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Erzwungener Baustopp bringt mehr Raum für Gäste und Angehörige

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Von: Inge Schleining

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Hospiz Altenhundem Umbaupläne
So soll das neue Hospiz nach dem Umbau aussehen. In der Mitte hinten der neue Aufbau für den Verwaltungstrakt. © Architekt Eickelmann

Der Hospizverein Lennestadt hat im vergangenen November seine Umbaupläne vorgestellt. Durch den Zukauf des 2. Obergeschosses des Josefinums sollte mehr Raum entstehen, sechs statt neun Gästezimmer und mehr Platz für die Angehörigen. Nun wurden diese Pläne nochmals überarbeitet und in einem Pressegespräch stellten Martin Schäfer (Geschäftsführer), Pfarrer Heinrich Schmidt (Vorsitzender) und Monika Kramer (Hospiz- und Pflegedienstleitung) die Neuerungen vor.

Altenhundem - Aus der Not wurde eine Tugend: Die fertigen Pläne konnten nicht genehmigt werden, da sie gegen den Bebauungsplan verstoßen. In einem langwierigen Verfahren muss der Bebauungsplan geändert werden. In dieser Zeit hatten die Verantwortlichen nochmals Gelegenheit die geplanten Umbauten auf den Prüfstand zu stellen.

Der neue Geschäftsführer des Hospitalgesellschaft, Dr. Gereon Blum, war begeistert von den ursprünglichen Plänen, sah aber noch Potential und ermunterte das Team weiterzudenken. „Wo schon alles überarbeitet werden musste, haben wir weitere Änderungen geplant. Wir haben es gewagt und allen Mut zusammengenommen“, so Martin Schäfer.

Entstanden ist ein gut durchdachtes Konzept, das jetzt nach und nach, Bauabschnitt für Bauabschnitt realisiert werden soll. Es gibt mehr Raum für Gäste, Angehörige und Verwaltung. Das Hospiz wächst von 480 auf 1200 Quadratmeter.

Hospiz Altenhundem Umbau
Martin Schäfer, Pfarrer Heinrich Schmidt und Monika Kramer (v.l.) stellen die Umbaupläne vor. © Inge Schleining

Neu ist, dass Verwaltung und Gästebereich räumlich voneinander getrennt werdern. Das Gebäude hat eine U-Form, das Hospiz wird die komplette obere Etage des Gebäudes belegen. In dem Bereich, in dem die beiden Flügel zusammentreffen, wird aufgestockt. In diesen Bereich oben zieht die Verwaltung ein. Der Wohnbereich ist dann eine geschlossene Einheit mit mehr Ruhe für Gäste und Angehörige. Die Idee, den Verwaltungsbereich vom Wohnbereich zu trennen, hatten Martin Schäfer und Monika Kramer schon länger, jetzt soll sie realisiert werden. Im Verwaltungsbereich entsteht ein 65 Quadratmeter großer Aufenthaltsraum mit einem baulich bedingt großen Balkon. Hier ist dann auch Platz für ein vergrößertes Besucherzimmer, in dem Besuchergruppen empfangen oder Vorträge und Seminare gehalten werden können. So gibt es dadurch keine Störungen für die Gäste. Dazu kommt eine kleine Teeküche.

Im Wohnbereich wird es neun große Pflegezimmer geben und zwei Angehörigenzimmer, die im Notfall auch als Pflegezimmer genutzt werden können. Die Pflegezimmer werden so groß, dass die Angehörigen auch hier übernachten können. Überdachte Freiflächen und Balkone schaffen zusätzlich Raum. In jedem Flügel wird es eine kleine Küche geben, für Gäste und Angehörige.

Heinrich Schmidt: „Ein Raum der Stille im Herzen dieses Hauses“ soll Platz für Gottesdienste, Andachten und Besinnung sein. Ein Raum für alle Menschen und alle Konfessionen, aber durchaus mit der christlichen Symbolik.

In naher Zukunft soll es Gespräche mit Kirchengemeinden und der Trauerseelsorge in Lennestadt und Kirchhundem geben, in wie weit sich die neuen Räume auch für zusätzliche Angebote eignen.

Zur Frage der Kosten sagt Martin Schäfer: „Es wird sicherlich teurer“, so belaufen sich die Kosten auf rund drei Millionen Euro, also etwa eine Million mehr als ursprünglich geplant. Durch die neuen Pläne sei das Hospiz aber gut aufgestellt: „Es ist eine riesige Investition in die Zukunft“, so Schäfer. Er bedankt sich bei den vielen Menschen, die das Hospiz auch in Corona-Zeiten weiter unterstützen und unterstützt haben. Trotz Corona habe es keinen Spendenrückgang gegeben.

Innerhalb des Gebäudes kann nun mit den Arbeiten begonnen werden, zuerst in der neu hinzugekommenen Etage des Josefinums. Bis Ende des Jahres sollen Zimmer und Bäder fertiggestellt sein. Komplett fertig soll das Hospiz voraussichtlich im November 2022 sein, ein Jahr später als geplant.

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