Repräsentationsorchester der ukrainischen Streitkräfte und Heeresmusikkorps Neubrandenburg begeistern die Zuhörer

Hospizkonzert 2019: Gewohntes Top-Niveau an neuem Ort

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Das große Finale beim Hospizkonzert in der Elsper Festivalhalle spielten die Musiker beider Länder vereint.

Elspe - Berührend und beeindruckend: Die 29. Auflage des Benefizkonzertes für das Hospiz zur Heiligen Elisabeth überzeugte auf voller Linie. Zum ersten Mal spielten die Musiker in der Showhalle des Elspe-Festivals für die Konzertbesucher.

Beeindruckt von der „fantastischen Showhalle, einer guten Akustik und überhaupt einer angenehmen Atmosphäre“ zeigte sich zu Beginn der Lennestädter Bürgermeister Stefan Hundt. Sein besonderer Willkommensgruß galt natürlich den beiden Orchestern, die diesen Abend auf eine furiose Weise gestalten sollten. 

Der erste Teil des Abends gehörte den Gästen aus dem Ausland: Das Repräsentationsorchester der ukrainischen Streitkräfte unter der Leitung von Oberst Igor Bykovsky sowie den Mitverantwortlichen Major Boris Shkolovy und Valery Vinnikov. Dieses Orchester wurde unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges aufgestellt, und ist bei allen wichtigen Ereignissen in dem osteuropäischen Land vertreten. 

Beeindruckend, mit welcher Spielfreude und vor allem wie facettenreich die Musiker das Publikum begeisterten. Die einzelnen Vorträge wurden von der Ukrainerin Galina Dovbetska mit ihrer glockenklaren Stimme jeweils eingeleitet. Schade war nur, dass die Darbietungen des Orchesters nicht kurz verständlich angesagt wurden. Man konnte die „Geschichten“, die den einzelnen Werken zugrunde lagen, daher oftmals nur erahnen. Dennoch waren alle Musikstücke hörenswert und gingen direkt ins Ohr. Die Bandbreite der Musiker war enorm und beeindruckend. Auf den LED-Wänden links und rechts der Bühne wurde das Label der einzelnen Stücke dargestellt. 

Bei der Melodie aus dem Film „Der Berggrat“ stellte Solist Victor Ulyanchenko an der Violine sein Können unter Beweis. Wie alle anderen Solisten auch, fügte er sich harmonisch ins Gesamtorchester ein. Überhaupt konnte man in den Programmpunkten Rhythmen und Melodien aus der ganzen Welt erahnen. Mal traurig, mal mondän und dann wieder mit einer ansteckenden Leichtigkeit gepaart, zogen die Gäste aus der Ukraine förmlich alle Register. Einige Melodien erinnerten an den Czardas von Monti, andere wurden hymnenartig vorgetragen. Beim Stück „Ukrainische Karpaten-Rhapsodie“ wurden Erinnerungen an George Gershwin wach. 

Nach einer kurzen Pause folgte dann sozusagen der 2. Streich. Das Heeresmusikkorps Neubrandenburg hatte seinen Auftritt. Ungewöhnlich aber beeindruckend hier vor allem „Blood – sweat and tears“. Einige Bundeswehrmusiker zeigten in diesem Stück ihr Talent als Solist – sei es Tuba, Trompete, Klarinette oder Posaune. Beeindruckend war ihre Spielfreude und die Präsenz im Orchester. 

In der zweiten Pause gab es Gelegenheit, den obligatorischen Scheck zu überreichen. Die Verantwortlichen der Sparkasse ALK händigten Pastor Schmidt ein Schriftstück mit einer Summe von 5000 Euro aus. Geld, das gut angelegt ist. Das Hospiz in Altenhundem ist auf dieses Engagement der Musiker und der vielen ehrenamtlich Tätigen angewiesen. Pastor Schmidt: „Bei uns sind die Menschen willkommen, getragen und auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleitet.“ 

Sylvia Gante und Bernd Schablowski von der Sparkasse ALK übergaben einen Scheck an Pastor Schmidt.

Nachdem die beiden Orchester „fusioniert“ hatten, ging es zum großen Finale. Das hatte es in sich. Swingend wurde „Happy Luxemburg“ vom unvergessenen James Last gespielt. Die Erkennungsmelodie von Radio Luxemburg aus dem Jahr 1967 ließ keinen ruhig sitzen. Beim „Mac Arthur Park“ bot sich abermals die Gelegenheit für die Solisten, groß aufzutrumpfen. Dass die Briten bald nicht mehr zur Europäischen Union gehören, wurde sinnbildlich mit einem Musikwerk dargebracht. „Pomp and Circumstance“, die heimliche englische Hymne, sorgte bei so manchem Besucher für „Gänsehautfeeling“. Zum Abschluss des offiziellen Teils dann noch „Music“ von John Miles. Ein großartiger Musikabend ging leider viel zu schnell zu Ende. Freuen darf man sich bereits jetzt auf das Jahr 2020 – wenn in der Showhalle Elspe zum 30. Hospizkonzert aufgespielt wird.

Hospizkonzert 2019 in Elspe

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