Leidenschaftliches Plädoyer für Familienunternehmen

Referent, Diskussionsteilnehmer und die Verantwortlichen der Volksbank. Foto: Torsten-Eric Sendler

Außergewöhnliche Vortragsreihe der Volksbank Bigge-Lenne — Diskussion mit Ausstrahlung

Meggen. (tes)

Über lange Zeit hinweg wurden Familienunternehmen als langweilig und längst überkommene Unternehmensform angesehen. Doch Studien beweisen: Familienunternehmen performen wesentlich besser als Publikumsgesellschaften. Und auch sonst sind sie den DAX-dotierten Gesellschaften in vielerlei Hinsicht bei weitem überlegen. Das war die Botschaft einer außergewöhnlichen Vortragsveranstaltung, zu der die Volksbank Bigge-Lenne im Rahmen ihrer Reihe "Mittelstand im Mittelpunkt" in das Pädagogische Zentrum der Anne-Frank-Schule Meggen einlud. Als Referent zum Thema "Familienunternehmen — Lernen von den Champions" konnte Professor Dr. Peter May, Chef des INTES-Institutes (einer Seminar- und Beratungsorganisation, die sich auf Familienunternehmen spezialisiert hat), gewonnen werden. Die etwa 260 Gäste erwartete ein kurzweiliger Vortrag, in dem Prof. May — gespickt mit vielen eigenen, kurzweiligen Erlebnisberichten — den Beweis antrat, dass Familienunternehmen die besseren sind. Bevor jedoch der Hauptredner ans Pult trat, begrüßte Vorstandssprecher Peter Kaufmann die etwa 260 Besucher. Warum ausgerechnet die Volksbank eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Mittelstand im Mittelpunkt" auflegt:

"Wir sind selbst Mittelstand"

Kaufmann: "Wir sind nicht nur die Bank des Mittelstandes, sondern wir sind selbst der Mittelstand. Weitere Veranstaltungen der Reihe werden sich unter anderem mit den Themen "Standort Deutschland — Standort Sauerland", als Experte wurde Trigema-Chef Wolfgang Grupp eingeladen, sowie den psychologischen Problemen des Generationswechsels in eigentümergeführten Unternehmen auseinander setzen. Außerdem sind mehrere Workshops für den Mittelstand in Vorbereitung.

Lange Zeit, so Prof. May, hätte die Wissenschaft die Familienunternehmen sträflich vernachlässigt. Wenn überhaupt, seien diese in den Augen der Experten lediglich eine unvollkommene Vorstufe auf dem Weg zu den Publikumsgesellschaften gewesen. Für May, der auch mit den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland abrechnete, ein fataler Irrtum. Während man hierzulande den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens mit mathematischen Formeln zu planen versuche, wähle man zum Beispiel im angelsächsischen Bereich einen wesentlich praxisnäheren, erfolgreicheren und zugleich empirischen Weg: "Dort schaut man sich erst einmal die Marktführer an, um zu erfahren, worin deren Erfolgsgeheimnis liegt. Anschließend schaut man bei den erfolglosesten Unternehmen, was diese falsch gemacht haben. Dann weiß man, was man machen oder lieber lassen sollte."

May: "Wenn Ihre Kinder Betriebswirtschaft studieren sollen, dann schicken Sie sie auf gar keinen Fall an eine deutsche Hochschule."

Ob Krupp, Porsche oder Henkel — hinter vielen großen Namen verbergen sich bis heute Familienunternehmen. Für den Referenten steht unumstößlich fest: Familienunternehmen wachsen schneller, performen besser und sind wesentlich stabiler, als ihre DAX-Konkurrenten. Jedoch ein Familienunternehmen am Leben zu erhalten, gehöre mit zu den schwierigsten Managementaufgaben. Den absoluten Höhepunkt bildete die anschließende Diskussion, für die neben dem Referenten die Erfolgsunternehmer Walter Mennekes, Reinhard Hesse und Gerhard Rosenberg auf das Podium stiegen. Und auch in der Diskussionsrunde wurde deutlich, worin das Erfolgsrezept von Familienunternehmen liegt: Inhaber-Unternehmen verfügen über eine unverwechselbare Ausstrahlung und Individualität, weil ihr unternehmerischer Erfolg untrennbar mit der Persönlichkeit des Unternehmers verknüpft ist. Während seines Vortrages zeigte Peter May seinem Auditorium eindrucksvoll, dass es keiner Geheimwissenschaft bedarf, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Denn: Für den Erfolg gibt es verbindliche Regeln.

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