Indien der Markt der Zukunft?

Elspe. (SK) Seit 1999 sammelt das Elsper Ehepaar Christa und Karl-Josef Simon Gelder für ihre ins Leben gerufenen Indienhilfe. 74.000 Euro haben sie schon an die Notleidenden vor Ort überbringen können.

Menschen in Müllsäcke gehüllt

Auf ihrer erneuten Spenden-Rundreise im Januar diesen Jahres durch Indien haben Christa und Karl-Josef Simon erneut die verstreuten Dörfer auf dem Land aufgesucht, wo die Menschen in bitterster Armut und unter primitivsten Bedingungen leben.

Hier sei nichts zu spüren von Indien als Markt der Zukunft, einem der interessantesten Wachstumsmärkte Asiens, wissen sie zu berichten.

Ihre Reise führte die Simons in ein Waisenhaus in der Stadt Mysore, in dem Schwester Sharlet arbeitet, die vor Jahren mit weiteren indischen Schwestern in Elspe tätig war.

Ein Blick aus dem Fenster ihrer Unterkunft machte die dortigen Lebensverhältnisse klar: Menschen ohne Unterkunft, in Müllsäcken gehüllt, verbrachten die Nacht am Wegesrand.

Eine Spenden-Anlaufstelle war Travandrum, wo Christa und Karl Josef Simon dem Konvent „Daughters of Mary“ 6500 Euro übergaben. Dieses Geld soll Krebs- und Tuberkulosekranken sowie älteren Menschen mit Behinderung zugute kommen.

„Die Kranken werden vom Staat nur minimal unterstützt, sie brauchen Geld für Nahrung, Medikamente und Behandlungen.

Dafür war unsere Spende, die die Schwestern nach Bedarf und Bedürftigkeit sowie eingehender Prüfung der finanziellen Verhältnisse der Patienten verteilen“, so das Ehepaar wörtlich.

Des weiteren soll in diesem Ort ein Heim für Kinder mit Behinderung gebaut werden, die in ihren Familien missbraucht und misshandelt wurden – oder denen einfach keine Beachtung geschenkt wurde. Auch dieses Bauvorhaben unterstützten Christa und Karl Josef Simon mit einer Spende.

Das Lepradorf, gelegen im Staat Tamil Nadu an der untersten Spitze Indiens, zählt zu den weiteren Projekten der zwei Elsper.

Hier wurde schon vor längerer Zeit damit begonnen, die alten verwahrlosten Hütten der Menschen durch kleine Steinhäuser mit einem Raum und einer Kochstelle zu ersetzen. Ein solches Haus kostetetwa 1000 Euro; die Simons, die in der Vergangenheit schon viele dieser Häuser finanzierten, hinterließen weitere 3000 Euro.

Die Reise ging weiter mit einem Besuch bei Schwester Stella auf der Assissi-Farm, wo diese das Projekt „Tribal people“ – Stammesvölker – gründete und seither betreut. „Die Kinder, die in Stämmen in den Bergen leben, werden hier in einer konvent-eigenen Schule unterrichtet“, berichtet Christa Simon.

Das größte Erlebnis sei der Besuch der Dörfer im Landesinnere Tamil Nadus gewesen, versichern sie. In den 35 im Wald verstreuten Dörfern leben die „Dalit people“ – die niedrigste Kaste Indiens – auch die „Unberührbaren“ genannt. Die Menschen werden innerhalb eines kleinen Konvents von drei Schwestern betreut.

Christa Simon: „Dort gibt es keine Infrastruktur, keine Schule, keinen Arzt, keine Apotheke. Die Menschen haben kaum das Allernötigste, und wenn sie krank werden, gibt es kein Hilfe.“

Im Hof des Konvents soll eine Mehrzweckhalle für abendlichen Schulunterricht gebaut werden sowie zwei geschlossene Räume als Apotheke und Behandlungsraum sowie ein Seminarraum für Frauen.

„Den Frauen soll in den Seminaren beigebracht werden, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln.“ Christa und Karl Josef Simon hatten zuvor zugesagt, diese Einrichtung komplett zu finanzieren. 12.000 Euro spendeten sie dem Orden.

Über 3000 Kilometer legten Christa und Karl Josef Simon auf ihrer anstrengenden Indien-Reise zurück.

„Wie sind froh, eine so erlebnisreiche Reise gemacht zu haben!“

Weitere Spenden bitte auf das Konto „Indienhilfe“ Nr. 24070351, bei der Sparkasse ALK , BLZ 46251630.

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