"Wir gehen davon aus, dass der Betrieb erstmal weiterläuft"

Kreis Olpe auf der Suche nach neuem Pächter für die Hohe Bracht

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Für die Hohe Bracht wird aktuell ein neuer Pächter gesucht.

Lennestadt/Kreis Olpe - Der Kreis Olpe ist auf der Suche nach einem neuen Pächter für die Hohe Bracht. Gastronom Dalibor Divkovic, der im Jahr 2017 den Betrieb im Wahrzeichen des Kreises Olpe übernommen hatte, soll Privatinsolvenz angemeldet haben. Kreisdirektor Theo Melcher erläutert im Gespräch mit dem Sauerlandkurier die Hintergründe der aktuellen Entwicklungen. Demnach herrschte schon seit längerer Zeit Einvernehmen darüber "besser getrennte Wege" zu gehen. Die Insolvenz habe das Verfahren nun beschleunigt.

Beide Beteiligten - also der Kreis sowie der Pächter - waren laut Melcher schon seit Wochen auf dem Weg, das Pachtverhältnis zu beenden. Schon damals sei Divkovic an die Vermögensverwaltungsgesellschaft des Kreises herangetreten und habe gebeten, das Pachtverhältnis zu beenden. Melcher: "Pächter und Verpächter waren sich einig darin, besser getrennte Wege zu gehen." Divkovic sei allerdings bereit gewesen, den Übergang zu einem neuen Pächter mitzugestalten. Die Insolvenz, so Melcher, sei nun dazwischen gekommen und schaffe andere Verhältnisse.

Wie aus einer öffentlichen Bekanntmachung des Amtsgerichts Siegen hervorgeht, wurde ein vorläufiges Insolvenzverfahren für den Pächter eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Hubert Martin van Bühren aus Köln bestellt.

Im November 2017 war im Aussichtsturm auf der Hohen Bracht (1930 eröffnet) zwischen Altenhundem und Bilstein die Neueröffnung des markanten Gebäudes groß gefeiert worden. Mit dem Konzept einer attraktiven "Erlebnisgastronomie" war Divkovic angetreten, das Wahrzeichen des Kreises zu alten Glanzzeiten zurückzuführen - nachdem es zuvor lange nur vor sich hingedämmert hatte. 

Monatelange Umbau- und Sanierungsarbeiten an dem Denkmal, mit Kosten von rund zwei Millionen Euro, waren der Eröffnung vorausgegangen. Diese Investition sieht Melcher aber jetzt keineswegs als vertan an. Es sei damals ein zwangsläufiger Invest in das Denkmal und somit in das künftige gastronomische Angebot gewesen, der natürlich immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden sei, wenn man nicht den richtigen Pächter bekomme. Klare Worte, denen Melcher noch eins drauf setzt: Ob die Hohe Bracht ein zukunftsfähiges Projekt ist, "wird man eventuell beim zweiten Pächter sehen."

Apropos Pächter. Die Veltins-Brauerei und der Kreis sind natürlich schon seit längerem dabei, einen neuen Pächter zu finden, haben mögliche Interessenten direkt angesprochen. "Wir hoffen auf einen raschen Übergang", so Melcher. Und es gebe tatsächlich Interessenten "aus dem Raum Südwestfalen". Das eigentliche Problem sei allerdings weniger einen Pächter zu finden, sondern vielmehr die Personalfrage. "Wir brauchen jemanden, der will, aber natürlich auch jemanden, der kann", sagt Melcher mit Blick auf die immer schwieriger werdende Situation der  Gastronomen, gutes und ausreichendes Personal zu finden.

Für den Moment geht Melcher davon aus, dass der Betrieb auf der Hohen Bracht "in naher Zukunft" erstmal weiterläuft, ein Insolvenzverwalter habe die Geschicke übernommen. Bereits gebuchte Veranstaltungen sollen demnach ebenfalls stattfinden können. 

Divkovic selbst war telefonisch nicht zu erreichen.

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