niemals so groß gewesen wäre. Daher wurde ihm für alles, was er getan hat, der GymSL-Hero-Award verliehen.

Für den Lehrerrat hielten Kerstin Muckenhaupt und Sebastian Heim eine sehr humorvolle Rede, mit der sie das „Urgestein des GymSL“ verabschiedeten. Wie ein Politiker meisterte Schultze alle Aufgaben und konnte auch mit Kritikern und Spöttern stets gelassen umgehen. Diese stoische Ruhe und Besonnenheit nannte auch Martin Busch, Vorsitzender der Fachschaft Religion, der ihn niemals wütend oder wütend erlebt habe. Richard Bloem, Vorsitzender der Fachschaft Informatik, betonte die damalige Einführung der EDV, die dem Pensionär zu verdanken ist, und den inneren Kompass, der diesem stets half, durchdachte Entscheidungen zu treffen.

Alle Rednerinnen und Redner wünschten Hubertus Schultze für die Zukunft vor allem Zeit für die Menschen und Dinge, die ihm wirklich wichtig sind, ohne Zeit- und Termindruck. Untermalt wurden die Reden durch musikalische Beiträge von der Lehrer- und Schülerband des GymSL sowie von Eberhard Schuhen (Kollegium), der ein Klaviersolo zum Besten gab.

Das Schlusswort gebührte dem scheidenden stellvertretenden Schulleiter. Dankbar für das Lob und den Dank seiner Vorredner und Vorrednerinnen wollte er nun den „Spieß umdrehen“. Er bedankte sich bei den drei vergangenen Schulleitern, bei der gegenwärtigen Schulleiterin des Gymnasiums sowie bei den Kolleginnen und Kollegen für die Möglichkeiten, die ihm gegeben wurden und für die Zusammenarbeit. Er sei nicht „Mr. GymSL“, sondern es gehe, gemäß dem Schulmotto „miteinander. füreinander“, stets um das ganze Team. Darüber hinaus bedankte er sich bei der Stadt Lennestadt, insbesondere bei dem anwesenden Altbürgermeister Stefan Hundt und dem ebenfalls anwesenden amtierenden Bürgermeister Tobias Puspas, für die erfolgreiche Kooperation der letzten Jahre sowie bei seiner Familie, die oft wegen seines Berufs zurückstehen musste. Anschließend betonte er seinen Dank gegenüber den Schülerinnen und Schülerin. Es sei stets ein Geschenk und keine Selbstverständlichkeit für ihn gewesen, sie zu unterrichten, weswegen er sich auch in der vergangenen Woche bei allein Klassen und Kursen persönlich verabschiedete.

Bleibt die Frage, wie Hubertus Schultze zukünftig seine Zeit im Ruhestand verbringen möchte: Neben schönen Stunden in seinem Wohnwagen am Rhein und größeren Reisen, hat er sich zusammen mit seiner Frau Anne als Kirchenführer ausbilden lassen und möchte sich den Traum des Orgelspielens erfüllen, dem auch die meisten Geschenke galten, die er zuvor überreicht bekommen hatte. Zudem sei er sich sicher, dass er dem GymSL immer mal wieder einen Besuch abstatten werde.

Es folgte ein berührender Abschluss durch einen Überraschungsauftritt des Oberstufenchors, darunter die Solisten Tom Baier (EF) und Elias Schilli (Abiturient), unter der Leitung von Michael Nathen und Christa Maria Jürgens. Es wurden Stücke aus der Oper „Im weißen Rössl“ vorgetragen, die beim Statt-Stadtfest in Lennestadt im August aufgeführt wird, und die die Feier mit der Zeile „Lass uns Abschied nehmen mit lächelndem Gesicht“ perfekt abrundeten.

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