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Jugendparlament: Wie sich Jugendliche in der Pandemiezeit fühlten

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Schüler und Jugendvertreter aus Lennestadt beim Jugendparlament.
Schüler und Jugendvertreter aus Lennestadt beim Jugendparlament. © Privat

Das Schatzmagazin hat sich mit den Schüler- und JugendvertreterInnen von Lennestadt getroffen, um etwas mehr über ihre Sichtweise der Corona- Pandemie-Zeit zu erfahren.

Lennestadt - Unter Einhaltung der 3G-Regeln trafen sich die SchülersprecherInnen der Sekundarschule (SHL), der beiden Gymnasien MK und GymSL und die 1. und 3. Vorsitzende des Lennestädter Jugendparlaments (Jupa) im Ratssaal von Lennestadt, um mit Chefredakteur Mathias P. Negele ihre Erlebnisse zu erörtern.

Die SVler von der Realschule Grevenbrück haben wir erst nach ihrer Klassenfahrt befragt. Am Anfang herrschte große Ungewissheit, berichten Lisa Bröse und Paul Wesselow, SV des GymSL. Die Schulleitung konnte im zweiten Lockdown mit der Anschaffung von Laptops wieder mehr SchülerInnen einbeziehen. In Videokonferenzen, die nach Stundenplan getaktet waren, wurden die Lerninhalte vermittelt. „Aber“, so L. Bröse: „Es ist kein Vergleich, ob man an einer Videokonferenz oder am regulären Schulunterricht teilnimmt.“ Und nach 8 Stunden am Schreibtisch zuhause hat man einfach keine Lust mehr!“ ergänzt die Schülersprecherin. Karlotta Arens (MK) empfand es wie viele, dass es dadurch keine richtige Unterscheidung zwischen Schule und Freizeit mehr gab.

Jan Sasse und Steffen Freund (SHL) fühlten sich überrumpelt vom ersten Lockdown. Bei der Organisation der Alternativprogramme gingen Eltern und die Schule an ihre Grenzen. Da waren dann z.B. die jüngeren Geschwister, die einfach nicht so leicht verstanden, warum sie nicht mehr in die Schule dürfen. Auch technische Probleme sorgten bei den SchülerInnen für Unmut. In der Sekundarschule organisierte man die Hausaufgaben schnell mit Hilfe von E-Mails und der Lernplattform Moodle. Bei der Frage, was glaubt ihr, wie viel Prozent habt ihr in der Pandemie-Zeit weniger gelernt, gaben die SchülerInnen Versäumnisse von 20 bis 35 Prozent an.

Jana Rommel (Realschule Grevenbrück) versucht zu erklären: „ ...weil es einfach viel länger dauerte ein Thema so zu behandeln, bis dass es alle verstanden haben.“ Marie Mertens (MK) berichtet, dass es an ihrer Schule eine so genannte „summer school“ mit Studierenden und LehrerInnen gab, die kostenlos Nachhilfe angeboten haben, für SchülerInnen, die im Lockdown nicht so gut klargekommen sind.

Marie Graw und Lena Hoppe (Jupa) bedauern, dass viele Jugendliche elementare Erfahrungen der Jugendzeit in den letzten eineinhalb Jahren aufgrund der Pandemie mit ihren Beschränkungen nicht machen konnten. Dazu gehöre eben auch, „dass dies eine wichtige Zeit der Selbstfindung für junge Menschen ist!“

Zum Schluss fragten wir nach besonderen Erlebnissen und was man verbessern könnte:

- Kostenlose Nachhilfe in der summer school.

- „Ganz toll war das Banner von der SV nach dem Lockdown: „Willkommen zurück in der Schule!“

- „PolitikerInnen sagen immer, die Jugend sei die Zukunft. Deshalb sollten die Erwachsenen auch direkter auf Jugendliche zugehen!“

- „Bei uns kam eines Tages ein Lehrer mit dem Zollstock auf den Schulhof, um den Abstand zu messen.“

- „Warum waren die Busse so extrem voll?“

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