Vertreter der Vereine gegenüber der Stadt haben sich neu aufgestellt

Interview mit dem Stadtsportverband Lennestadt

Im September 2020 wurden Vorstand und Beirat des Stadtsportverband Lennestadt neu gewählt.
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Im September 2020 wurden Vorstand und Beirat des Stadtsportverband Lennestadt neu gewählt.

Der Stadtsportverband (SSV) Lennestadt ist das Vertretungsorgan der Vereine gegenüber der Stadt Lennestadt. Jede Sportlerin und jeder Sportler kennt ihn – aber was macht der SSV eigentlich? Welche Aufgaben hat er im Bereich des organisierten Sports? Gegenüber dem Schatzmagazin stand der Vorstand Rede und Antwort.

In der Jahreshauptversammlung im September 2020 habt Ihr eine neue Struktur vorgestellt. Was hat Euch dazu bewogen, den Vorstand zu erweitern und Euch neu aufzustellen?
Durch das Ausscheiden des ehemaligen Vorsitzenden Franz Rotter ist Lothar Schenk in seine großen Fußstapfen getreten. Rainer Krahl wurde zu einem der zwei Stellvertreter gewählt. Zudem wurde ein neuer Kassierer gewählt, der an die über zehnjährige Tätigkeit von Johannes Tilker anknüpfen sollte. Dadurch kann Johannes Tilker sich zukünftig auf die weiteren Aufgabengebiete als stellvertretender Vorsitzender konzentrieren. Erfreulicherweise konnten wir mit Claudia Ommer eine weitere Person für das Vorstandsteam gewinnen. Claudia ist eine perfekte Ergänzung, bringt viele tolle Ideen mit und vor allem frischen Wind in unsere Arbeit.Vorstand und Beirat: Lothar Schenk (Vorsitzender), Rainer Krahl (Stellvertreter), Johannes Tilker (Stellv./komm. Kassierer), Martina Lüdtke (Geschäftsführerin), Claudia Ommer (Beisitzerin/komm. Kass.); Beirat: Sebastian Schulte (Handball), David Meiworm (Behindertensport), Viola Söbke (Tennis), Stefan Blöink (Skisport), Christoph Otis (Schwimmen), Werner Baier (Leichtathletik), Uwe Knobloch (Turnen), Rainer Krahl (Fußball), Fabian Zöllner (Tischtennis) Ziel der neuen „Mannschaftsaufstellung“ ist insbesondere die Verteilung der Aufgaben gaben auf mehrere Schultern, damit die vielen Ideen und Ziele in Zukunft erfolgreich umgesetzt werden können. Leider musste der neu gewählte Kassierer in den letzten Wochen sein Amt aus persönlichen Gründen niederlegen. Bis zur anstehenden Mitgliederversammlung im zweiten Halbjahr 2021 werden die Tätigkeiten kommissarisch von Claudia Ommer und Johannes Tilker übernommen.
Wie haltet Ihr untereinander und mit den Vereinen in Coronazeiten Kontakt? Haben Vereine verstärkten Beratungsbedarf seither? Wenn ja – wo liegen die Schwerpunkte?
Vorstandsintern führen wir Videokonferenzen und halten regelmäßig telefonisch Kontakt. Die Vereine werden per Mail über aktuelle Entwicklungen und Planungen informiert und eingebunden. Zudem werden aktuelle Infos auf unserer Homepage www.ssv-lennestadt.de veröffentlicht. Bei Bedarf erfolgen natürlich auch telefonische Gespräche bzw. Beratungen mit unseren Vereinsmitgliedern.
Was war bisher die größte Herausforderung?
Die größten Herausforderungen waren in der jüngeren Vergangenheit mit Abstand der „Tag des Sports“, sowie das Landesförderprojekt „Moderne Sportstätte 2022“. Beim Tag des Sports im Jubiläumsjahr wollten wir etwas komplett Neues aufbauen. Dies ist uns nach dem Feedback der vielen Teilnehmer glücklicherweise auch gelungen. Der OHLympische Zehnkampf, der Firmen- und Vereinslauf, der Schulklassen-Teamwettkampf und zum guten Abschluss der Festabend in der Volksbankarena Schützenhalle Altenhundem waren unvergessliche Höhepunkte. Für das Förderprojekt „Moderne Sportstätte 2022“ für Vereine des Landes NRW werden insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für Lennestadt beläuft sich der Anteil auf rund 350.000 Euro. Mit Informationsschreiben und -veranstaltungen hat der SSV dazu beigetragen, dass die Vereine umfassend im Vorfeld der Antragstellung informiert worden sind und so diese Chance der Modernisierung von Sportanlagen nutzen können.
Was steht für 2021/22 an? Gibt es eine Prioritätenliste?
Aktuell beschäftigen wir uns weiterhin intensiv mit den Anträgen von elf Vereinen im Projekt „Moderne Sportstätte 2022“. 2021 und 2022 werden somit für elf Vereine insgesamt Investitionen von über 717.000 Euro ermöglicht. Wir befinden uns derzeit im Genehmigungsprozess, der bereits für einige Vereine positiv durch die Staatskanzlei in Düsseldorf abgeschlossen wurde. Wir hoffen, dass die Genehmigungen für die weiteren Vereinsanträge nun zeitnah folgen. Ein wesentlicher Baustein zur Finanzierung sind zudem Zuschüsse der Stadt Lennestadt gemäß deren Sportförderrichtlinie. Diese Mittel von rund 210.000 Euro wurden bereits in die Etats für 2021 und 2022 eingestellt. Weitere Planungen 2021 sind nach dem jetzigen Kenntnisstand stark abhängig von dem Umfeld der Corona-Pandemie. So planen wir eine Fortsetzung des jährlich zu etablierenden Firmen- und Vereinslaufs. Dieser soll hoffentlich am 10. September 2021 zum zweiten Mal stattfinden. Zudem möchten wir neben dem Schulklassen-Teamwettkampf (jährlicher Turnus geplant) auch den OHLympischen Zehnkampf in einem Turnus von drei bis vier Jahren etablieren.
In der Vergangenheit wurde über die Wurfanlage an der Habuche und über das vielversprechende Projekt „Mountainbike-Flowtrail“ auf der Hohen Bracht berichtet. Wie ist der aktuelle Stand?
Zum „Mountainbike-Flowtrail“: der SSV hat dieses Projekt mit dem Skiclub Altenhundem aus dem Boden gestampft. Zielgruppe sind Sportler in jedem Alter – insbesondere aus Lennestadt und Kirchhundem, aber auch überregional. Denn ein offizieller Flowtrail mit einer Länge von über 1,2 km mit Pumptrack und Jumpline sowie ansprechender Gastronomie und Erholungsstätte auf der Hohen Bracht wäre im Kreis Olpe ein absolutes Alleinstellungsmerkmal und würde unsere sportfreundliche Region unterstreichen. Im Januar 2018 haben wir Gespräche mit Kreis und Stadt zum Flowtrail geführt. Im Ergebnis wurde das Projekt von allen als umsetzbar und positiv erachtet, sodass wir von dieser Seite vollste Unterstützung haben. Anträge zur Finanzierung wurden gestellt. Das Konzept steht, die Finanzierung steht, doch leider fehlt die Genehmigung des zuständigen NRW-Ministeriums, denn der Flowtrail soll teilweise über Flächen des Landes verlaufen. Daher wurde ein Flächentausch zwischen Kreis Olpe und dem Land NRW beantragt. Dieser Vorgang befindet sich seit 2018 in Bearbeitung.
Die „Wurfanlage an der Habuche“ in Grevenbrück ist derzeit leider nicht mehr in der Planung. Nach unseren Gesprächen mit Vereinen aus dem Leichtathletikbereich haben wir festgestellt, dass derzeit kein Bedarf besteht.
Wie läuft die Zusammenarbeit mit der Stadtspitze= Rat und Verwaltung?
Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Wir pflegen regelmäßig die Kontakte und werden in alle wichtigen Entscheidungsprozesse eingebunden. Erst nach einem positiven Votum durch uns kommt es zu einer weiteren Bearbeitung durch die Kommune, damit die politischen Entscheidungsgremien Förderungen beschließen können. Positiv erwähnen möchten wir insbesondere die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Bearbeitung der Anträge zur „Modernen Sportstätte 2022“. Dies führte zu dem positiven Ergebnis, dass die Vereine insgesamt nur sehr geringe oder keine Eigenmittel für die Umsetzung der Maßnahmen in Höhe von über 717.000 Euro aufwenden müssen.
Die gute Fee kommt vorbei – der SSV hat einen Wunsch frei. Wie könnte der wohl aussehen …?
Die Corona-Pandemie endet. Dann könnten wir und unsere Vereine wieder ein geselliges und sportliches Miteinander genießen. Ein Bierchen nach dem Sport mit seinen Kameraden, danach sehnen sich sicherlich viele derzeit!

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