"Ich habe kein Heimweh"

Der neue Beigeordnete der Stadt Lennestadt, Karsten Schürheck, Bürgermeister Stefan Hundt und Geschäftsführer Clemens Berghoff. Foto: Marita Sapp

"Ich bereue nichts. Ich habe kein heimweh und bin positiv überrascht, wie man mich in Lennestadt aufgenommen hat", sagt Karsten Schürheck.

Der geborene Unterfranke ist seit über 100 Tagen im Amt als neuer Beigeordneter der Stadt Lennestadt und stand zusammen mit Bürgermeister Stefan Hundt im Verlagsgebäude des Sauerlandkurier in Grevenbrück Geschäftsführer Clemens Berghoff, Chefredakteur Torsten-Eric Sendler und Redakteur Gregor Breise Rede und Antwort.

Stefan Hundt hatte fast ein Jahr ohne Beigeordneten "regiert", man habe nach der Kommunalwahl und den konstituierenden Sitzungen erstmal, auch nach dem Ausscheiden von Bereichsleiter Rolf Zöllner, die Fachbereiche neu gliedern wollen.

Karsten Schürheck kümmert sich nun schwerpunktmäßig um die Themen Baurecht, Sicherheit und Ordnung sowie Tourismus.

Im Punkt Tourismus sei der Strukturwandel abgeschlossen, "und unsere Region steht gut dar."

"Aber", so Bürgermeister Hundt: "das große Potential, das etwa Elspe Festival, die Pyramiden, das Museum der Stadt und der Bahnhof Grevenbrück bieten, kann nur optimal genutzt werden, wenn man es als Ganzes sieht und sie zusammenarbeiten."

Zum Thema "Weihnachtsbahnhof" habe man sich vom alten musealen Gedanken zu verabschieden. Diese müssten für alle Altersgruppen interessant sein: "Ins Weihnachtsmuseum gehört eine Rutsche und eine Eisenbahn."

Auf den "auf Kante genähten" Haushalt angesprochen, bekräftigte Bürgermeister Hundt sein "Ja" zur Gewerbesteuer, er sehe hier schon fast einen soziologischen Zwang. Ohne viel mit Zahlen und Prozenten zu jonglieren, brachte die Verwaltungsspitze es auf einen einfachen Nenner: "Wir bekommen vom Land zu wenig und müssen dem Kreis zuviel geben."

Interkommunale Zusammenarbeit

Sehr zur Zufriedenheit der Stadt fortgeschritten sei der Bau des Grevenbrücker Feuerwehrgerätehauses, im Sommer soll hier der Bau fertig sein. Über die Nutzung der alten Räumlichkeiten wird noch intensiv nachgedacht, der alte Steigerturm habe wohl das Interesse des Fördervereins geweckt.

Ruhig sei momentan die Situation beim Elsper "Problem" Boerger/Discounter. "Doch gehen wir davon aus, dass der Investor weiter nach möglichen Interessenten sucht", so Stefan Hundt, der aber Chefredakteur Sendler völlig recht gab, dass das eigentlich ortsbildprägende Gebäude von Elspe doch das alte Krankenhaus sei.

"Das Gutachten zur neuen, bereits undichten Maumker Turnhalle ist eingegangen", so Karsten Schürheck, noch in dieser Woche wolle man sich mit den Experten zusammensetzen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

In Bezug auf eine kommende Gemeinschaftsschule in Finnentrop gab Stefan Hundt hier ganz klar Düsseldorf den Schwarzen Peter, die mit diesem Thema ein "Formel 1"-Rennen gestartet hätten. Bei allgemein sinkenden Schülerzahlen müsse man abwarten, inwieweit hier Standorte, aber auch die Immobilen darunter zu leiden hätten.

Erfreulich sei die Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit mit Kirchhundem. Gemeinsam werden hier demnächst Standesamt, Archiv, das Vollstreckungswesen und das ABC-Konzept der Feuerwehr "betrieben".

"Richtig teuer" wird dieser noch nicht beendete Winter, "aber Salz haben wir immer genug gehabt", so die Stadtoberen, die aber aus Kostengründen den Winterdienst einschränken mussten. Und über die Schlaglöcher in den Straßen wolle man nun wirklich erst nach dem Winter denken.

Fragt man den neuen Beigeordneten Karsten Schürheck nach einem Schwerpunkt der kommenden Monate und Jahre, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Ganz klar die Stadtentwicklung an sich, aber auch die Veränderungen, die sich nach dem Auslaufen der Verträge mit RWE 2012 für die Strom- und Gasnetze ergeben.

Selbst eigene Stadtwerke wären hier eine Option, über die man reden und nachdenken müsse.

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