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„Jedem Kind ein Instrument“

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Das Foto zeigt die Schüler der Franziskus-Schule in Meggen bei einer Vorstellung der Gitarre. Durch die Förderung des Landes NRW können die Instrumente für die derzeit teilnehmenden 289 Grundschüler kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.
Das Foto zeigt die Schüler der Franziskus-Schule in Meggen bei einer Vorstellung der Gitarre. Durch die Förderung des Landes NRW können die Instrumente für die derzeit teilnehmenden 289 Grundschüler kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Der Musikschule Lennestadt/Kirchhundem ist es gelungen, das bereits seit acht Jahren im Ruhrgebiet sehr erfolgreiche Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ auch im Sauerland anzubieten.

Nachdem die erste Staffel erfolgreich durchgeführt wurde, befinden sich nun die aktuell insgesamt 289 Erstklässler der Grundschulen Altenhundem, Meggen/Maumke, Elspe, Grevenbrück, Saalhausen, Kirchhundem und Heinsberg in diesem Projekt.

Das Modellprojekt wird in Kooperation mit den Grundschulen durchgeführt. Im ersten Jahr unterrichten Lehrkräfte der Grundschulen und der Musikschule gemeinsam Themen aus der elementaren Musikausbildung unter besonderer Berücksichtigung einer praktischen Instrumentenkunde. Hier liegen die Schwerpunkte in den Bereichen Gesang und Blasmusik. Die Kinder erhalten damit eine spielerische und zugleich fundierte Einführung in die Klangwelten der Musik.

Im ersten Schuljahr setzen sie sich mit Melodie, Rhythmus und Takt auseinander und erleben, wie die Töne entstehen. Sie erfahren, aus welchen Teilen eine Gitarre besteht oder wie viel Luft man braucht, um einer Trompete Töne zu entlocken. Auch Singen und Tanzen, Malen und Basteln kommen nicht zu kurz. Da der Unterricht als Tandemunterricht durchgeführt wird (Lehrer der Grundschule und Musikschule unterrichten gemeinsam in einer Klasse), ist ein qualitativ sehr hohes und kompetentes Niveau sichergestellt. Aufgrund der Synergie zwischen Musikschule und Grundschule ist es möglich, sämtliche Erstklässler der teilnehmenden Grundschulen zu erfassen und kulturell zu unterrichten, sodass Kinder aus allen Bevölkerungsschichten, unabhängig von Sozialisation und Einkommen der Eltern, eine Chance auf eine kulturelle Bildung erhalten, die sich positiv auf das gesamte Lernverhalten sowie die persönliche Entwicklung auswirken kann.

Allgemein gute Akzeptanz

Nach Reaktionen der Grundschulen läuft das Projekt sehr gut an: Es besteht eine gute, zustimmende Akzeptanz bei Eltern, Lehrkräften und Schülern. Der Tandemunterricht wird als Bereicherung des Schulangebotes empfunden, zumal die Lehrkräfte aus Grundschule und Musikschule unterschiedliche Ausbildungen und Erfahrungen einbringen. Insgesamt loben die Grundschulen die gute Zusammenarbeit in den jeweiligen Tandems, die auch bei größeren Klassenstärken sehr gut harmonieren.

Nun zum Ende des ersten Schuljahres stehen für die Kinder Entscheidungen an: In einem Anmeldeverfahren können alle Kinder drei Instrumente wählen, um in einer Gruppe von durchschnittlich fünf Kindern Instrumentalunterricht in einem der Wunschinstrumente zu erhalten. Diese Teilnahme ist freiwillig und kostet monatlich 20 Euro. Für Bezieher von Sozialleistungen ist dieser Unterricht jedoch kostenlos.

Im zweiten Schuljahr erlernen die Kinder dann ihre Instrumente in kleineren Gruppen und können in einer zusätzlichen Musizierstunde erste praktische Erfahrungen im Zusammenspiel oder im Chorsingen zu sammeln.

Das Projekt bietet daher ganz generell die Chance, die Kultur und zugleich die Musikpflege in Lennestadt und Kirchhundem zu fördern und nachhaltig positiv zu beeinflussen. Musisch-kulturell gebildete Kinder sind zudem potentielle Sänger und Musiker der heimischen Chöre und Musikvereine, es findet also auch eine gezielte Nachwuchsförderung statt.

Die Durchführung dieses Projektes basiert auf umfangreichen Mitteln des Ministeriums für Familie, Kultur und Sport des Landes NRW. Durch diese Landesförderung werden über einen Zeitraum von zwei Jahren sämtliche Personalkosten getragen, sodass die Kommunen Lennestadt und Kirchhundem als Schulträger der Musikschule in Eigenleistung die Instrumente für die 289 Schüler kostenfrei bereitstellen werden.

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