Neues Netzwerk soll von jugendlichen Ideen leben  

Gegen das verstaubte Image: Jugendspirituelles Zentrum Südsauerland startet am 16. Juni

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Alexander Sieler (32), in Attendorn geboren, in Finnentrop aufgewachsen, leitet das neue Netzwerk.

Altenhundem. Den christlichen Glauben (neu) entdecken, diskutieren und aktiv mitgestalten: Das ist das Ziel des Jugendspirituellen Zentrums Altenhundem. Mitten drin ist der gebürtige Attendorner Alexander Sieler. Der 32-Jährige leitet das neue Projekt und erzählt im Gespräch mit dem SauerlandKurier über seine Motivation und Wünsche.

Alexander Sieler ist sich seiner Sache sicher. Er weiß, dass Religion für einige Jugendliche nur ein Randthema mit verstaubtem Image ist. Genau an dieser Stelle setzt das Jugendspirituelle Zentrum an: „Kirche und Jugend ist möglich!“ Das habe er zuletzt bei der bundesweiten 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gespürt. Allein in Lennestadt waren 800 Jugendliche beteiligt.

Sieler, der an der Uni Siegen als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der katholischen Theologie arbeitet, steht im ständigen Dialog mit jungen Menschen. Dabei habe er gemerkt, dass junge Menschen elementare Sehnsüchte haben, deren Antworten der Glaube geben kann. „Der christliche Glaube ist also nicht unnütz.“ Allerdings müsse der richtige Weg gefunden werden, um Jugendliche für das Thema zu begeistern.

„Keine Konkurrenz zu bestehenden Projekten“

Das Projekt setzt also auf die aktive Mitgestaltung und das Mitspracherecht der Mitglieder. „Dafür muss ich zunächst einmal zuhören, ein Gespür dafür bekommen, was Jugendliche eigentlich von der Kirche erwarten“, erläutert Sieler, „vielleicht finden sie die Bänke in Messfeiern überflüssig und wünschen sich eine komplett andere Gestaltung, deshalb ist der Dialog so wichtig.“ Die Jugendlichen richten laut Leiter den Weg der Einrichtung aus. So soll eine lebendige Gemeinschaft entstehen und vielfältige Formen von Spiritualität und Zugänge zum Glauben erschaffen werden.

Die Umsetzung dieser Ziele soll in erster Linie durch die Vernetzung sowie Unterstützung der Angebote und Akteure in den Gemeinden und Pastoralverbünden vor Ort passieren. „Die Kooperation steht also im Mittelpunkt, das Zentrum soll keine Konkurrenz zu bestehenden Projekten sein“, betont er. Das bisherige Netzwerk „Jugendspirituelles Zentrum Südsauerland“ soll zudem einen griffigen Titel bekommen. Während des Eröffnungstages werde es eine Ideenausschreibung für einen neuen Namen geben.

Oft höre er, dass Kirche „altbacken“ sei. „Jetzt ist die Chance, neue Wege zu gehen, in die Kirche einzusteigen und sie aktiv zu ändern“, appelliert der 32-Jährige.

Der Eröffnungstag

  • Beginn am Sonntag, 16. Juni, 13 Uhr, mit Workshops (darunter Social Media und Kirche, Kirche und Musik, Netzwerkbildung) 
  • Anschließende Podiumsdiskussion mit Funktionsträgern 
  • Ab 18 Uhr Jugendmesse in der Klosterkirche Maria Königin samt Abendprogramm

Träger des Projekts sind das Erzbistums Paderborn und das Dekanat Südsauerland.

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