Herausfordernd, auch für die Chefs

Wie erfolgreich Frauen in Führungspositionen sind lernte Maja Kathol (re.) bei Dr. Sandra Würde (li.). Fotos: mib

"Chef für einen Tag", wer würde nicht mal gerne in die Führungsrolle schlüpfen? Was das aber bedeutet, das konnten neun Schülerinnen des Gymnasiums der Stadt Lennestadt am eigenen Leib erfahren.

Im Rahmen des "Girl´s Day" durften die Schülerinnen der Klassen 11 und 12 bei den Firmen Mennekes und Hensel in den Berufsalltag von Führungskräften "rein schnuppern". Am Girl's Day lernen Mädchen Berufsfelder kennen, in denen sie als Frauen unterrepräsentiert sind. Dies gilt nicht nur für technische Berufe, sondern auch für gehobene Führungspositionen. Noch nie waren Frauen so gut ausgebildet wie heute, aber in den Beschäftigungsverhältnissen spiegelt sich dies nicht wieder. Mit diesem besonderen Projekt wollen Hensel, Mennekes und das GymSL im Rahmen ihrer erfolgreichen Partnerschaft Interesse an einer Führungsposition wecken.

Aber es gibt auch Ausnahmen: So konnte die 17-jährige Maja Kathol Dr. Sandra Würde, Leitung Market Research & Development bei Mennekes in Kirchhundem, begleiten. "Mich interessierte besonders, ob ich mir vorstellen könnte, in solch einer Position zu arbeiten und einen technischen Beruf zu ergreifen" so Maja.

Rebecca Hartmann begleitete Stefan Gattwinkel, Leiter der Entwicklungsabteilung und zog das Fazit. "Spannend war zu erleben, dass man in Führungspositionen viel mehr können muss als nur sein Fach zu beherrschen."

Frank Linneweber, Leiter der Produktion, wurde begleitet von Sarah Strunk. "Dieses Projekt hat mich in meinem Wunsch Elektrotechnik zu studieren bestätigt," findet Sarah und plant ihre Zukunft. Auch Linneweber zeigte sich vom Engagement der Schülerin beeindruckt: "Da hätte ich doch fast meinen Job an qualifizierten Nachwuchs verloren", meinte er lachend.

Auch sie, genauso wie Frederike Panknin, die den Bereichsleiter Prüflabor Stefan Klos begleitete, bekamen einen möglichst genauen Einblick in den Alltag als "Chef": viele Besprechungen, Konferenzen, Telefonate, viel zu koordinieren und Entscheidungen zu treffen.

Ähnliches erlebten die fünf Schülerinnen bei der Firma Hensel in Altenhundem.

Hier begleitete Katharina Schulte Betriebsleiter Klaus Hüsch, Sabrina Keseberg Bernard Philippaerts, Leiter der Qualitätssicherung, Ann-Christin Schmidt ging mit Rüdiger Kassühlke auf Tour, Nina-Christin Asseburg mit dem Leiter des Produktmanagement Ulrich Knoll und Franca Meyer konnte mit Karl-Heinz Hupertz, Abteilungsleiter Projektierung Einblicke in den Berufsalltag erlangen. Ob konkret im Prüflabor, mit vor Ort bei Gesprächen, bei Geschäftsabwicklungen und der Entwicklung von Schaltplänen, immer waren die Mädels mit dabei, schauten den Chefs über die Schulter und scheuten sich nicht Fragen zu stellen.

Katharina war beeindruckt vom offenen und freundlichen Umgangston, aber: "Man musste schon genau beobachten, um zu sehen, wie Führungskräfte arbeiten." Prokurist Klaus Hüsch war begeistert von "seiner" Schülerin: "Toll, sie hatte keine Scheu alles zu hinterfragen!"

Ann-Christin war am Ende des Tages total "platt: "Wir sind soviel über das große Firmengelände gelaufen." Aber nicht nur die Schülerinnen haben viel erfahren, die Abteilungsleiter lernten ihren Beruf so aus einer ganz anderen Sicht kennen. Philippaerts dazu: "Es war eine Herausforderung, den eigenen Alltag so zu erklären, dass er verständlich ist."

Wie viel die Abteilungsleiter gleichzeitig koordinieren müssen, fand Nina-Christin beachtlich: "So viele Themen und Aufgaben in so kurzer Zeit! Schon heftig." Ihr "Chef" Knoll: "Ich fände es toll, wenn mehr Frauen in führende Positionen kommen."

Um 14 Uhr fand der Girl's Day in den Firmen Mennekes und Hensel dann ein Ende, nicht ohne Abschlussbesprechung natürlich. "Die Mädchen hatten alle ziemlich rote Köpfe und waren geschafft von der Informationsflut und dem Alltagsgeschäft der Abteilungsleiter, aber auch begeistert" so Lehrer Olaf Albert, der das Projekt betreute.

Und eines ist sicher: Das wird nicht der letzte Girl´s Day in den beiden Unternehmen gewesen sein. Das Interesse der Mädchen an einer Führungsposition und einem technischen Beruf wurde verstärkt: Ziel erreicht!

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