Heuarbeit ist Handarbeit

Exponat des Monats: der Heugreifer. Foto: J. Kalitzki

Als "Exponat des Monats September" stellt das Museum der Stadt Lennestadt einen alten Heugreifer vor. Die Heuernte ist zwar inzwischen vorbei, das vorgestellte Gerät soll aber noch einmal an die in dieser ländlichen Gegend wichtigen Zeiten der Heu- und der Grummeternte erinnern.

Mit dem ersten Schnitt, der im Frühsommer stattfindet, meint man das eigentliche "Heu". Der zweite Schnitt, der meist im Hochsommer erfolgt, und auch dessen Ernte, heißt allgemeindeutsch "Grummet".

Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts war die Heuarbeit Handarbeit. Mühselig das Mähen, endlos lange die Wende- und Dreharbeit und arbeitsaufwändig der Heimtransport. Zur Einlagerung des Heus, die in der Regel auf dem Dachboden stattfand, benutzte man oftmals einen Heuaufzug, der mit Muskelkraft bewegt wurde.

Bei dem vorgestellten Heuaufzug handelt es sich um einen sogenannten "Heugreifer" in einer einfachen Form. Ein oder besser zwei Personen müssen das Heu um die beiden Greifarme legen. Durch den Zug eines Seils, das über eine Aufzugrolle läuft, wird das Heu zusammengepresst und kann per Hand dann nach oben gezogen werden. Aufzüge dieser Art finden heute wohl fast keine Verwendung mehr. Seit Ende der 1930er Jahre wurden sie allmählich durch Heu- und Greiferaufzüge, angetrieben von einem Elektromotor, verdrängt.

Der abgebildete Heugreifer stammt etwa aus den Jahren 1934/1935. Er wurde von Hand gefertigt. Die beiden Holme sind jeweils aus einem Stück Holz gefertigt. Die eigentlichen Zangen, die das Heu festhalten, bestehen aus zwei umgeformten und angepassten eisernen Heugabeln. Damit diese Gabeln ineinander greifen können, wurden bei einer der Gabeln in der Mitte zwei Zinken entfernt.

Der Heugreifer ist eine Leihgabe von Robert Erwes aus Kirchhundem an das Museum der Stadt Lennestadt. Als Sammler von Antiquitäten wurde ihm vor Jahren dieses alte Stück zur Aufbewahrung von Ferdinand Hamers aus Kirchhundem übergeben. Dieser wiederum hat den Heugreifer aus dem Nachlass seines Schwiegervaters Egon Lindemann aus Heinsberg erhalten. Egon Lindemann war nach seiner Heirat 1935 in der Forstwirtschaft tätig. Er betrieb neben seinem Beruf noch eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Für diesen landwirtschaftlichen Betrieb zimmerte er sich selber diesen Heugreifer.

Zu sehen ist dieses selbstgebaute landwirtschaftliche Gerät im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, 4. September, von 14 -17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9-12 und 14-16 Uhr und donnerstags von 9-12 und 14-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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