"Probleme noch nicht abzusehen"

Hospiz-Geschäftsführer Martin Schäfer spricht über die Spendensituation

Auch das St.-Elisabeth-Hospiz in Lennestadt spürt die Auswirkungen der Corona-Krise: dringend benötigte Spenden fallen weg (Symbolfoto).
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Auch das St.-Elisabeth-Hospiz in Lennestadt spürt die Auswirkungen der Corona-Krise: dringend benötigte Spenden fallen weg (Symbolfoto).

Altenhundem - Das Coronavirus trifft die Gesellschaft hart, auch soziale Einrichtungen trifft die gegenwärtige Pandemie mit voller Wucht. Viele von ihnen sind auf Spenden angewiesen.

Nachdem in der vergangenen Woche das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe Alarm geschlagen hat, dass die benötigten Spenden wegbrechen, hat sich nun auch das St.-Elisabeth-Hospiz in Lennestadt zu Wort gemeldet. 

Geschäftsführer Martin Schäfer: „Wir sind besonders in der zweiten Jahreshälfte auf die Spenden angewiesen. Aktuell ist noch nicht abzusehen, welche Probleme wir dann bekommen werden.“ Er zähle auf die Spendenbereitschaft der Menschen: „Gerade die vielen kleineren Spenden von 30 bis 50 Euro helfen uns ungemein.“ Schäfer erinnert aber auch daran, dass „unsere Mitarbeiter eine richtig heftige Zeit hinter sich haben“.

Martin Schäfer, Geschäftsführer des St.-Elisabeth-Hospiz, spricht über die momentane Spendenlage.

Vom Applaus alleine könnten diese aber nicht leben. Aktuell sei das St.-Elisabeth-Hospiz, seit rund 30 Jahren das einzige Erwachsenen-Hospiz im Kreis, „relativ leer“: „Ich fürchte, viele Menschen haben aktuell Angst, in die Institutionen zu gehen.“ Allerdings müsse „niemand unverabschiedet sterben“: „Natürlich haben wir ein umfassendes Hygienekonzept, das auch die Angehörigen einschließt.“ Somit besteht kein Grund die Verwandten im St.-Elisabeth-Hospiz nicht zu besuchen. 

Deutschland habe die Corona-Pandemie so gut in den Griff bekommen, weil das Sozialsystem eben funktioniere: „Wir wissen nicht, was noch geschieht, sind aber gut aufgestellt und bereit“, so Schäfer. Aber: „Wir haben in Deutschland das Phänomen, dass viele soziale Bereiche sozial abgedeckt sind. Der Staat bezahlt viel, aber eben nicht alles. Deswegen sind wir auf Spenden angewiesen.“

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