Kritik und Unterdeckung

Ein Bild fast mit Symbolkraft: der Vorstandstisch des Aktionrings Altenhundem - der Platz des Vorsitzenden in der Mitte (zeitweise) leer. Foto: Gregor Breise

Ein kleines Erdbeben war zu spüren bei der Mitgliederversammlung des Aktionsrings Altenhundem, aber es taten sich keine Gräben auf und der Vorstand macht weiter, wenn auch vielleicht demnächst mit anderer Ausrichtung.

"Ich habe eigentlich keine Lust mehr, das weitere drei Jahre zu machen, am liebsten würde ich heute Schluss machen", so ein emotionaler Helmut Bergmoser, getroffen von der Kritik an seiner Person und dem Vorstand.

In seinem Bericht zum abgelaufenen Jahr kritisierte er diejenigen Betriebe, die keine vorweihnachtliche Beleuchtung gezeigt hätten.

Ein großes Lob ging an Monika und Andy Cordes sowie Ulrich Beckmann für die Arbeit am Weihnachtsdorf - eine tolle Sache, die dem miserablen Wetter zum Opfer fiel.

Mit den Worten "Ich liebe Altenhundem, denn hier bin ich geboren" widersetzte sich der Vorsitzende den Vorwürfen, die nicht während der Versammlung, sondern im Vorfeld laut wurden, er würde seinen Betrieb in den Fokus stellen.

Diese Emotionalität konnte erst recht nicht der Kassenbericht entkräften, der aus dem Ruder gelaufen schien. Norbert Furtkamp musste eine Unterdeckung im niedrigen fünfstelligen Bereich darlegen, die zwar ausgeglichen werden konnte, dafür aber das "Vermögen in der Hinterhand" halbierte.

Vor allem die Tatsache, dass das Weihnachtsgewinnspiel die Weihnachtswerbung nicht mehr wie in den Vorjahren subventionierte, hatte die Bilanz getrübt.

Gottlob verfiel man nicht in Panik - es wurde weder eine Beitragserhöhung beschlossen noch die kurzsichtige Empfehlung ausgesprochen, sich bei der Werbung zurückzuhalten.

Der Vorstand wurde schließlich entlastet und nach kurzer Diskussion (es fand sich kein anderer) wurde Helmut Bergmoser wiedergewählt. Dieser willigte ein, doch nicht für drei Jahre, nach einem Jahr müsse ein Nachfolger gefunden sein.

Auch wenn er es vielleicht nicht gerne hört, für diese Nachfolge empfahl sich unbewusst Alexander Kremer.

Sein Vortrag, rhetorisch geschliffen, ohne Worthülsen und direkt ansprechend, machte deutlich, dass im Vorstand, gerade in der jüngeren Riege, noch genügend Potential steckt.

Alexander Kremer und Michael Gehrig erläuterten die Aktionsring-Agenda "Marketin 2010". Kremer: "Speziell nach der Eröffnung des HLC droht Altenhundem eine eindimensionale Wahrnehmung - hier ist ja nur noch billig." Fakt sei, die Discounter würden zwar für mehr Frequenz sorgen, doch sei es an den Aktionsring-Mitgliedern, den Kunden den eigentlichen Mehrwert zu demonstrieren.

In einer Klausurtagung will der Vorstand in Kürze "in sich gehen" und Arbeiten anders verteilen.

Alexander Kremer: "Jetzt weniger für die Werbung auszugeben, das wäre kontraproduktiv."

Der Vorsitzende nannte anschließend die wichtigsten Termine in 08: 12. April: Tag der Sauberkeit; 20. April: verkaufsoffener Sonntag mit Frühlingsmarkt und Auto- und Motorradshow; 15. bis 17. August: Stadtfest (ohne verkaufsoffenen Sonntag, 2009 ist aber ein verkaufsoffener geplant); 28. September bis 12. Oktober: Schaufensterwettbewerb sowie der Weihnachtsmarkt.

Es folgte ein interessantes Referat zum Thema "Stadtentwicklung" des Beigeordeneten Stefan Hundt. Er berichtete von einem deutlichen Aufwärtstrend: sowohl die Kaufkraft der Lennestädter sei gestiegen (142 Millionen Euro) als auch die Kaufkraftbindung an den Ort habe zugenommen.

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