Veranstaltung auf der Hohen Bracht

CDU diskutiert mit Innenminister Herbert Reul zum Thema "Sicherheit und Ordnung"

Innenminister Herbert Reul war Gast bei dem Gespräch der CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl auf der Hohen Bracht.
+
Innenminister Herbert Reul war Gast bei dem Gespräch der CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl auf der Hohen Bracht.

Lennestadt - Tobias Puspas, Bürgermeisterkandidat der CDU für Lennestadt, hatte eingeladen und alle CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl im September 2020 waren erschienen und diskutierten mit dem Gast aus Düsseldorf.

„Sicherheit und Ordnung – die Rolle der Kommunen und des Kreises Olpe“ war das Thema. Zunächst begrüßte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes die Anwesenden. Eigentlich sollte diese Veranstaltung in einem größeren Rahmen mit Bürgerbeteiligung stattfinden, aber wegen der Corona-Epidemie hatte man hiervon Abstand genommen. Dennoch hatten Interessierte die Möglichkeit die Konferenz mittels Livestream online zu verfolgen und auch Fragen an Herbert Reul zu richten, davon wurde rege Gebrauch gemacht.

Im Halbkreis versammelt hatten sich die Protagonisten und stellten sich vor: Bernd Clemens (Bürgermeister der Gemeinde Wenden seit 2015) und seit 30 Jahren dort beschäftigt, Achim Henkel (Bürgermeisterkandidat der Gemeinde Finnentrop und Leiter der Polizeidienststelle Attendorn), Tobias Puspas (Kandidat für Lennestadt und ebenfalls bei der Polizei tätig) hatten die Gelegenheit ihre Fragen an den obersten Dienstherren der Polizei zu richten. Ebenso in der Runde: Peter Weber (Bürgermeister von Olpe), Uli Berghof (BM Drolshagen) und Björn Jarosz (Kandidat der Kirchhundemer CDU) und last but not least Theo Melcher (Kreis Olpe – er möchte gerne Landrat Frank Beckehoff – der ebenfalls zu den Gästen zählte, beerben). Mit bei den wenigen Zuschauern der Kreisvorstand der CDU, allen voran Jochen Ritter (MdL) in Düsseldorf. Letzterer sprach ebenfalls Begrüßungsworte und wünschte der Diskussion einen guten Verlauf. Er lobte Reul für seine schnörkellose Politik. „Er packt Dinge an, um die andere einen Bogen machen“ – als Beispiel nannte er die Bekämpfung der Clan-Kriminalität in NRW, der Kampf gegen den Missbrauch von Kindern sowie eine optimale Ausstattung der Polizei und konsequente Nutzung der Befugnisse.

"Sicherheit" ist nur ein Thema des Abends

Tobias Puspas als Konferenzleiter sprach die Themenfelder an, die an diesem Abend angerissen werden sollen: zunächst die Vertreter der Kommunen – die sich als Team sehen und gemeinsam daran arbeiten, die Sicherheit zu gewährleisten. Weiterhin gehe es um neue Kriminaldelikte wie Hackerangriffe auf Firmen und auch Privatleute, Cyberkriminalität und um die Bedrohung von Senioren, die um ihr Hab und Gut gebracht werden sollen.

Tobias Puspas: "Wir sind gut vernetzt." Gefahren sollen abgewehrt werden und rigorose Strafverfolgungen haben Priorität. Herbert Reul betonte, dass noch viel zu erledigen ist. Etliche Kommunen hätten die Sicherheitspolitik nicht immer oben auf der Agenda gehabt. Er zeigte sich zufrieden, dass Ministerien übergreifend eine Taskforce des Innenministeriums, der Justiz und des Finanzministeriums geschaffen wurde.

Tobias Puspas (r.), Bürgermeisterkandidat der CDU für Lennestadt, und Innenminister Herbert Reul nahmen an der regen Diskussion der versammelten CDU-Kandidaten teil.

Ebenso ging er auf die Arbeit der kommunalen Ordnungsbehörden ein. Salopp sagte er: Sie sollten sich nicht mehr nur auf den ruhenden Verkehr konzentrieren. Gerade die Corona-Krise habe aber auch gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Kommunen vor Ort ist. Er lobte die neu gewonnene Ordnungspartnerschaft mit der Polizei. Er sieht Schulungsbedarf für die Mitarbeiter der Ordnungsämter im Land und Kreis. Dass das Leben auf dem Land, gerade in Sachen Polizeipräsenz eine völlig andere als in den Ballungsräumen ist, zeige sich auch in der Anwesenheit des „Freundes und Helfers“ in der Stadt. Die Leute legten darauf immensen Wert.

Peter Weber von der Stadt Olpe zeigte sich zuversichtlich und legt einen großen Wert darauf, dass man sich in den Gemeinden und Städten des Kreises gut kenne. Stichwort: kurze Wege. Ein wenig kontrovers ging es bei dem Thema Straßensperrungen für Motorradfahrer zu. Björn Jarosz hält als begeisterter Zweiradfahrer nichts davon, Strecken zu sperren. Er plädiert für drastische Strafen der Verkehrssünder, gegebenenfalls die sofortige Stilllegung von „frisierten“ Maschinen vor Ort. Herbert Reul sah das ähnlich und sieht in Verboten allein nicht die Antwort. Er äußerte sich als Fan von Motorradclubs, die sich immer wieder selbst disziplinieren würden.

Innenminister lobt Ehrenamtler

Weiteres Thema an diesem Abend war das Ehrenamt. Zunächst die Feuerwehr. Es sei in diesen Zeiten wichtig, die freiwilligen Feuerwehren zu stärken. Immer wieder neue Mitglieder zu finden. Reul war sichtlich bewegt, dass es auch unter seiner Ägide gelungen ist, über 1000 neue Leute hierfür zu finden. Einen großen Beitrag leisten die Jugendfeuerwehr und auch die Kinderfeuerwehr.

Uli Berghoff aus Drolshagen: "Wir sagen den Feuerwehren unsere volle Unterstützung zu." Es müssten weiterhin kreative Ideen entwickelt werden. „Eine Berufsfeuerwehr können wir uns nicht leisten.“ Auch sein Kollege aus Wenden (Bernd Clemens) stimmte ihm zu und besucht die Jahresdienstbesprechungen. Er zollt allen Respekt, die sich in ihrer Freizeit diesem wichtigen Ehrenamt verschrieben haben. „Wir müssen ihnen Respekt und Ehre entgegenbringen.“

Der Innenminister war ebenfalls voll des Lobes für alle Menschen im Ehrenamt. „Ohne Ehrenamt sähe alles anders aus - sie sind andere Staatsbürger und echte Demokraten, einfach Superleute." Peter Weber aus Olpe schilderte, dass die Kinderfeuerwehr ein echtes Erfolgsmodell sei, es gebe sogar schon Wartelisten für Anwärter. Theo Melcher sagte den vielen Frauen und Männern Dank, die sich in der Flüchtlingskrise für die Menschen eingesetzt haben. Sie seien ein Beispiel dafür gewesen, dass keine Menschen ausgeschlossen werden dürfen. Anstatt Integration solle man von Teilhabe sprechen. Der Innenminister erläuterte noch einmal seinen Einsatz für die bessere Ausstattung der Polizei. Über 100 Millionen Euro sind dafür verwendet worden. Er forderte eine absolute Rückendeckung durch die Gesellschaft und den Staat.

Bernd Clemens, Tobias Puspas, Achim Henkel, Peter Weber, Herbert Reul, Jochen Ritter, Uli Berghoff, Dr. Franz-Josef Lenze und Björn Jarosz (v.l.) führten anregende Diskussionen zu verschiedenen Themen des Abends.

Achim Henkel, Finnentroper Kandidat, sieht das schon als Sache des Anstands. Als Projektbehörde sollen demnächst auch Taser (Elektroschock-Pistolen) in brenzlichen Situationen eingesetzt werden. Zum Schluss ging die Runde noch einmal auf neue Kriminalitätsphänomene ein, beispielsweise Internetkriminalität oder Hackerangriffe auf Firmen. Mittlerweile spiele sich ein Großteil der Straftaten im Netz ab. Reul sagte, gerade kleine Firmen unterschätzen den Schaden, den Hacker anrichten können. Hinsichtlich der Bekämpfung sagte er: "Wir sind besser geworden, aber noch lange nicht gut genug."

Abschließend sagte Tobias Puspas, dass man im Kreis Olpe zusammenarbeiten wolle und damit auch viel bewegen könne. Wie klein die Welt ist, zeigte sich bei der Übergabe des Präsentes für Innenminister Reul: Tobias Puspas hatte dieses in Grevenbrück ein einem Geschäft zusammengestellt. Natürlich Spezialitäten aus dem Kreis Olpe. Anke Vogt, gebürtige Leichlingerin, dem Ort wo auch Herbert Reul herkommt, sprach von ihrem Grundschullehrer Karl Reul – und welche Überraschung – das war der Vater vom Minister.

Innenminister Herbert Reul zu Gast auf der Hohen Bracht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare