1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Lennestadt

Haie in den Pyramiden

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Besucher können sich im Galileo-Park davon überzeugen, dass Haie alles andere als „primitive, dumme Monster“ sind. (Foto: Inge Schleining)
Die Besucher können sich im Galileo-Park davon überzeugen, dass Haie alles andere als „primitive, dumme Monster“ sind. (Foto: Inge Schleining)

Im Galileo Park wurde am vergangenen Freitag eine neue fesselnde Ausstellung eröffnet, die die Besucher in die Welt der Haie entführt.

Zusammengestellt und präsentiert wurde sie von der Schweizer Hai-Stiftung, ihr Präsident Dr. Alexander Godknecht gab eine interessante Einführung in das Thema.

Er nahm die Besucher mit auf eine „Reise durch die bedrohte Welt der Haie“ und räumte mit vielen Vorurteilen gegenüber den Jägern der Meere auf.

So denken die meisten Menschen beim Wort „Hai“ an „primitive, dumme Monster“, „menschenfressende Killerfische“, unterstützt wird diese Sichtweise durch Horrorfilme und Romane, in denen Haie so dargestellt werden. Aber Haie sind anders, vielfältig und ganz und gar nicht primitiv.

Im Jahr 1997 wurde die Hai-Stiftung gegründet, um den Haien eine Lobby zu geben, mit wissenschaftlicher Information und Forschung. Heute sind über 500 Haiarten bekannt, aber Hai ist nicht gleich Hai. Sie unterscheiden sich in ihren Lebensräumen, ihrer Ernährung, ihrer Fortpflanzung und ihrem Aussehen. 30 Prozent der Haie legen Eier, 70 Prozent sind lebendgebärend.

Haie sind Jäger und vermehren sich langsamer als ihre Beute, sie bekommen sehr wenig Nachwuchs, vermehren sich extrem langsam, werden aber wie andere Fische befischt. Von den über 500 Arten können lediglich 10 dem Menschen gefährlich werden, Dr. Godknecht gab Antwort auf die Frage „Sind Haie Killer?“ Seit 2000 gab es weltweit knapp 800 Haiunfälle mit 66 Toten, das heißt im Schnitt 6 Tote pro Jahr, weltweit.

Es sei wahrscheinlicher, am Strand von einer herabfallenden Kokosnuss getroffen zu werden oder in New York von einem Menschen gebissen zu werden, als einem Hai zum Opfer zu fallen. Zudem fressen Haie keine Menschen, sie „probieren“ nur, beißen kurz hinein, um den Geschmack zu testen und spucken sie dann wieder aus. Das kann natürlich bei einem Haigebiss für einen Menschen schon gefährlich werden. Aber „Haie bedrohen nicht uns – wir bedrohen die Haie“.

Jedes Jahr werden über 100 Millionen Haie getötet, als Beifang, als Sport oder zum Gewinn von zweifelhaften Haiprodukten, wie Knorpelpulver. Oft werden den Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten, um als Haifischflossensuppe verzehrt zu werden. 130 von 500 Haiarten sind stark bedroht, 365 Arten stehen auf der „Roten Liste“ und drei Arten sind offiziell weltweit vom Aussterben bedroht, Weisse Haie, Walhaie und Riesenhaie.

Die Ausstellung informiert umfangreich über Lebensraum, Entwicklung und Besonderheiten der Haie und zeigt auch eindrucksvoll die Bedrohungen, denen die Haie ausgesetzt sind.

Zu sehen ist sie bis 10. November in der Science Pyramide im Galileo Park, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

www.hai.ch

Auch interessant

Kommentare